Endlich war es soweit… Machu Picchu kam mit schnellen Schritten näher… Zuerst mussten wir aber mal wieder nach Ollantaytambo fahren, um von dort mit der berühmten Peru Rail nach Aguas Calientes zu fahren. Eineinhalb Stunden durch die schöne Landschaft – neben einem Fluss, Berge, Gletscher und Dschungel. Eine wunderschöne Zugfahrt, die im hektischen und belebten Aguas Calientes endete. Der Massentourismus ist hier definitiv angekommen… Quasi nur Touristen, Restaurants und Hotels zu sehen. Und die kleinen Busse, die ständig zu Machu Picchu hochfahren.

Darauf mussten wir noch einen Tag warten und zuerst sowieso noch auf die Lares Trekker, die mit einem späteren Zug nach Aguas Calientes kamen. Wir haben uns einstweilen die Wartezeit in einer Reggae Bar mit Bier und Billard spielen verkürzt ?
Und abends kamen auch schon die anderen, müde und fertig vom anstrengenden Trek. Zuerst war eine Dusche für alle fällig und dann ging es zum gemeinsamen Abendessen – in ein überteuertes Restaurant… Aber ja, das war zu erwarten, dass im Vorort zu Machu Picchu alles teurer und extrem touristisch sein würde… Hat sich mittlerweile ja herum gesprochen, dass Machu Picchu nun eines der neuen Weltwunder ist.

Machu Picchu
Der Wecker läutete um vier Uhr früh, denn wir wollten uns um etwa 5:15 für den Bus nach oben anstellen. Der Busverkehr startet um 5:30, da die Brücke hinüber zum Machu Picchu bis dahin nachts gesperrt ist. Im Endeffekt warteten wir 1,5 Stunden, bis wir endlich in den Bus steigen konnten. Leider versprach der Blick hinauf auf den Berg nichts vielversprechendes… Die Bergspitze war komplett in Wolken gehüllt, wir waren hier ja auch im ‚cloud forest’… Naja, wir hofften mal das Beste.

Nach einer halben Stunde Busfahrt durch die Serpentinen waren wir endlich da und standen vor den Toren von Machu Picchu voller Vorfreude und Hoffnung. Nach dem Machu Picchu Stempel im Reisepass sollte es auch endlich wirklich los gehen. Und so stapften wir los, gleich mal links den Zirkel entlang, um den obligatorischen Aussichtspunkt zu besuchen… Am Weg nach oben trafen wir auch den Rest unserer Gruppe, dir via den Inka Trail an diesem Morgen am Sonnentor von Machu Picchu ankamen. Nach der kurzen Plauderei und der Bestätigung, dass wir nichts sehen werden, gingen wir trotzdem weiter… Und kamen im dichten Wolkennebel oben an. Wir haben genau nichts von Machu Picchu gesehen, wir hätten überall sein können… Die Frustration war enorm, ich hatte Tränen in den Augen, weil ich mir nicht sicher war, ob wir eines meiner persönlichen Highlights der Weltreise überhaupt sehen werden. Unser Guide versicherte uns, dass die Wolken gegen 10 Uhr verschwunden sein werden. Wir hofften mal das Beste, wirklich glauben konnten wir es nicht, da nicht einmal ein Hauch von Wind vorhanden war, der die Nebel weg pusten hätte können… Um nicht nichts zu machen, wanderten wir zur Inka Bridge. Es war eine halbstündige Wanderung durch den Dschungel im Nebel. Die Wanderung und die ‚Ausblicke‘ hatten etwas sehr Mystisches. Es war also trotz der schlechten Sicht magisch und irgendwie schön.
Die Inka Bridge selbst war, soweit wir es richtig verstanden haben, nur ein Bau von Archäologen, um eine Lücke im Bergweg zu überwinden. Quasi ein Brett, über das ich nicht laufen würde. Es geht einige hundert Meter hinab… Also für mich eigentlich eher ein Touristen Nap, aber ja… Nach einer kurzen Geschichtspause, wo wir einiges über die Inkawege und die Kommunikation erfahren haben, ging es wieder retour. Wir suchten uns einen Platz nahe des Sonnentempels, um die ganzen Geschichten, die Historie etc. zu erfahren… Währenddessen lichtete sich auch der Wolkennebel und irgendwann war es wirklich soweit, dass wir mehr oder weniger freie Sicht hatten. Zuerst war aber noch die guided tour, damit wir danach noch selbst genießen und herum spazieren konnten. Wenn man wieder zu dem Aussichtspunkt hinauf will, muss man nur leider das Gelände verlassen, um nochmals hinein zu gehen. Ein einmaliger Wiedereintritt mit dem Ticket ist Gott sei Dank dabei. Also noch einmal alles von vorne, raus, rein und hinauf… Und endlich standen wir da mit einem atemberaubenden Blick über Machu Picchu. Wir verweilten eine Weile, um natürlich Fotos zu machen und diese Aussicht in unseren Gehirnen fest zu brennen. Denn das ist ein einmaliges Erlebnis und man spürt richtig die Stärke, die dieser Ort ausstrahlt. Man muss sich mal vorstellen, wie die Inka diese prachtvolle Stadt von dieser Größe auf dieser Höhe auf einem Berg gebaut haben mussten. Ein unglaublicher Gewaltakt! Es war jedenfalls ein extrem magischer Moment diesen Anblick zu genießen. Zudem war für mich das Bewusstwerden, dass wir die Chance haben, eines der neuen Weltwunder wirklich zu sehen und zu erleben, sehr einprägsam. Und natürlich wurde für mich einer meiner lang ersehnten Reiseträume wahr. Ein magischer Moment!

Für unsere neu gewonnenen schottischen Freunde Faye und Mikey war es ein noch magischerer Moment, denn Mikey machte Faye vor dieser unglaublichen Kulisse, fast am Ende ihrer dreimonatigen Südamerika-Reise, einen Heiratsantrag… Faye hat auch JA gesagt ? Wir waren leider nicht dabei, denn die beiden waren in der Inka Trail Gruppe und hatten einen anderen Guide. Als wir sie beim Bus getroffen haben, war Faye jedenfalls komplett von den Socken und berichtete uns sofort von dem Ereignis und zeigte uns den funkelnden Ring. Eines war somit fix: Am Abend wird in Cusco gefeiert ?

Mit dem Bus ging es dann wieder hinunter nach Aguas Calientes für ein gemeinsames Mittagessen, auch mit den Trek Guides. Zuerst wurde aber mal mit einem Pisco Sour auf die frisch Verlobten angestoßen. Katie und Emma haben in der Wartezeit auf den Zug noch ein Liebesschloss organisiert, das die beiden noch auf einer Brücke in Aguas Calientes befestigten und das Schloss in den Fluss warfen. Eine schöne Idee!

Komplett fertig und müde bestiegen wir dann alle den Zug retour nach Ollantaytambo. Wir versuchten zuerst noch Karten zu spielen, aber es waren einfach alle zu müde, also war Zeit für ein Nickerchen ? Mit dem Minibus ging es danach wieder mal von Ollantaytambo nach Cusco (für Christian und mich bereits zum zweiten Mal).

Cusco again
Trotz aller Müdigkeit war es jedenfalls trotzdem fix, dass wir feiern gehen würden. Von G Adventures bekamen wir in einer Disco auch ein Freigetränk. Und so stießen wir auf die beiden an und tanzten. Einige sind dann um Mitternacht k.o nach Hause, wir organisierten uns noch Bier und tranken im vorgelagerten Park des Hotels noch weiter. Auch Henry, unser Guide, war dabei und organisierte uns sogar noch Bier Nachschub ?

Erst gegen 4 Uhr früh sind wir dann komplett fertig ins Bett gefallen… Gott sei Dank konnten wir den nächsten Tag selbst frei gestalten und somit auch länger schlafen – das taten wir auch. Nach einem späten Frühstück in Jack’s Café sind wir noch einmal in den San Pedro Markt, um diesen den anderen zu zeigen. Und danach waren wir nochmals Souvenirs shoppen am großen Inka Markt. Der letzte Einkauf für die geplante Überraschung zu Hause: Mark, unser lieber Mitreisender schickt Souvenirs von Deutschland nach Hause – günstiger und schneller ?

Abends gingen wir zu fünft mit Faye, Mikey und Mark gemeinsam Abendessen… Um leider dann mit den beiden frisch Verlobten ins Krankenhaus zu fahren… In der Beilage waren versteckte Erdnüsse drin und beide sind allergisch darauf. Die Krankenhaus Story erspare ich im Detail, es dauerte jedenfalls ziemlich lange und wir mussten mit ihnen in zwei Krankenhäuser. Gegen 2 Uhr früh waren sie dann nach den richtigen Injektionen wieder im Hotel und wir erleichtert. Wir machten uns wirklich große Sorgen, Gott sei Dank ging dann alles gut!

Am nächsten Tag mussten wir bereits am Vormittag auschecken und warten bis 18:30, eine Nachtbusfahrt nach Arequipa stand am Programm. Im Prinzip haben wir nicht mehr wahnsinnig viel gemacht. Ja und so ging es abends zum Bus Terminal in Cusco…

Aguas Calientes, Machu Picchu & Cusco: 4.8.-6.8.2017