Die Reise von Quito nach Cartagena dauerte länger als geplant. Bei unserem Zwischenstopp in Bogota hatte unsere Maschine einen technischen Defekt. Also ging es drei Stunden verspätet nach Cartagena, sodass wir dort nur noch Abendessen waren. Zudem hatte sich Christians Verkühlung verschlimmert, also ging es zügig ins Bett. Gott sei Dank aber in einem klimatisierten Zimmer, denn in Cartagena ist es super heiß und schwül ?

Cartagena
Den nächsten Tag verbrachten wir mal bis zum frühen Nachmittag im Bett, damit Christian sich ordentlich auskurieren konnte. Aber dann spazierten wir in die wunderschöne Altstadt Cartagenas, eine tolle Kolonialstadt mit bunten Häusern und einer immensen, gut erhaltenen Stadtmauer rundherum. Man ist sofort in einer anderen Welt. Wir haben das bunte Treiben, die Architektur, ein sehr gutes, erfrischendes Frozen Yoghurt und die super freundlichen Menschen sehr genossen. Sehr groß ist die Altstadt nicht, man kann den Großteil gemütlich in vier Stunden erkunden. Danach ging es in den Supermarkt, um fürs Abendessen einzukaufen, es gab wieder einmal selbst gekochte Carbonara 🙂
Der nächste Tag wurde für Christians weitere Regeneration und Reiseorganisation genutzt. Denn wir hatten noch keine konkrete Planung für Kolumbien, aber wahnsinnig viele Ideen. Da wir uns aber bereits am Tag zuvor für den Segeltrip nach Panama angemeldet hatten, hatten wir ein limitiertes Zeitfenster. Es war schnell klar, dass wir nicht alles sehen werden, was wir gerne wollten – dafür war die Zeit zu kurz… Aber wir buchten einmal für die nächsten Tage ein Hotel in Taganga, nicht weit vom Tayrona Nationalpark.
Nachmittags trafen wir den ersten Österreicher nach über zwei Monaten. Patrik war auch in unserem Hostel und wir machten uns auch gleich gemeinsam auf den Weg zu der Stadtmauer für den Sonnenuntergang. Natürlich gerüstet mit Bier ? Wir tauschten die ‚obligatorischen‘ Reise Geschichten aus, Patrik war bereits drei Wochen in Kolumbien und erzählte uns alle Details und seine Erlebnisse. Den restlichen Abend verbrachten wir im Hostel mit Kochen, Plaudern und Packen.

Taganga & Tayrona Nationalpark
Mit dem Transportunternehmen MarSol ging es nach Taganga. Die Bewertungen waren eher durchwachsen, aber es war eine direkte Verbindung. Am Tag zuvor haben wir nur mit bekommen, dass sie aktuell nicht nach Taganga fahren aufgrund der verwüsteten Straßen, es gab die Tage davor starke Regenfälle und Stürme – Ausläufer vom Sturm Harvey. In der Früh haben wir das extra noch telefonisch abgeklärt und uns wurde versichert, dass wir nach Taganga gebracht werden. Okay, also alles gut. Wir machten uns auf den Weg zum Abholpunkt, wir warteten auch nur eine halbe Stunde (für südamerikanische Verhältnisse ist das kurz ?). Im Endeffekt wurden wir irgendwo in Santa Marta raus geschmissen, der Fahrer weigerte sich weiter nach Taganga zu fahren. Hauptsache wir haben mehr bezahlt für die extra vier Kilometer. Wir waren insgesamt drei Personen und nahmen uns gemeinsam ein Taxi dorthin. Am Ende war es natürlich teurer als geplant und dauerte auch noch eine Stunde länger… Aber ja, damit muss man rechnen. Im Hotel angekommen, das auch einen Mini Pool hatte, nahmen wir zuerst mal ein erfrischendes Bad, denn es war super mega heiß und schwül. Und wir haben das Zimmer mit Ventilator und nicht mit Klimaanlage gebucht (warum weiß ich nicht mehr…). Der Hotelbesitzer war mega freundlich und erklärte uns geduldig alles Wichtige. Danach genossen wir einen Burger und Cocktail am Strand Tagangas, der übrigens alles andere als schön ist. Aber die Stimmung war ausgelassen, es war Wochenende und viele Einheimische machten dort Urlaub. Die Straßen Tagangas waren übrigens mega zerstört, wir wissen nicht, ob das dort immer so aussieht oder ob das dir Auswirkungen der Regenfälle waren. Aber schön war es nicht, auch Müllberge lagen überall herum. Empfohlen wird zudem sich nachts nur auf der Strandpromenade aufzuhalten, alles andere sei zu gefährlich wegen möglicher Überfällen. Wir haben uns daran gehalten und sind wieder zum Hotel zurück, das am Ende der Promenade liegt. Wir waren nochmals im Pool, um uns vorm Schlafen abzukühlen.
Am nächsten Morgen genossen wir das sehr gute Frühstück und machten uns dann mit einem Taxiboot auf den Weg zu einem minikleinen Strand, da uns der Playa Grande zu bevölkert war und uns der Hotelbesitzer uns diesen auch empfohlen hatte. An diesem Strand war ein kleines Restaurant (wenn man das so bezeichnen kann), ein paar Fischer, fünf Einheimische und wir. Christian schnorchelte, ich chillte und dann aßen wir auch schon einen toll zubereiteten Fisch. Kurz vor drei holte uns unser Taxiboot auch schon wieder ab. Den restlichen Tag verbrachten wir im kühlen Pool und bisschen Organisation. Abends trafen wir uns mit Patrik, der an dem Tag nach Taganga angereist war. Er nahm seinen Zimmer Kollegen aus seinem Hostel mit, einen Kolumbianer – so trainierten wir alle unser Spanisch. Nach einem leckeren Sandwich spazierten wir wieder über die Promenade und tranken noch ein Bier. Für den nächsten Morgen haben wir drei uns noch über unser Hotel einen Transfer zum Tayrona Nationalpark bestellt, es ging um acht mit einem Collectivo hin. Nachdem alle eingesammelt waren, ging es auch wirklich los. Nach allen Formalitäten starteten wir unsere Dschungelwanderung zum Strand Cabo San Juan del Guia Cape. Es war zwar natürlich mega heiß und schwül, aber die Wanderung war wunderschön – mitten durch den Dschungel und am Weg lagen mehrere schöne Strände und Aussichtspunkte. Der erste Strand Arrecifes, den man passiert, sieht wirklich toll und einladend aus, ist aber aufgrund der sehr starken Strömungen gefährlich – es sind schon einige Touristen hier gestorben. Wir haben also nur den Ausblick genossen. Weiter ging es zu weiteren Stränden und einem tollen Weg, der voll mit Palmen war. Nach drei Stunden kamen wir dann am finalen Strand an, der natürlich trotz allem sehr voll war – von Tagestouristen und Campern. Denn direkt dort kann man auch campen, was ich bei der Hitze nicht unbedingt machen würde ? Wir chillten und badeten in dem herrlichen Wasser bis vier, da unser Boot retour gehen sollte. Ungefähr zehn Minuten vor Abfahrt bahnte sich ein Gewitter an, das wir dann in einem sehr kleinen, voll gestopften Boot hautnah erleben konnten… Komplett durchnässt kamen wir 1,5 Stunden später Gott sei Dank heil in Taganga an. Nach einer Dusche trafen wir uns mit Patrik zum Abendessen, im #1 TripAdvisor Restaurant Babaganoush. Oh mein Gott, war das Essen fantastisch! Man konnte sich aus mehreren Vor-, Haupt- und Nachspeisen für gerade mal zehn Euro sein Menü zusammenstellen. Das waren keine 08/15 Speisen, sondern Cappacio, Steak, Brownie etc. Das Cappacio war so unglaublich, ich hätte drei Gänge nur davon essen können ? Während dem Essen planten wir noch den nächsten Tag nach Minca und die gemeinsame Weiterreise mit Patrik (Flug von Barranquilla nach Bogota für zwei Tage später).

Minca
Da wir mit bekommen haben, wie günstig und einfach es auch gewesen wäre nach Tayrona zu kommen, beschlossen wir, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln selbst nach Minca zu fahren. Dafür muss man zuerst mit dem Bus nach Santa Marta und danach in ein Collectivo direkt nach Minca (es gibt keine Busse dorthin). Super einfach und verhältnismäßig schnell waren wir also in dem kleinen Dörfchen. Interessant dort ist aber die Umgebung, vorrangig der Berg, der mit Wasserfällen, tollen Ausblicken und Pinien zu Wanderungen einlädt. Da wir nur einen Tag dort hatten, beschlossen wir mit einem Mototaxi zum höchsten Punkt, den Pinien, zu fahren und zu Fuß hinunter zu wandern. Das war definitiv zeiteffizienter, aber auch sehr abenteuerlich. Über nicht befestigte und schlammige Straßen ging es für eine dreiviertel Stunde auf einem Moped nach oben. Das war teils etwas beängstigend und auch mega anstrengend, da wir uns wirklich gut festhalten mussten. Aber wir kamen oben heil an und genossen einmal den tollen Ausblick. Danach ging es auf einem Trampelpfad durch tolle und wunderschön grüne Kaffeeplantagen zur Casa Elemento, einem der Top Hostels weltweit. Man kann als Nicht-Gast für drei Euro Eintritt hinein, bekommt ein gratis Getränk und kann die Riesen Hängematten mit einem der schönsten Ausblicke ever und sogar den Pool nutzen. Wir kamen dort an, bestellten Mittagessen und zwei Minuten später gab es einen tropischen Regenschauer. Gott sei Dank waren wir gerade nicht wandern. Nach dem Essen genossen wir die regenfreie Zeit in der riesen Hängematte und machten natürlich die obligatorischen Fotos. Da wir sicherlich noch drei bis vier Stunden Wanderung vor uns hatten und noch den Wasserfall am Weg besuchen wollten, ging es bald weiter. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob wir am richtigen Weg waren, haben dann am Weg einen Mopedfahrer gefragt, alles bestens. Nach etwa einer dreiviertel Stunde hat es dann nochmals begonnen zu regnen, mit der Zeit entwickelte sich das zu einem unglaublichen Regenschauer, der auch nicht nachließ. Uns blieb nichts anderes übrig als weiter zu gehen. So kamen wir nach etwa zwei Stunden komplett durchnässt beim Eingang zum Wasserfall an. Direkt dort war ein kleines Hüttchen, wo man Getränke kaufen konnte. Also setzten wir uns mal und tranken ein Bier. Aufgrund des Wetters haben wir den Wasserfall dann nicht besichtigt, da es ein Umweg von etwa einer Stunde gewesen wäre und zudem waren wir uns sicher, dass das Wasser mega braun gewesen wäre. Nach dem Bier hatten wir noch den finalen Weg nach Minca vor uns, mussten sogar – aufgrund des starken Regens – durch kleine Flüsschen durchwandern. Im Dorf wieder angekommen, heuerten wir wieder ein Collectivo an. Bei denen muss man immer warten bis sie voll sind. Es dauerte auch nur 20 Minuten, ging also recht flott. In Santa Marta ließ uns der Fahrer nicht beim eigentlichen Punkt am Markt raus, da er meinte, da es zu dieser Zeit viel zu gefährlich wäre. Nungut, besser nichts riskieren. Also nahmen wir ein Taxi nach Taganga, da kein Bus dorthin fuhr, wo wir gestrandet sind. Da wir aber eh zu dritt waren, war es auch nicht teuer. Fürs Abendessen gingen wir natürlich wieder ins Babaganoush, da es einfach zu gut war. Nach diesen ereignisreichen, heißen und schwülen Tagen packten wir wieder unsere sieben Sachen, da es gegen zehn am nächsten Tag mit dem Taxi für drei Stunden zum Flughafen Barranquilla gehen sollte.

Cartagena & Taganga: 29.8.-5.9.2017