Nach unserer 15-stündigen Busfahrt kamen wir um 5:45 in Foz do Iguaçu an. Ein Taxi zur Unterkunft hätte uns €20 gekostet und so waren wir auf der Suche nach dem öffentlichen Bus, der uns am Ende für Sage und Schreibe €2 pro Person zu unserem Eco Hostel direkt neben dem Nationalpark gebracht hat. Hat zwar dreimal so lange gedauert – bis 7:45 – aber so haben wir wieder Geld gespart. Wirklich cool war, dass wir auch unser Zimmer sofort beziehen konnten und sogar für diesen Tag ein zusätzliches Frühstück kostenfrei genießen durften. Und wieder Geld gespart 🙂

Nach dem Frühstück waren wir zuerst nicht sicher, ob wir nicht doch ein Nickerchen einlegen sollten, da wir doch recht k.o. waren. Haben uns aber am Ende dagegen entschieden, damit wir gleich am Vormittag den brasilianischen Nationalpark erkunden können.

Parque Nacional do Iguaçu | Brasilianischer Weitblick

Und so machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Nationalpark. Wenn man mal drin ist, gibt es Busse, die einen von Station zu Station bringen. Das ist auch gut so, denn die Hauptstraße im Park umfasst rund zehn Kilometer. Unsere Interesse galt natürlich zuerst den Wasserfällen. Am Ende des Nationalparks gelangt man zu einer 1 km Wanderung bis zu den Cataratas und dem Mirante da Garganta do Diablo. Und sobald man mal beim Startpunkt steht, ist man einfach nur fasziniert und fühlt sich klein, weil Iguaçu unzählige, mächtige Wasserfälle umfasst. Am Ende des Trails gibt es einen 200 m Steg, der einen bis ans Ende des Mirante da Gargante do Diablo bringt. Man befindet sich hier auf mittlerer Höhe der Wasserfälle und wird somit auch ordentlich geduscht 🙂

Nach dem Steg gibt es leider nur noch eine Essensstation und die weiteren 5-6 Trails, die auf der Karte eingezeichnet sind, kosten alle extra und sind recht teuer, da immer ein Guide dabei sein “muss” (aufgrund der dort im Park lebenden Wildtiere, sogar Jaguare gibt es dort). Dies geht aus dem Informationsmaterial nicht hervor und so wurden wir erst nach einer kleinen Wanderung gestoppt als wir den einen Trail machen wollten. Das war dann das Ende für uns im brasilianischen Nationalpark, da wir nicht so viel Geld für Extratouren ausgeben wollten die zum Teil nur sehr kurz sind.

Im ganzen Nationalpark laufen kleine, süße Quatis frei herum, besonders weil sie es auf das Essen der Besucher abgesehen haben. Die sind zwar echt süß, können aber leider auch aggressiv werden bei Hunger und übertragen teilweise Tollwut. Es ist also absolute Vorsicht geboten!

Nach einem Mittagessen bei einem Campingplatz, zu dem wir per “Shuttle” in einer “Klapperkiste” gebracht wurden, sind wir in unser Hostel zurück und wollten Wäsche waschen. Leider war die Waschmaschine, genauso wie im Hostel in São Paulo, kaputt und deswegen war wieder einmal Handwäsche angesagt. Tipp an alle Reisenden: Nicht über Nacht hängen lassen, in der Früh ist die Wäsche so nass als hätte man sie neu durchgespült :p Zumindest zu dieser Jahreszeit wird es offensichtlich recht feucht in der Nacht.

Bei diesem Post halten wir uns zurück, die Wasserfälle kann man am besten mit Bildern beschreiben und nicht mit Worten. Hier also die Fotos von der brasilianischen Seite.

Puerto Iguazu | Argentinische Details

Der nächtse Tag war reserviert für den Grenzübertritt nach Argentinien. Der dauerte leider auch länger als wir dachten. Eigentlich wohnten wir in Brasilien nur 8km entfernt von der Grenze. Also ging es mit dem Bus zu einem Shopping Center, ca. 1,5km von der Grenze entfernt, um dort auf den Grenzbus zu warten. Das dauerte etwas, ca. 45 Minuten bis ein Bus kam, um dann 2 Minuten damit zu fahren 🙂 An der Grenze mussten wir natürlich aussteigen, damit wir auch ordentlich ausreisen. Pass gestempelt und auf den nächsten Bus warten. Der bringt einen zur argentinischen Immigration. Dieser hat wenigstens auch gewartet bis wir alle fertig waren. Sonst hätten wir noch einen vierten Bus gebraucht für eine gesamte Strecke von ca. 13km bis zur Unterkunft 🙂

Im Quartier angelangt kamen die ersten Sprachbarrieren, denn die Dame konnte tatsächlich kein Wort Englisch und wir noch kein Spanisch 😉 Aber mit Händen und Füßen ging trotzdem alles…

Da es bereits Nachmittag war, erkundeten wir nur noch Puerto Iguazu an dem Tag. So gegen 15 Uhr ist das eine Geisterstadt – so gut wie alles hat zu, kaum Autos oder Menschen unterwegs. Die dürften dort immer Siesta haben. Auch der Supermarkt sperrt erst wieder um 16 Uhr auf. Wichtig war, dass wir unbedingt irgendwo Geld abheben, da es zumindest dort üblich ist, alles bar zu zahlen und kaum jemand Kreditkarte akzeptiert. Es waren wie gesagt keine Menschen unterwegs, aber bei der Nationalbank standen ca. 50 Menschen an, um bei einem einzigen Bankomaten Geld zu beheben. Wir sind am Ende zu einer anderen Bank, obwohl wir Gebühren zahlen mussten. Nach einem späten Mittagessen machten wir uns auf den Weg zum Dreiländer-Denkmal. In Puerto Iguazu gibt es einen Punkt, wo man alle drei Grenzflüsse von Brasilien, Paraguay und Argentinien sieht. Das ist schon echt lässig.

Am nächsten Tag ging es dann auch endlich bei wunderschönem Wetter und viel Sonnenschein auf der argentinischen Seite zu den Wasserfällen. Der Touristen-Preis für den Bus und den Nationalpark ist jeweils ca. 5-10 Mal so hoch als für Argeninier, aber was soll’s!? Man ist nur einmal dort.

Und los ging’s über den Green Trail zur Bahnstation, mit der man zum “Devil’s Throat” gelangt. Die Idee hatten alle anderen auch, daher haben wir beschlossen zuerst die Trails zu machen. Wir starteten mit dem Superior Trail, wo man im Prinzip oben bei den Wasserfällen Stege entlang spaziert und so das Schauspiel direkt von oben betrachten kann. Ein wirklich toll ausgebauter und langer Steg, in etwa 1,5 km. Danach ging es weiter mit dem Inferior Trail. Hier arbeitet man sich von Wasserfall zu Wasserfall auf mittlerer Höhe vor. Am Ende kamen wir dann recht direkt zu einem großen, tosenden Wasserfall. Das war schon echt spektakulär!

Ja, und dann war es soweit, dass wir mit dem Zug rauf zum “Devil’s Throat” fahren. Nach noch einmal ca. 1,1 km Auf Stegen gelangten wir zum absoluten Highlight unserer Tagestour. Direkt zur Kante vom “Gargante del Diablo”. Waaaaahnsiinnnn!!! Atemberaubend und einfach nicht in Worte zu fassen! Eine sehr beeindruckende Naturgewalt!

Im argentinischen Nationalpark sind alle Trails und die Bahn im Ticket inkludiert – für €40. Nur die Sondertouren mit den Booten oder Jeeps sind teuer zuzukaufen. Aber es ist wirklich schön ausgebaut und man kann die Umgebung wunderbar erkunden.

Die Killer-Moskitos muss ich auch noch erwähnen. In unserer Unterkunft gab es ganz stille, kleine Mistviecher, die einem in kürzester Zeit mehrmals beißen/stechen, ohne es mit zu bekommen. Die dürften eine Art Serum abgeben, dass man den Biss nicht merkt. Und dann beißen sie auch echt noch Fleisch raus, teilweise gar nicht so wenig. Wir hatten im Dschungel fast keinen einzigen Moskito-Stich und hier plötzlich innerhalb von Minuten acht oder mehr. Das ist jetzt übrigens über eine Woche her und besonders ich habe ganz schlimme Dippel mit riesen Umrandungen, die sehr hart sind und manchmal jucken, dass man durchdrehen könnte. Wir haben mit Antihistaminikum und Cortisonsalbe therapiert, das ist allerdings immer nur für den Moment. Ich hoffe, dass wir keine Narben davon tragen. Naja, andererseits werden wir dann immer an Iguazu denken – quasi statt Tätowieren 😀

Tipp: Wenn man nicht viel Zeit hat und man sich für eine Seite bei den Iguazu Wasserfällen entscheiden muss, würden wir definitiv die argentinische empfehlen. Man kommt viel näher ran und sieht viel mehr Details. Während man auf der brasilianischen Seite ca. nur drei Stunden für eine ausgiebige Erkundung benötigt sind es auf der argentinischen schon etwa sechs Stunden. Auch aus Preis-Leistung-Sicht sieht man in Argentinien mehr als in Brasilien. Wir sind aber froh, dass wir beide Seiten gesehen haben, da wir auch genügend Zeit dafür eingeplant hatten.

Foz do Iguaçu & Puerto Iguazu: 21.-24.6.2017