Nach unserem kurzen Flug über die Anden Boliviens (sehr empfehlenswert) kamen wir in El Alto, einem Vorort von La Paz, hoch oben an. Wir hatten etwas Angst vor der Taxi-Mafia a, Flughafen, vor der wir mehrmals von unterschiedlichen Leuten gewarnt wurden. War dann alles halb so wild – einen Mindestpreis von wohl €10 muss sowieso jeder zahlen. Wir hatten Glück mit €10, die meisten zahlen $20 ins Zentrum.

La Paz | Teil I

Nachdem wir insgesamt nur 1,5 Tage für La Paz Zeit hatten, marschierten wir nach dem Check-In auch gleich los. Für unseren ersten Halbtag war eine Gondelfahrt geplant. La Paz befindet sich ja zwischen 3100 bis 4200 Metern, das sind schon ein paar Höhenmeter, die überwunden werden müssen. Und so gibt es derzeit vier Gondeln als öffentliche Verkehrsmittel. Übrigens Doppelmayr-Technologie 🙂 Für nicht einmal €0,50 für eine Fahrt nutzten wir also die Gelegenheit La Paz von der Gondel aus zu bewundern und oben angekommen wohl den größten Markt Südamerikas (mit 40.000 Ständen!). Die Fahrt war für mich nicht so angenehm, da es doch recht hoch ist und ich mich nicht sehr wohl gefühlt habe… Obwohl es österreichische Technologie ist. Aber ja, so ist das nun einmal. La Paz ist jedenfalls von oben sehr beeindruckend, denn die Stadt ist in einem Talkessel eingebettet und hoch hinauf gebaut. So etwas sieht man nicht alle Tage und war sehr neu und spektakulär für uns. Die Stadt El Alto ist auf der westlichen Hochebene von La Paz entstanden, die mit knapp 850.000 Einwohnern (2012) inzwischen größer ist als La Paz! Dort befindet sich auch der internationale Flughafen, wo wir gelandet sind. Und für die meisten Menschen eine enorme Herausforderung ist, wenn man nicht gerade schon ein paar Wochen auf die Höhe akklimatisiert ist. Noch ein Fakt am Rande: La Paz ist der Regierungssitz von Bolivien, aber nicht die Hauptstadt – wie wahrscheinlich jeder vermutet (wie auch wir).

Nun wieder zum Markt, der war riesig, natürlich mit wahnsinnig vielen Menschen. Er ist in unterschiedliche Sektionen eingeteilt – einmal standen wir mitten in Autoteilen, einmal in diversester Kleidung etc. Im Prinzip alles, was man sich nur so vorstellen kann. Dort haben wir übrigens die wohl größten Erdnüsse unseres Lebens gesehen, gigantisch. In einer Erdnusshülle sind bis zu fünf Nüsse drin – Wahnsinn!

Da wirklich sehr viel los war, mussten wir dann tatsächlich etwa 25 Minuten warten bis wir in einer Gondel hinunter saßen. Eine Linie kann übrigens bis zu 3000 Personen pro Stunde befördern, ist also schon wahnsinnig schnell.

Wieder unten angekommen schlenderten wir noch, nach einem Grillhuhn-Snack, durchs Zentrum, dabei sind wir über einen großen Souvenir-Markt und den Hauptplatz mit der Kathedrale geschlendert. Am Weg dorthin haben wir übrigens Elin aus Australien zufällig auf der Straße getroffen, sie haben wir in Salta in Argentinien kennen gelernt. Das ist einfach super lustig, wenn man Reisende immer wieder trifft – die Welt ist halt doch ein Dorf 😉 Als nächstes spazierten wir zum Platz, wo sich das Präsidentenhaus, eine Kirche und andere schöne alte Gebäude befinden. Zufällig kamen wir genau zum „Flaggen-Abhang“ dort an – ist wie in vielen Ländern mit einer militärischen Tradition verbunden. Das haben wir uns natürlich auch näher angesehen, obwohl auf diesem Platz Millionen von verrückten Tauben unterwegs waren. Der Tag war bereits sehr anstrengend, daher war einmal ein Kaffee und ein ordentliches Stück Torte fällig. Wir haben Gott sei Dank am Weg ein tolles Café entdeckt, das auch so vielversprechend war wie es aussah.

Da wir für die nächsten beiden Tage via “Bolivia Hop” Copacapana/Isla del Sol gebucht hatten und uns der Bus bereits um 6:30 abholen sollte, gingen wir früh ins Bett.

Copacapana & Isla del Sol

Das Hostel war so nett und hat uns sogar für 6:15 ein simples, schnelles Frühstück zur Verfügung gestellt, sodass wir unseren vierstündigen Transfer mit etwas im Magen antreten konnten. Gegen 6:45 ging es auch wirklich los, erstmal nach Copacapana. Das ist übrigens die originale Copacapana, der Strand in Rio wurde in Anlehnung an diese in Bolivien benannt. Copacapana befindet sich auf der bolivianischen Seite des Titicaca-Sees und auch der Weg führte uns einmal quer über den See. Sehr abenteuerlich! Der Bus musste einmal in einer Art Floß über einen kleinen Abschnitt, wo es keine Straße bzw. Brücke gibt. Die Passagiere werden mit einem kleinen Boot übersetzt. Danach ging es über kurvenreiche Straßen in das kleine Städtchen Copacapana. Mit Bolivia Hop haben wir auch gleich den Boots-Transfer zur Isla del Sol mit gebucht, was sehr praktisch war.

Ein paar Nebenfakten: Wir konnten mit dem Bus nicht zum üblichen Bus-Stop in Copacapana fahren, da es einen Streik gab. Welcher genau wissen wir nicht. Und auf der Isla del Sol wird derzeit der Norden für Touristen blockiert. Der Norden und der Süden der Insel bekriegen sich ziemlich heftig, zerstören sich sogar mit Dynamit Inka-Tempel und so Sachen. Ziemlich heftig!

Wir hatten jedenfalls Glück, dass das Boot zur Isla del Sol fuhr. Die Fahrt dauerte gefühlt ewig, aber war auch ganz schön. Das erste Mal am Titicaca-See mit diesem unglaublich einzigartigen dunkelblauen Wasser. Auf der Isla del Sol hatten wir etwa eine Stunde Zeit, um eine Wanderung von einem südlichen Punkt zum nächsten Ort zu machen. Vorbei an Inka-Tempeln, Feldern und auch sehr schönen Häusern. Und mit einer unglaublich schönen Aussicht. Das Zeitfenster war jedenfalls durchaus knackig, auf der Höhe geht es sich nicht so schnell wie sonst. Und der Beginn war zudem noch recht steil – wir sind auch wie immer darauf los gestapft. Aber nach ein paar Metern merkt man, wie schnell einem die Luft ausgeht und wir auch etwas langsamer gehen sollten. Es war jedenfalls ein schöner, kleiner Ausflug auf die Isla del Sol. Wir dachten jedoch, dass wir insgesamt vier Stunden Zeit haben werden und nicht nur eine Stunde. Bei den vier Stunden waren drei Transfer-Zeit inkludiert. Aber ja, so sind wir wieder zurück nach Copacapana, wo wir auch eine Nacht verbrachten.

Ein kleines, sehr touristisches Örtchen, das im Prinzip nicht viel her gibt. Aber wir haben uns einen schönen Sonnenuntergangs-Platz in einem Restaurant gesucht, wo wir uns mit einem guten Bier verwöhnten und den schlechtesten Pommes unseres Lebens als Snack 😉 Ein kleines Abendessen gönnten wir uns noch in einer Pizzeria betrieben von einer alten Bolivianerin. Die macht aber wirklich sehr gute Pizza. In dem Restaurant haben wir uns auch total nett und lange mit einem Schweizer Pärchen unterhalten, die am Nebentisch saßen. Nachdem man sonst nicht viel in diesem verschlafenen Örtchen machen kann, sind wir dann auch recht früh ins Bett.

Den nächsten Tag hatten wir noch bis 18:00 Zeit bis unser Bus nach La Paz zurück ging. Wir spazierten nach dem sehr simplen Frühstück über die Märkte und Straßenstände und den Hauptplatz, wo offensichtlich gerade der Turnunterricht der Schulen stattfand. Am Hauptplatz steht auch die Kirche Copacapanas, wo zu dieser Zeit täglich so eine Art Prozession stattfand. Beginnend von der Kirche durch die ganze Stadt zogen mit traditionellen Gewändern bekleidet Frauen und Männer und tanzten. Hinter den Tänzern marschiert die Kapelle mit diversen Blasmusikern. Das war jedenfalls sehr spannend zu Beobachten.

Nach diesem Spaziergang setzten wir uns in ein nettes Café Restaurant, wo wir letzten Endes mehrere Stunden verbrachten. Dort haben wir insgesamt drei Blogbeiträge erstellt und bearbeitet 😉

Danach sind wir noch einmal zum Strand hinunter spaziert, der – naja – als Strand nicht wirklich bezeichnet werden kann. Aber ja… Wir haben dann unsere Sachen aus dem Hotel geholt und haben beim “Weißen Anker” auf unseren Bus gewartet, welcher letzten Endes fast eine Stunde später abfuhr als geplant. Damit muss man in Südamerika immer rechnen. Wir haben uns im Bus dann mal gemütlich die zweite Folge “Game of Thrones” (7. Staffel) angesehen, wir haben leider unterschätzt, wie schlecht einem dabei wird, wenn die Straße sehr kurvenreich ist. Nachdem wir dann wieder den kleinen Wasserabschnitt überquert haben, versuchten wir aber zu schlafen. Christian ging es aber zunehmends schlechter, er hatte schlimme Magenschmerzen.

La Paz | Teil II

Gegen 23:30 kamen wir dann endlich in unserem Hostel in La Paz an, wo wir nur noch ins Bett gefallen sind. Diese Busfahrten zehren ziemlich an der Energie und auch an den Nerven… Christian ging es zudem nicht besser.

Am nächsten Morgen war Christian nach wie vor nicht in gutem Zustand. Der Tagesplan wurde daher umgestellt von Sightseeing auf Hotelwechsel und Bettruhe. Das Hotel mussten wir wechseln, da wir an diesem Tag abends unser Gruppentreffen für die Peru g adventures Tour hatten. Wir waren aber so intelligent, dass wir unser voriges Hostel gleich ums Eck gebucht hatten und nur drei Minuten Fußweg hatten.

Ja und so verbrachten wir den Tag im Zimmer, damit sich Christian ordentlich auskurieren konnte. Denn eine geführte Gruppenreise ist krank wirklich nicht lustig – da kann man nicht einfach mal zwei Tage irgendwo anhängen.

Um 20:00 war es dann auch so weit, dass wir unsere Gruppe und unseren Guide Henry kennenlernten. Wir sind eine zehnköpfige Gruppe: Sechs Engländer, eine Australierin, ein Deutscher und wir zwei. Das Gruppenmeeting war rein organisatorisch mit einigen Informationen. Und am nächsten Tag um 7:30 ging es auch schon los Richtung Peru – übrigens muss man dazu über Copacapana fahren. Wir sind also diese Strecke nochmals gefahren. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag.

La Paz & Copacapana: 23.7.-27.7.2017