Cusco – das Tor zum Sacred Valley und einer unglaublich großartigen Inka-Kultur. Die Vorfreude war bereits bei allen sehr groß, immerhin kam Machu Picchu immer näher. Aber davor wurde während der Busfahrt noch heiß diskutiert, ob bzw. wann wir den Rainbow Mountain Trek machen sollten. Alle bis auf Ashley wollten den Trek auch machen – die große Frage war nur, vor oder nach den bevorstehenden Treks der anderen (Inka Trail oder Lares Trek). Am Ende wurde entschieden, dass wir gleich am nächsten Tag den Trek starten sollten. Nach unserer Ankunft in Cusco wurden vier Tour-Anbieter abgeklappert, um alle Details zu klären, da G Adventures diesen Trek nicht mit einem Partner anbietet. Da die Tour bereits um 3:30 in der Früh startet, war nach dem Abendessen in Jack’s Café auch Schluss für diesen Tag.

Rainbow Mountain

Ohne zu rauchen startete für mich bzw. uns der Tag um 3:00, denn der Trek geht 6 Kilometer 500 Höhenmeter hinauf auf knapp über 5000 Meter. Das wird die Luft schon mal sehr dünn, also musste ich meinen Sauerstoff im Blut “sparen” 😉 Zuerst ging es aber von Cusco über drei Stunden südwärts, um ein Frühstück bei Minusgraden einzunehmen, das aber durchaus in Ordnung war. Danach ging es noch ein Stück mit dem Bus weiter – über enge Straßen direkt die Berge entlang. Heißt teilweise ging es links oder rechts einfach weit hinunter. Zu viel nachdenken durften wir da nicht… Aber wir sind heil auf 4500 angekommen, um dort auch direkt los zu wandern. In unserer Gruppe waren noch etwa 80 (!) andere, wir sind also in unserer Kleingruppe zusammen marschiert. Das Zeitfenster von dem Touranbieter war leider sehr tough – Hinaufwandern ca. 2,5 Stunden, bisschen die Aussicht genießen und dann recht flott wieder hinunter, damit der Bus nicht ohne uns fährt.

Nachdem wir dann noch ziemlich viel Zeit beim WC-Stopp des Großteils unserer Gruppe und des Ticketkaufs verloren haben, wurde das Zeitfenster leider nur kleiner. Aber ja, wir sind einfach mal drauf los gewandert, der Weg schaute eigentlich nicht so schlimm aus… Aber der Sauerstoff wird tatsächlich immer weniger und ich persönlich habe das wirklich stark gemerkt. Man geht zehn Schritte und ist komplett außer Atem, der Weg war bergauf, aber nicht mega steil. Aber es fühlte sich aufgrund der Höhe wie ein unglaublich steiler Weg an. Trotz allem war die Landschaft einfach wunderschön, Gletscher zu Rechten und am Horizont konnte man den Regenbogenberg schon erahnen, vorbei an Llamas und vielen Pferden, die mit ihren Besitzern mehr oder weniger mit einem Wanderer am Rücken hinauf liefen. Auf etwa 4920 Meter oder so war es jedenfalls so weit, dass ich eines der vielen Pferde in Anspruch nehmen musste. Es war im Prinzip nur noch ein kleines Stück bis zum einzig wirklich steilen Anstieg (der nur klarerweise nur ohne Pferd möglich ist), aber die Luft wurde sehr dünn und die Zeit sehr knapp. Ein Genuss war es dann de facto wirklich nicht mehr… Zum spätestmöglichen Zeitpunkt nahm ich also für etwa sieben Minuten ein Pferd, auf dessen Rücken ich eine wohltuende Pause einlegen konnte, denn das steilste Stück stand uns noch bevor. Auf meine Mitreisenden wartete ich auch nicht lange, die steckten das Wandern auf dieser Höhe relativ gut weg. Ja und so ging es das allerletzte Stück mit mehreren Pausen hinauf und dann war er da – dieser unglaublich schöne Ausblick auf den Regenbogenberg. Hier war definitiv nicht der Weg das Ziel, sondern das Ziel der Weg 🙂

Wir genossen die Aussicht von 5005 Metern, bis zum Gipfel von 5028 Metern sind wir dann nicht mehr hinauf. Die Beine waren müde und der Wind war bitterkalt, obwohl es unfassbar schön sonnig war. Nach einigen Minuten des Genusses ging es auch schon wieder abwärts. Wir machten dann nach dem steilen Abstieg alle zusammen eine kurze Pause und da kam auch schon unser “Tour-Guide” und meinte, wir sollten uns beeilen… Naja, also Genuss und Pause ist anders. Aber ja so ist das. Auch das hinunter wandern war dann de facto sehr anstrengend, da wir einfach merkten, dass die Beine unglaublich müde waren, und immer wieder jemand stolperte. Es war also oberste Vorsicht geboten, die anderen hatten ja zwei Tage später ihre Trek-Starts. Aber wir haben es geschafft und sind mega müde und erschöpft als Erstes am Bus angekommen. Und da habe ich dann auch meine Sieger-Zigarette geraucht 🙂 Als dann endlich alle im Bus waren, ging es zurück zum Frühstücks-Ort, wo bereits das Mittagsbuffet auf uns wartete. Überraschenderweise war das sogar extrem hübsch hergerichtet und auch wirklich sehr gut (von einem ehemaligen Inka-Trail-Koch). Nach dieser wohlverdienten Stärkung ging es noch über drei Stunden wieder retour nach Cusco, wo wir nach einer Dusche, einem Abendessen im höchsten Irish Pub der Welt und dem besten Eis Südamerikas (Cucharitas) alle nur noch ins Bett gefallen sind.

Summa summarum sollte man, je nach seinen Ansprüchen, darauf aufpassen, welche Tour man bucht. Denn es wäre für uns ein viel schöneres Erlebnis gewesen, wenn wir mehr Zeit gehabt hätten und uns nicht ohne wirkliche Pausen hinauf stressen hätten müssen.

Ollantaytambo & Sacred Valley

Gut, dass der Transfer nach Ollantaytambo erst für 11:00 an diesem Tag anberaumt war. So konnten alle etwas länger schlafen und vor dem Check Out ein spätes Frühstück genießen. Man merkte jedoch auch die Anspannung der Anderen, denn am nächsten Tag sollte es für sie mit den Treks losgehen. Und niemand weiß vorher wirklich, was einem erwartet. Dieses Mal hatten wir sogar einen privaten Mini-Bus, der uns bequem nach Ollantaytambo brachte. Ein herrlich kleines Örtchen im Sacred Valley (oder auch Río Urubamba Valley) mit gut erhaltenen Inka-Stätten. Wir bezogen unser wirklich sehr nettes, kleines Hotel, hatten ein feines, kleines Mittagessen und konnten bis 16:00 im Hotel-Garten bei Sonnenschein entspannen. Das recht gut erhaltene “Storehouse” der Inkas (weit oben am Berg) sollte erkundet werden – dazu ist kein Ticket nötig, nur eine kleine Wanderung, die es aber wieder einmal in sich hatte 😉 Als wir oben ankamen legte sich die Sonne mit einem wunderschönen Licht über den kleinen Ort und bot einen wunderschönen Blick. Da der Weg etwas steinig und damit teils auch etwas gefährlicher war, wird der Weg vor Sonnenuntergang geschlossen. Daher mussten wir uns dann auch schon beeilen, damit wir zeitgerecht unten ankamen.

Für das Abendessen teilten wir uns auf, da manche der Trekker bereits um 18:30 essen wollten. Wir allerdings echt noch keinen Hunger hatten. Also sind wir etwas später mit Mark, Faye und Mikey Pizza essen gegangen und hatten wahnsinnig viel Spaß.

Am nächsten Tag ging es für die Trekker gegen 7:45 los – wir sind sogar extra aufgestanden, um sie zu verabschieden. Christian und ich haben uns ja für den Cusco Stay entschieden, da die Permits für den Inka Trail bereits bei unserer Buchung im Februar ausverkauft waren.

Für uns gab es dafür das kleine Sacred Valley Besucher-Ticket, von dem wir am Ende nur eine Stätte besucht haben. Aber das ist eine andere, lange und organisatorische Geschichte – da will ich jetzt nicht ausholen.

Gegen 10:00 wurden wir vom Hotel abgeholt, um danach noch zwei G Adventures Reisende und unseren Guide für diesen Tag abzuholen. Und so ging’s los, ohne dass wir genau wussten, was uns eigentlich erwarten würde. Aber unser Guide, dessen komplizierten Namen wir leider vergessen haben, war exzellent – ein Uni-Professor, der nebenbei auch als Touristen-Guide arbeitet. Er fährt auch nicht gerne zwei Mal den gleichen Weg, daher sind wir einen “offroad” Weg im Sacred Valley gefahren. Von einem tollen Aussichtspunkt hatten wir einen fabelhaften Blick über das nahezu komplette Tal, die Gletscher, Berge, bewirtschaftete Felder und Häuser. Unser Weg führte uns dann weiter zu “Moray” – das sind große kreisförmige Terrassenfelder, wo die Inka getestet haben, bei welchen Temperaturen welches Getreide etc. besser gedeiht. Ein sehr intelligentes System und vor allem sehr groß angelegt. Danach ging es zu den “Salinas de Maras”, riesigen Salinenfeldern, das salzige Wasser kommt dafür aus dem Berg – niemand weiß, woher genau. Die Umgebung ist auch recht grün und komplett anders als zuvor – quasi ein Mikroklima.

Eigentlich hatten wir noch mit unserem Guide vereinbart, dass wir am Weg nach Cusco Chinchero auf eigene Faust erkunden, da das für ihn leider nicht am Programm stand, es aber am Weg lag. Leider musste aber unser Fahrer bereits wen anderen abholen, sodass das am Ende ins Wasser fiel. Und so ging es nach den Salinen zurück nach Cusco, wo wir den restlichen Tag nur noch etwas durch Cusco spazierten und gemütlich essen waren (Lokal-Tipp: Selidonia’s Mesa).

Cusco

Für unseren eigentlich einzigen Cusco-Tag gab es eine inkludierte Walking Tour mit unserem Uni-Guide vom Vortag. Gestartet wurde am Plaza San Francisco (den gibt’s übrigens in tatsächlich jeder Stadt in Südamerika ;)) weiter zum San Pedro Lebensmittelmarkt, durch den wir ausgiebig durch spazierten und ausführliche Erklärungen bekamen. Zu lokalen Essgewohnheiten, spirituellen Ritualen und exotischen peruanischen Früchten. Die Märkte sind jeweils in Sektoren aufgeteilt – Fleisch, Brot, Gemüse, Obst. Weiters gibt es auch einen Bereich, wo klassische Suppe für’s Frühstück angeboten wird oder andere Köstlichkeiten. Uns wurde empfohlen an diesem Tag nicht zu kosten, da uns das Highlight Machu Picchu noch bevor stand und wir sicherheitshalber nichts riskieren sollten…

Nach dem kulinarischen Teil ging es weiter zum kulturellen Teil – wir besuchten mehrere Inkamauern, die nahezu von den Spaniern zerstört wurden, aber auch welche, wo es unmöglich war, man aber noch immer die Spuren der Versuche ausmachen kann. In Cusco findet man fast überall Inka-Mauern, viele bzw. die meisten dienen als Fundament für Hotels, Kirchen, Häuser oder offizielle Gebäude. Die Tour endete im Schokomuseum, wo wir Schokotee, diverse Liköre und heiße Schokolade kosten durften. Nach den nahezu drei sehr spannenden Stunden verabschiedeten wir uns in einen gemütlichen Nachmittag, reserviert für Blog und Fotosicherung.

Am Abend haben wir uns entschieden in eines der Top-Lokale in Cusco zu gehen und unser Glück ohne Reservierung zu versuchen – und wir hatten Glück, wir haben einen Tisch für zwei bekommen und wurden wie in einem Sterne-Restaurant in Europa betreut. Berühmt ist das “Uchu Peruvian Steakhouse für seine Steaks. Wir haben beschlossen, eine Vor- und Hauptspeise zu teilen, da wir meistens damit genug hatten. Wir bestellten klassische “Papas rellenas” (Gefüllte Kartoffel mit Fleisch und guten Gewürzen) und eine Steak-3er-Kombi “Alpaca, Lamm & Rind”. Die Vorspeise war bereits himmlisch und viel versprechend, aber wir waren natürlich am meisten auf das Fleisch gespannt. Und dann kam es – auf einem heißen Stein noch brutzelnd serviert, nur kurz angebraten, damit es noch am Stein weiter durchziehen kann. Alle drei waren unglaublich lecker und wir waren wirklich im Steak-Himmel! Die Nachspeisen am Nachbartisch haben wahnsinnig kreativ und lecker ausgesehen, aber wir hatten definitiv bereits genug mit unseren beiden Speisen. Nach diesem fantastischen Essen ging es nach einem kurzen Spaziergang und wieder einmal einem Eis im Cucharitas zurück ins Hotel, denn am nächsten Tag sollte es wieder einmal nach Ollantaytambo gehen, aber dieses Mal dann noch weiter Richtung Aguas Calientes / Machu Picchu… Da das natürlich eines der Highlights in Peru war, wird das ein eigener Post.

Cusco & Ollantaytambo: 30.7.-4.8.2017