Unsere erste gemeinsame Fernreise sollte ins ferne Südostasien gehen. Schnell entschlossen buchten wir 2,5 Monate vor Start eine Gruppenreise mit g adventures (Cambodia & Vietnam on a Shoestring), um unsere erste Asien-Reise mit erfahrenen Guides und reiselustigen Menschen aus aller Welt zu erleben. Und so ging es am Karfreitag 2012 mit Schneetreiben in Wien los… Bei 40 Grad mit 100% Luftfeuchtigkeit in Bangkok gelandet, konnte das Abenteuer losgehen. Abends trafen wir unsere Reisegruppe für die nächsten 10 bzw. 20 Tage. Fünf Australier, zwei Amerikaner, eine Kanadierin, eine Engländerin, eine Bulgarin und wir zwei Österreicher. Ein grandioser Mix und Menschen, die relativ schnell zu Freunden wurden. Das war für uns einfach ein Riesen-Erlebnis und ein Riesen Fun-Faktor. Aber nun mal zu unserer Tour…

Kambodscha

Kambodscha ist aus unserer Sicht einfach ein Traum. Ein Land mit einer sehr bewegten Geschichte, die noch nicht allzu lange zurück liegt, und trotzdem so unfassbar herzliche, dankbare und glückliche Menschen. Das erdete uns als Europäer sehr schnell mit unseren „first world problems“. Atemberaubendes Angkor Wat mit den vielen uralten Tempeln, einfach eine Reise wert. Angkor Wat so hautnah zu erleben, war einfach eine unvergessliche Erfahrung. Der Angkor Tag dauerte etwa 24 Stunden vom Aufstehen vor Sonnenaufgang bis spät in die Nacht, wo Christian seinen Geburtstag im pulsierenden Siem Reap mit der ganzen Reisegruppe feierte, obwohl wir uns erst zwei Tage kannten. Weiter ging es in die Hauptstadt Phnom Penh, wo wir die grausamen Denkmäler der Khmer Verfolgung S21 und die Killing Fields besuchten – ein sehr nachdenklicher Tag. Gefolgt von einem Stop an der Südküste Kambodschas in Sihanoukville, einem kleinen Ort in der Nähe der Bamboo Islands. Wir feierten dort das „Khmer New Year“ mit Barbecue am Strand und Tanz bis spät in die Nacht. Mit einem ganztägigen Schnorchelausflug zu den Bamboo Islands genossen wir den nächsten Tag, mittags mit einem Barbecue und einer Relax-Runde am nahezu verlassenen und traumhaften Strand dort.

Südvietnam

Dann hieß es Abschied nehmen von Kambodscha und „Good Morning Vietnam“. Nach einer relativ langen Van-Fahrt kamen wir zur Grenze, wo wir wie überall in SEA zu Fuß drüber mussten. Exakt beim Schultern der Rucksäcke begann es das erste Mal so richtig zu regnen – das war trotz allem ein sehr witziger Moment. Unser erster Stop war Chau Doc, ein Örtchen im Mekong Delta, wo wir sofort eine Bootstour zu „Floating Villages“ am Mekong machten. Abends ging es mit Mopeds auf einen kleinen Berg mit einer atemberaubenden Aussicht, natürlich auf den Sonnenuntergang. Eine weite Sicht über Wasser bedeckte Reisfelder und ein wunderschönes warmes Licht – ein Moment, an den wir uns sicherlich auch noch in vielen Jahren erinnern werden.

Nach dem Mekong Delta ging es nach Ho Chi Minh City (Saigon). WOW! Millionen Mopeds, Dreck, dröhnende Lautstärke, überall Menschen mit Mundschutz, keine ersichtlichen Verkehrsregeln…und wir! Einfach nur bäm! Eine überwältigende Stadt mit wahnsinnig vielen Eindrücken. Eine Moped-Tour mit vietnamesischen Fahrern durch die pulsierende Stadt und gefühlt hundert Unfälle später, waren wir am „Reunification Palace“, dem Ort, wo das Ende des Vietnamkriegs 1975 besiegelt wurde. Der nächste Tag stand auch noch im Zeichen des Vietnam-Kriegs und zwar beim Besuch der bekannten Cu Chi Tunnels. Eine sehr spannende und aufschlussreiche Tour durch dieses Gebiet brachte uns die asiatische Seite des Kriegs näher. Danach hatten wir den letzten Abend zu zwölft, da sieben der Mitreisenden am Folgetag wieder nach Hause reisten.

Zentralvietnam

Für die restliche Tour waren noch die zwei Amerikaner Erienne und Mike, unser Canadian Mountie Julie und wir zwei weiter dabei. Mit dem Nachtzug ging es nach Nha Trang mit wunderschönen Stränden, der Ort selbst ist nicht sehr spektakulär. Wir machten mit unserer Gruppe aber eine wahnsinnig schöne Tour in einen Nationalpark. Mit dem Van ging es über viele Schlaglöcher bis zum Nationalpark-Eingang. Von dort wanderten wir bis eine Gruppe Einheimischer auf uns wartete und uns den Weg zu einem Insider-Wasserfall mit einer kleinen Lagune zeigten. Und zwar ganz für uns alleine… Wunderschön! Nach diesem eher entspannten Tag ging es wieder mit dem Nachtzug nach Hoi An, einem zuckersüßen, kleinen Schneider-Örtchen. Nach einer Rad-Tour durch die Reisfelder und einem Besuch von vietnamesischen Bauern, einer optionalen Wasserbüffel-Reittour ging es mit dem Boot zurück nach Hoi An zum Schneider – natürlich mussten wir auch etwas schneidern lassen. In Hoi An hatten wir für mich das beste Abendessen (Scallops!!!) und auch das mit Abstand beste Streetfood, und zwar „Chicken with Rice“. Klingt nicht spektakulär, war aber wirklich einzigartig vom Geschmack. Danach ging es in das kaiserliche Hue, zur Kaiser-Zitadelle und mit Motorrädern zu den alten Kaisergräbern. Der Abend war legendär, der wird uns für immer und ewig in Erinnerung bleiben. Ein Pub mit wahnsinnig witzigen Kellnern und voll geschriebenen Wänden von Reisenden – natürlich haben wir uns dort auch verewigt.

Nordvietnam

Und dann hieß es wieder mal ab in den Nachtzug nach Hanoi mit direktem Bus-Anschluss nach Halong Bay. Das war eines der großen Highlights auf dieser Reise – Halong Bay mit knapp 2000 heraus ragenden Kalksteinfelsen ist eine anmutende Szenerie. Mit einer Dschunke ging es durch die rund um die Felsen, Julie und ich machten sogar eine Kajak-Tour. Eher der besonderen Art, auf offener See rund um einen riesengroßen Felsen herum –  das dauert dann auch schon mal länger. Die Anstrengung war es aber wert! Nach dem schönen Halong ging es in die Hauptstadt Vietnams, nach Hanoi, dem letzten Stopp mit der Gruppe. Für uns eigentlich die anstrengendste Stadt, da die Nord-Vietnamesen etwas rüder als sonst wo im Land sind. Aber natürlich haben wir uns das Ho Chi Minh Mausoleum und auch sein Haus mit Garten angesehen. War eine etwas merkwürdige Erfahrung. Abends besuchten wir noch das traditionelle Wasserpuppen-Theater, das eine völlig andere Art von Theater ist – wirklich sehenswert! Und das war auch der letzte Abend mit der restlichen Reisegruppe. Christian und ich haben noch zwei Tage in Hanoi angehängt, wo wir noch eine Tour zur Parfüm Pagode 70 km entfernt von Hanoi gemacht haben. Und dann hieß es auch für uns ab nach Hause ins gemütliche und ruhige Wien. Aber diese Reise hat unsere Reise-Leidenschaft erst so richtig entfacht und hat uns vor allem Südostasien als absolut wunderschöne und abwechslungsreiche Region gezeigt.

Highlights

  • Angkor Wat
  • Angkor Thom
  • Siem Reap
  • Chau Doc | Mekong Delta
  • Cu Chi Tunnels
  • Nha Trang Nationalpark Wasserfall
  • Hoi An
  • Halong Bay
  • Hanoi Secret Café „Egg Coffee“

Tour: 6.4. bis 29.4.2012