Und weiter geht’s. Wieder einmal warten wir auf einen Nachttransfer. Um 1:40 geht es von Manaus per Flug retour nach Rio de Janeiro. Von dort werden wir dann gleich zur Ilha Grande weiterfahren. Der Post, kann ich euch mal gleich verraten, wird aber nicht heute online gehen. Die Fotos sichern noch bei recht schlechtem WLAN, das dauert. Und ohne Fotos hat das ja keinen Sinn, schon gar nicht beim Amazonas 😉 Also müssen wir warten, bis wir alles beisammen haben.

Unser Dschungel-Abenteuer begann ähnlich wie gerade, mitten in der Nacht vor sechs Tagen. Ein schrecklicher Inlands-Nachtflug (der uns übrigens jetzt auch wieder bevorsteht), nur 3,5 Stunden Schlaf und danach eine dreistündige bereits abenteuerliche Anreise zum Juma Lake, einem geschütztes Naturgebiet im Amazonas Brasiliens. Abenteuerlich deshalb, weil wir zuerst mit einem alten VW Bus zum Hafen Manaus’ fuhren, dann mit dem Speedboat über das “Encontro das Aguas” (Treffen der Wasser). Man fährt also vom Amazonas in den Rio Negro. Diese Naturschauspiel sieht man auch deutlich, da die Flüsse unterschiedliche Farben haben, sogar eine andere Temperatur und andere Zusammensetzungen. Wenn man direkt mit dem Boot drüber fährt, sieht man es zwar, kann es aber nicht so deutlich wahrnehmen. Wir haben gehört, dass man es am besten aus dem Flugzeug sieht. Da wir leider beide Flüge in der Nacht haben, fällt das wohl aus 😉 Danach ging es jedenfalls vom Speedboat wieder in einen alten, klapprigen VW Bus über eine schlagloch-reiche Straße, bis wir zum letzten Umstieg kamen – wieder in ein Speedboat. Das war dann mit einem richtig schnellen Speedboat, bereits durch wild bewachsenen Regenwald hindurch. So richtig in einer anderen Welt. Das war schon sehr atemberaubend! Angekommen am Juma Lake Inn, unserem Ausgangspunkt für die nächsten fünf Tage, folgte dann mit unserer Gruppe auch bereits nach dem Mittagessen unser tägliches Naturprogramm. Die Gruppen waren quasi täglich neu zusammengestellt, da die Touren in unterschiedlichen Längen buchbar sind – von einer Nacht bis zu vier Nächten. Wir haben die extended version mit vier Nächten gemacht und hatten somit fast täglich eine neue Gruppe 🙂

Bird/Monkey Watching & Baby-Kaiman

Mit unserer ersten rein brasilianischen Gruppe und uns beiden ging es nachmittags mit dem Boot los, um die einheimischen Tiere, speziell Vögel und Affen, zu sichten. Grundsätzlich ist man am Juma Lake immer mit dem Boot unterwegs, immer ein Holzboot – in unterschiedlichen Größen verfügbar 😉 Von breiten Flusswegen ging es auch in kleine wild bewachsene Waldgebiete, die aktuell überschwemmt und somit mit dem Boot befahrbar sind. Das war aus unserer Sicht eines der Highlights. Hindurch durch Bäume und Sträucher wieder auf breite Wasserwege. Erstaunlich war vor allem das Wissen über die Millionen Wege von unserem Guide Mattheus. Denn oft hat es nicht so ausgesehen, als könnte man dort mit dem Boot hineinfahren, weil es so stark bewachsen war.

Aber nun zu unserer Wildtierbeobachtung: Wir waren erfolgreich – leider haben wir uns nicht alle Namen merken können. Hier eine Auflistung, von denen wir wissen: Makaken, schwarze Riesengeier, Fischbussarde, Königsgeier und den größten Vogel des Gebiets (leider keine Ahnung, wie der heißt). Von den Tieren werden wir euch leider nicht wahnsinnig viele Fotos bieten können, da die wahnsinnig schnell weg sind und es teils kaum möglich war sie auf Bildern festzuhalten. Wir haben dann auch einfach nur die Natur genossen und die Kamera weggepackt. Nach dem ersten erfolgreichen Bird & Monkey Watching ging es über zum Piranha Catching 🙂 An einem ruhigen Plätzchen wurden die Angeln und die Hühnchenköder ausgepackt und los ging’s. Leider ist nicht viel passiert, insgesamt waren zwei Leute erfolgreich… Daher haben wir dann den Angelplatz gewechselt, der schon besser war. Und Christian war dann auch noch erfolgreich und hat einen Piranha gefischt, yay! Das Abendessen war also gesichert 😉 Ich ging leer aus, da mir die Piranhas immer schön die Köder runter gefressen haben, ohne anzubeißen. Wie die das gemacht haben, keine Ahnung… Da es dann bereits kurz vor Sonnenuntergang war und die Piranhas sowieso bei Dunkelheit nicht anbeißen, ging es retour zur Lodge. Und zwar während eines atemberaubenden Sonnenuntergangs. Wahnsinnig schöööön! Als wir in der Lodge ankamen, war der Himmel quasi feuerrot, ein sehr spezieller Sonnenuntergang – haben wir in der Farbe eigentlich noch nicht gesehen. Das war dann auch die Einladung das erste Bier zu bestellen, eine Zigarette anzuzünden und diese unglaublichen letzten Minuten dieses Naturschauspiels zu beobachten. Grandios!

Gestärkt vom guten Abendessen stand auch noch eine kleine Nachtexpedition auf dem Plan, und zwar das Kaiman-Fangen. Ja, unser Guide hat auch wirklich nach sage und schreibe zwei Minuten im flacheren schilfbewachsenen Wasser vom Boot aus einen Baby-Kaiman gefangen (es werden übrigens nur Babys gefangen). Und auch wir haben diesen süßen, kleinen Baby-Kaiman gehalten – das war echt cool. Fühlt sich sehr speziell an – also ihr wisst schon: Wie feine, exquisite Krokodil-Schuhe oder Handtaschen 😀 Die Kaimane hier sind übrigens geschützt, die Einheimischen dürfen sie aber zum Verzehr fangen.

Ein wunderschöner, erlebnisreicher Tag ging dann gemeinsam mit unseren neuen brasilianischen Freunden am Sonnendeck zu Ende – mit Bier und Caipirinha 🙂

Sonnenaufgang & Dschungelwanderung

Es ging früh raus, um 5:30 starteten wir mit unserer Sonnenaufgangs-Tour. Noch in der Dämmerung waren wir unterwegs. Es war wunderbar ruhig, weiße Vogelgeschwader waren überall unterwegs und begleiteten uns teilweise. Während der Tour sahen wir auch immer wieder spannende Vogelarten. Bis dann auch der Sonnenaufgang soweit war, den wir nur nicht gesehen haben, weil es zu bewölkt war. Aber der Sonnenuntergang am Tag zuvor hat sowieso alles Bisherige geschlagen 😉 Nach dem Frühstück ging es auf in den Dschungel, natürlich mit dem Boot. Gut ausgerüstet mit langer Hose, ordentlichen Schuhen und genügend Insektenschutzmittel wanderten wir mitten durch den Dschungel. Durch Brasilian Nuts, wahnsinnig hohe Palmen und durch die unterschiedlichsten Baumarten. Auf unserer dreistündigen Wanderung bei ungefähr 100% Luftfeuchtigkeit hat uns Mattheus diverse Dschungel-Highlights gezeigt: Eine Art Baumharz, das man als Zündmittel für Fackel verwenden kann (und damit auch Moskitos vertreibt), einen Baum, dessen Rinde man gegen Malaria essen kann, einen Baum, der eine Art Milch gibt (schmeckt echt gut). Die langen Lianen kann man auch gut zum Liane-Schwingen nutzen – haben wir natürlich auch getestet. Tiere haben wir leider nicht viele gesehen, da die ja sehr scheu sind. Aber Mattheus hat eine Bullet Ant aus ihrem Nest gefischt. Falls jemand nicht weiß, was eine Bullet Ant ist: Das ist das Insekt, das die stärksten und längsten Schmerzen verursacht, um genau zu sein, circa 24 Stunden. Eine Tarantula hat sich nicht rauslocken lassen, aber man muss ja auch nicht alles sehen 😉 Achja, und wir konnten auch, wenn wir wollten, kleine weiße Maden probieren, die wie Kokos schmecken. Da die aber lebendig waren und wir die Reaktionen der Brasilianer amüsiert beobachteten wollten wir das nicht testen. Die Dschungelwanderung war jedenfalls sehr aufschlussreich, aber auch wirklich sehr anstrengend bei der Luftfeuchtigkeit und Hitze. Mattheus hatte außerdem ein sehr hohes Tempo drauf. Nachdem wir in der Lodge für die Mittagspause zurück kamen, sind wir mal alle schwimmen gegangen. Die Erfrischung im Juma River war dringend notwendig – und unter Tags ist das Schwimmen auch in Ordnung (nur nachts ist es gefährlich wegen der nachtaktiven Kaimane, Stachelrochen und Schlangen).

Leider ging es nach dem Essen für alle außer uns aus unserer Gruppe wieder retour nach Manaus. Wir haben aber sogar eine Facebook-Gruppe, um Fotos auszutauschen und vielleicht können Christian und ich auch noch unser Portugiesisch “verbessern”. Sharlley aus dieser Gruppe sehen wir auch in einer Woche wieder, da er in Sao Paulo lebt und uns nächstes Wochenende als Guide zur Verfügung steht, yay 🙂

Die neue Gruppe war dann für diesen Tag plötzlich sehr europäisch – ein junges deutsches Pärchen Katrin und Jakob und Joran, ein Holländer. Gemeinsam ging es nachmittags auch wieder zu einer Bird watching Runde. Neu gesichtet haben wir Screamer, Papageien (speziell der Blue Fronted Papagei) und Tucans gehört (nicht gesehen). Aber wirklich mega war, dass wir tatsächlich dann auch noch Botos gesehen habe. Das sind die pinken Delphine, die es nur in diesen Gewässern gibt. Wir waren uns ja gar nicht sicher, ob das nicht einfach nur ein Mythos ist. Aber nein, ist es nicht. Wir haben wirklich welche gesehen! Und somit ging wieder ein spannender Tag zu Ende und zwar mit einem heftigen Regenschauer und Stromausfall. Aber das Bier war trotzdem noch kalt 🙂

Paddling & Dschungel-Übernachtung

Christian und ich starteten am dritten Tag mit einer exklusiven Paddling-Tour mit Mattheus. Mehr oder weniger um die Ecke von unserer Lodge haben wir auch schon die Affen in den Bäumen rascheln hören. Und somit unseren ersten Pirsch-Punkt entdeckt. Mattheus, unser super entspannter Guide, hat dann mal das Paddling alleine übernommen. An diesem Vormittag hatten wir tatsächlich auch die meisten Affen-Sichtungen (schwarze Affen und squirrel apes). Durch viele überflutete Waldgebiete durch, die man auch nur mit Paddeln erreichen kann, da sehr wenig Platz ist oder zu viele Pflanzen im Wasser schwimmen. Mattheus war auch mit seiner Machete sehr aktiv und hat sich wohl für spätere Touren bereits Platz gemacht, um ordentlich durch zu kommen. Und eine neue Vogelart, den King Fisher, sowie riesige blaue Schmetterlinge haben wir auch entdeckt. Am Ende sind wir in einem wunderschönen Gebiet gelandet, wo auch wir dann paddeln mussten, damit wir nicht zu lange brauchen. Das letzte Stück war dann auch voll mit Wasserpflanzen, aber Mattheus hat auf der anderen Seite bereits Affen gehört und wollte unbedingt schnell rüber. Dort haben wir dann tatsächlich noch Cappuccino-Affen gesehen und auch auf einigen Bäumen weiter einen Affenstreit gehört (nicht gesehen). Die Paddling-Tour war für mich eines der Highlights, da es sehr ruhig und tierreich war. Achso ja, Christian wurde übrigens während dieser Tour übel von einer großen, roten Ameise, die von einem Baum gefallen war, gebissen oder gestochen 😉 Vor dem Mittagessen kamen auch erneut neue Gruppenmitglieder an, dieses Mal Liam aus Schottland (seit drei Wochen auf einer 6-monatigen Weltreise unterwegs) und Lyon aus Brasilien (leider kann er kein Englisch). Joran reiste bereits nach einer Nacht wieder ab.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Vorbereitungen für die Dschungel-Übernachtung. Imprägnieren der Kleidung mit ausreichend NoBite, nochmal eine ordentliche Dusche und ausreichend Insektenschutzmittel einpacken. Nach einer Stunde Bootsfahrt kamen wir auch bei unserem Camp an. Ein idyllisches Plätzchen mit Feuerstelle und überdachtem Fort, unter dem wir dann auch später schlafen gingen. Mattheus war sofort mit diversen Dschungel-Aktivitäten beschäftigt. Zuerst einmal, das Wichtigste, ein Feuer machen, für das ich das Holz gesammelt habe 🙂 Unsere Schlafgelegenheiten für diese Nacht, Hängematten mit Moskitonetzen, mussten auch noch befestigt werden. Liam, Christian, Jakob und Lyon versuchten sich im Piranha-Fischen – leider komplett erfolglos. Mattheus hat sich ziemlich darüber lustig gemacht “They are no good fishermen” 🙂 Dann ging es auch schon los mit der Essensvorbereitungen – Reis und gegrilltes Huhn. Mattheus stellte alle Utensilien, außer Kochtopf, selbst aus Bäumen/Pflanzen her – also Kochlöffel, Hühnchenspieße und für uns Mädels jeweils einen Fächer (gaaanz wichtig!). Katrin und ich versuchten uns dann in Flechtübungen, um die “Tischplatte” herzustellen. Wir beide sind kläglich gescheitert (wir haben viel zu kompliziert gedacht), bis Christian übernahm und wir beide dann den kompletten Tisch fertig stellen konnten – wir waren übrigens die ersten, die bei Mattheus das finalisieren konnten, römischer Einser also 🙂 Nach einem grandiosen Abendessen, das Huhn war echt perfekt gegrillt mit wahnsinnig gutem Aroma, tranken wir noch ein bisschen Bier und beobachteten unser “Haustier” für diese Nacht. Einen ca. 4,5 Meter langen Kaiman, der direkt um unsere Boot herum auf sein Fressen lauerte. Der Kopf war sicher einen dreiviertel Meter lang, ein wirklich ausgewachsenes Exemplar, das man nur gerne von der Weite beobachtet. Ja, und dann ging es auch schon um sage und schreibe 21:00 in die Hängematten. Aufgrund der lästigen Moskitos kann man sonst auch nicht so viel machen. Und so ging es auf in eine sehr unruhige Nacht. Die Tiergeräusche, die im Dschungel wirklich sehr laut sind, sind sehr spannend. Es war nicht nur Zirpen und Affengebrüll und Vogelgezwitscher, sonder auch Kriechgeräusche, von Tieren die wohl nicht weit von uns ihr Futter suchten oder auf dem Weg zum Wasser waren. Ich weiß es nicht, aber es war doch recht spooky. Viel schlimmer als diese Geräusche war aber trotzdem die Hängematte. Das ist fix nicht unsere Lieblings-Schlafgelegenheit. Sehr unbequem, wenn man nicht richtig drin liegt und es auch vor allem zu Beginn noch sehr heiß war. Um 5:45 haben Christian und ich dann auch aufgegeben und sind aus unserer Hängematte raus gekrochen. Nach einem Dschungel-Frühstück (harte Eier und Kekse) und einem fantastischen Manaus-Kaffee ging es auf in den neuen Tag.

Manioca & lokale Familien

Vom Camp ging es direkt zu einer einheimischen Familie, wo wir deren kleine Farm begutachten konnten. Mattheus hat uns dort die Herstellung von Manioca gezeigt und uns durch die bebauten Pflanzen geführt: Manioca, Zuckerrohr und Maracuja – nom nom 🙂 Wir wurden dann noch auf einen Kaffee und frittierte Manioca in der Küche eingeladen, was auch gut war. Denn plötzlich ergoss sich der Himmel über uns. Und so mussten wir sowieso etwas ausharren, da bei diesem Wetter niemand fahren wollte.

Und auch an diesem Tag gab es einen Gruppenwechsel – Katrin und Jakob verabschiedeten sich nach Manaus und dafür kamen Catherine und Steffi aus Luxembourg dazu. Die beiden sind übrigens gerade am Ende ihrer 7-monatigen Weltreise mit einer nahezu identen Route wie wir, nur ohne Asien und in die andere Richtung 🙂

Der Tag stand auch komplett im Zeichen von authentischen, lokalen Familien und so ging es um vier los zur Übernachtung bei einer local family. Das war ein Erlebnis der besonderen Art dort. Natürlich, wie zu erwarten, sehr einfach und sehr reduziert. Die Familie hat uns auch herzlich aufgenommen, die Sprachbarriere war hier nur leider doch etwas schwierig. Wir durften quasi im Vorzimmer des Hauses, eine Art Veranda, unsere Hängematten aufbauen. Juhu, noch eine Nacht Hängematte… Das WC war jedenfalls auch wirklich sehr “back to the roots” – es gab zwar eine Kloschüssel, allerdings keine Spülung und auch kein Licht in diesem kleinen Extrahüttchen. Leider musste man, vor allem nach dem erneuten Nachmittags-Starkregen auch durch matschigen Lehm durchwaten, und dies auch noch einige Meter entfernt vom Haus. Natürlich mit Behältern voll mit Flusswasser, um nach zu spülen. Das wäre ja alles noch okay. Aber dann… War Steffi am WC und kam zurück zu mir (ich war gerade draußen eine rauchen) komplett erschrocken und erzählte, dass eine megafette sandfarbene Spinne am Klo sitzen würde. Ich wollte übrigens auch aufs WC, dieses Vorhaben stellte ich kurzzeitig echt in Frage. Aber ja, es ging nicht anders. Also musste Christian mit, um zu fotografieren und auch um, wie von Mattheus vorgeschlagen, die Spinne mit dem Flip Flop zu töten. Wir wussten zu dem Zeitpunkt noch nicht, um welche Spinne es sich handelte. Also auf zur “Mission Spinne töten”. Und da standen wir drin, geschockt und erstarrt von der Größe und Ekelhaftigkeit der Spinne. Einen halben Meter vom Klo und auf Augenhöhe saß sie da, in einer überdimensionalen Größe. Die Idee mit dem Flip Flop erschien dann doch zu simpel für diese Größe… Also Fotos gemacht und ab zu Mattheus, um ihn zu befragen. Auch er war überrascht (er war sich sicher, dass wir wohl alle übertreiben) und meinte: “Oh, a banana spider”. Wir: “Is it poisonous?” und er so “Yes, very poisonous one – I will kill it!”. Ja, und mit diesem wunderbaren, schönen und warmen Gedanken gingen wir um 20:30 in unsere wohl behütete Hängematte. Steffi und mir standen die Haare zu Berge! Und die Angst hoffentlich in der Nacht nicht aufs Klo zu müssen, machte das auch nicht besser. Alternativpläne wurden auch rege ausgetauscht 😉 Während ich das jetzt schreibe, stehen mir übrigens wieder die Haare zu Berge. Brrrr…

Wie von der Familie angekündigt, krähte der Hahn auch pünktlichst um 4:00. Und damit war das unruhige Schlafen dann auch mehr oder weniger vorbei und es dösten alle nur noch vor sich hin, um schlussendlich um 5:30 aufzugeben und aufzustehen. Nach einem einfachen Frühstück gemeinsam mit der Familie ging es dann weiter in den Dschungel. Mattheus zeigte uns dort die Herstellung von Latex aus den entsprechenden Bäumen. Das Paradebeispiel für die Latexherstellung ist natürlich ein Kondom. Christian durfte dann auch noch eines herstellen 😀 Und damit ging die letzte Expedition zu Ende und damit ging es zurück zur Lodge für das letzte gemeinsame Mittagessen. Um 13:30 sind wir gemeinsam mit Liam und auch Mattheus, der jetzt eine Woche wohlverdienten Urlaub hat, nach Manaus aufgebrochen.

Manaus

In der Zivilisation angekommen ging es erstmal in ein schickeres Hotel. Wir waren schon vorher so intelligent zu vermuten, dass wir wohl nach dem Dschungel etwas Luxus vertragen könnten und auch genug Platz zum Wäsche waschen und trocknen brauchen. Den Sonnenuntergang haben wir uns vom Rooftop-Swimmingpool des Hotels angesehen. Auch sehr lässig. In der Nacht sind wir dann noch in die Stadt rein gefahren, um uns das mehr oder weniger einzige Wahrzeichen, die Oper, anzusehen und etwas zu essen. In einer Garageneinfahrt haben wir brasilianische Köstlichkeiten genossen. Danach wollten wir noch unbedingt ein Eis, leider war das dann schon geschlossen 🙁 Aber dann liefen uns zufällig Liam und Joran, beide waren diese Woche auch mit uns im Dschungel, über den Weg. Und somit gab es noch ein paar Runden Bier gemeinsam 🙂 Obwohl wir bereits hundemüde waren, sind wir dann doch erst um 2:00 schlafen gegangen.

Heute haben wir den Vormittag im kühlen Zimmer verbracht mit der Organisation unserer nächsten Trips. Zu Mittag lockte dann doch der Pool, aber nur für kurze Zeit. Wir mussten leider um 15:00 auschecken, da wir ja auf unseren Nachtflug warten (seit 7,5 Stunden übrigens). Wir waren dann zwischendurch in einer großen Shopping Mall, um etwas Zeit zu vertreiben, da die Stadt nicht viel hergibt. Manaus ist aus meiner Sicht extrem abgefuckt und bietet nicht viel. Außerdem war es heute wieder unfassbar heiß. Und somit geht unser Dschungel-Abenteuer zu Ende. Ein “once in a lifetime” Trip, von dem wir wahrscheinlich noch ewig erzählen werden.

Zusammenfassende Highlights können wir gar nicht beschreiben, alle fünf Tage waren ein absolutes Highlight.

Wir haben am Ende noch folgenden Tipp: Wenn ihr von Manaus eine Dschungel-Tour machen wollt, bucht sie lieber hier vor Ort. Wir haben das Doppelte gezahlt als alle, die es hier gebucht haben… Manche sind allerdings auch auf schlechte Agenturen rein gefallen und haben durch das Umbuchen im Verhältnis genau so viel gezahlt wie wir. Daher unbedingt vorher Reviews der Anbieter lesen! Wir können jedenfalls Iguana Tours (wir haben über Bamba Experience/Sta Travel gebucht) wärmstens empfehlen: Iguana Juma Lake Tour

Manaus & Amazonas Tour: 5.-10.6.2017