Nach unserer bisher längsten Busfahrt suchten wir mal unser Hostel auf, um unser Gepäck zu lagern. Da wir herrliches Wetter hatten, sind wir direkt los, um die koloniale Altstadt zu erkunden. Der Hunger war jedoch größer, also waren wir zuerst einmal auf der Suche nach einem günstigen Lokal für Empanadas und ein Salta-Bier. Wir fanden auch ein süßes, kleines Lokal betrieben von einem alten Argentinier, der sehr nett war. Nach dieser Stärkung spazierten wir über den kleinen Hauptplatz “Plaza 9 de Julio”.

Plaza 9 de Julio & Geburtstagsfeier

Der Platz des 9. Juli beherbergt alle wichtigen Gebäude in Salta wie die Kathedrale, das “Museum of High Altitude Archaelogy”, das “Arzopispado Salta”, das Museum der temporären Kunst und auch ein Theater. Wir haben auch das spannende Glockenspiel der Kathedrale erlebt, das tatsächlich von abwechselnd zwei bis drei Glöcknern durchgeführt wird. Und das relativ lange – es war wohl so um eine Stunde mit Pausen. Wir wollten uns dann noch das Museum der Höhen-Archäologie ansehen, da hier Mumien ausgestellt sind, die auf unwirklichen Höhen gefunden wurden. Speziell sind drei Kinder interessant, die abwechselnd ausgestellt werden, da die Konservierung sehr aufwendig ist. Da wir aber nicht mehr sehr viel Bargeld hatten und, wie immer in Argentinien, keine Kreditkarte aklzeptiert wurde, haben wir uns dagegen entschieden. Die Bankgebühren der lokalen Banken in Argentinien sind einfach zu hoch und wir hätten mindestens €50 abheben müssen, die wir wahrscheinlich nicht mehr ausgegeben hätten. Daher haben wir uns letztes Bargeld gespart für die letzten beiden Tage und alles durchkalkuliert.

Für den Abend hatten wir etwas Spezielles geplant: Wir waren zu einer Geburtstagsfeier eines Einheimischen eingeladen. Wie das? Wir waren bereits seit Buenos Aires in Kontakt mit einem Couchsurfer, bei dem wir angefragt hatten. Leider hatte er keine Zeit, um uns zu hosten. Aber er hat uns zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen gemeinsam mit anderen Couchsurfern. Und so waren wir abends in der “Barny Gomes” Bar, einem tollen Lokal mit gutem Bier, guter Musik und einem Billardtisch. Und lernten insgesamt sechs Couchsurfer kennen, fünf aus Argentinien und eine Australierin. Es war ein gemütlicher und lustiger Abend mit ein paar Spanisch-Tipps 🙂 Wir haben auch das Nationalgetränk Argentiniens “Fernet Cola”, Fernet Branca mit Cola gemischt. Fernet ist Jägermeister relativ ähnlich und daher eher bitter. Wir haben bei Philip gekostet, war nicht so unseres. Angeblich mögen die Argentinier das Getränk anfangs auch alle nicht und gewöhnen sich daran 😉 Es trinken jedenfalls sehr viele. Wir blieben beim Bier und verabschiedeten uns gegen 3:00 als Philip, unser Couchsurfing-Freund aus Salta, und Elin, die Australierin noch tanzen gingen.

Chillen bzw. Recherche-Tag

Für den nächsten Tag, der leider stark bewölkt und entsprechend kühler war, haben wir uns für’s Chillen und gegen eine Ganztages-Tour ins Umland entschieden. Es gibt um Salta sehr spannende Möglichkeiten wie Regenbogenberge, Cafayate oder San Lorenzo. Wir glauben jedoch, dass die Touren eher ein Transfer waren mit 20 Minuten Foto-Stop ohne Erklärungen und es sich nicht wirklich ausgezahlt hätte. Das Geld haben wir daher lieber für San Pedro “aufgehoben”. Außerdem mussten wir noch einiges organisieren wie zB das Hostel in San Pedro, das uns vor eine Herausforderung stellte. Denn die waren alle wahnsinnig teuer für 6-Bett-Zimmer ohne Frühstück. Dementsprechend war die Hostelsuche eher mühsam und dauerte weit länger als sonst. Wir wurden aber Gott sei Dank noch auf hostelworld fündig.

Während dem Mittagessen stand noch die Recherche für einen Tour-Anbieter von San Pedro für die Uyuni-Tour auf dem Plan. Man hört tausende Horror-Geschichten über betrunkene Fahrer, keine Abholung etc. Nach zwei Stunden haben wir zwei Anbieter auserkoren, die wir für Tages-Touren und die Uyuni-Tour nutzen wollten. Die waren mit Abstand am besten gerated und hatten sehr gute Reviews.

Nach der langen Recherche schlenderten wir noch über den Markt für Einheimische, wo man einfach alles kaufen kann 🙂 Daneben ist auch die Talstation der Gondel, die auf den Cerro de San Bernardo fährt. Wir informierten uns schon mal über den Preis und ob sie am nächsten Tag, Unabhängigkeitstag – 9. Juli, auch in Betrieb ist. Die Wettervorhersage war für Sonntag, 9.7., deutlich besser. Und ja, sie sollte fahren – also hatten wir auch schon einen Plan für unseren letzten Tag in Salta.

Cerro de San Bernardo

Nach dem minimalen Frühstück in unserem naja eher dreckigen Hostel machten wir uns gleich am Vormittag auf zur Gondel, damit wir einen herrlichen Blick über Salta und die Umgebung genießen können. Wir haben nur die Fahrt hinauf gekauft, da wir hinunter wandern wollten – ist einfacher als hinauf 😉 Wir warteten relativ lange bis wir in eine Gondel steigen konnten, wahnsinnig lange Zeiten zwischen zwei Gondeln – keine Doppelmayr-System 😉 Irgendwann haben wir es aber auch hinein geschafft mit zwei Engländerinnen, die in Argentinien arbeiten und gerade zwei Wochen Urlaub hatten. Die zwei sollten uns nachher noch zwei Mal über den Weg laufen, einmal in Chile und einmal in Bolivien 🙂 Oben angekommen genossen wir mal die wärmenden Sonnenstrahlen und ein paar Kekse sowie die wunderschöne Aussicht. Danach wanderten wir, wie geplant, hinunter. Es war dann auch wirklich so warm, dass wir unsere Trekking-Hosen abzippen konnten 🙂 Wohl das letzte Mal für sehr lange Zeit 😛 Nach diesem fünf-stündigen Trip waren wir natürlich sehr hungrig und haben über TripAdvisor in der Nähe ein tolles Restaurant gefunden. Für unser allerletztes Geld haben wir uns dort viel zu viel bestellt bzw. waren die Portionen sooo riesig, dass wir bis zum nächsten Tag noch satt waren und sogar davon noch ein Frühstück hatten.

Nach unserem aktiven Tag schlenderten wir noch über den Park, wo die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag in vollem Gange waren. Hunderte Stände mit Essen, Kleidung und diversen selbstgemachten Dingen sowie Tanzshows und laute Musik.

Den Abend haben wir noch im Hostel mit Blog-Organisation etc. verbracht. Wir hatten zwar schon ausgecheckt, konnten aber noch Dusche, Küche und Gemeinschaftsräume nutzen. Denn um 1:00 früh ging unser Bus nach San Pedro de Atacama, Chile. Wie immer viel zu früh machten wir uns auch auf den Weg zum Bus-Terminal, voll bepackt mit Proviant, geladenen Handys und MP3-Playern. Aber zu dieser interessanten Fahrt dann mehr im nächsten Blogpost.

Salta: 7.7.-9.7.2017