Gegen 23:00 kamen wir also in Suchitoto an, einem kleinen süßen Ort in El Salvador. Da wir am nächsten Tag von dort wieder weiter reisen sollten, wollten wir die berüchtigte Revolution Bar „El Necio“ noch sehen. Also gingen wir ziemlich müde dort auch noch hin und bestaunten die unglaublichen Dekorationen, Flaggen ohne Ende, Revolutionisten und Waffen. Rauchen durfte ich dort sogar auch, das Bier schmeckte damit gleich noch viel besser 😉

Da dort eigentlich nicht viel los war, wollten wir noch das andere Club-Etablissement direkt neben unserem Hotel aufsuchen. Da hörten wir zuvor laute Musik, als wir hin kamen war die Musik zwar noch da, aber wir standen vor verschlossenen Türen. Wirklich herausgefunden haben wir nicht, wie das dort läuft, aber wir vermuten, dass sie ab Mitternacht offizielle Sperrstunde haben und niemanden mehr hinein lassen dürfen. Auch eigenartig, aber tatsächlich ist ab Mitternacht in vielen Ländern bereits Schluss.

Für den nächsten Vormittag gab es eine optionale City Tour, die wir allerdings nicht gemacht haben. Wir wollten das Dorf und den Markt selbst erkunden und auch ein bisschen länger schlafen 😉 Es haben sich einige zusammen geschlossen und marschierten los zum Markt, unserer Frühstücks-Destination. Pupasas sollen es sein, DAS klassische Essen in El Salvador – übrigens zu jeder Tageszeit 😉 Der Markt teilte sich auf zwei Etagen auf, unten alles, was man so braucht (Lebensmittel, Kleidung, Schneider etc.) und oben die Ess-Stände. Wir bestellten also unsere ersten Pupusas – das sind wie kleine gefüllte Tortillas. Die Füllung besteht aus unterschiedlichen Kombinationen mit diesen Zutaten: Käse, Bohnen, Fleisch (Chicharrón), Loroco (lokales Gemüse). Dazu gibt’s eine Art Cole Slaw (Curtido) und eine rote Sauce. Meins war’s leider von vornherein nicht, da ich Maismehl nicht mag und Pupusas werden natürlich aus Maismehl gemacht. Und wenn die recht dick sind, schmecken sie nur nach dem. Außerdem waren die riesig und dazu noch extrem günstig. Bei einem anderen Stand habe ich mir noch einen Erdbeer-Bananen-Orangen-Smoothie geholt, der war fantastisch!

Gestärkt von dem sehr lokal authentischen Frühstück spazierten wir durch Suchitoto. Zur Kathedrale, in „Großmutters Geschenke- und Kaffeeladen“, wo noch das entsprechende Koffein besorgt wurde, durch die kleinen Gassen und Straßen wollten wir dann noch hinunter zum Lake Suchitlan. Der Weg hinunter war recht steil, leider auch nass und matschig und dementsprechend rutschig. Christian und ich sind mit Olivia umgedreht, das war uns etwas zu unsicher. Am Rückweg fanden wir dann noch ein Restaurant mit See-Ausblick – wir durften dort Fotos machen, haben uns also nur den Weg hin und zurück erspart 😀

Ja, und dann war es auch schon mittags und mit dem Minibus ging es weiter nach Concepción de Ataco. Dort waren zwei Nächte geplant, für den vollen nächsten Tag gab es wieder unterschiedliche Touren (Wandern, von Felsen in Wasser springen etc.) angeboten. Da ich aber gesundheitlich etwas angeschlagen war, planten wir einen ruhigen Erkundungs-Tag. Zunächst aber waren wir mal abends nach unserer Ankunft mal so unterwegs. Javier wollte uns einige Sachen zeigen, am Weg zum Bankomaten kam ein kleiner Junge her und meinte, wenn wir mitkommen, können wir zu einem Sonnenuntergangs-Spot um einen US-Dollar fahren. Manche fanden dieses Angebot strange und gingen weiter. Einige, auch wir, waren sofort dabei. Und es war soooo witzig! Es war eine Art Bimmelbahn, die vielleicht 2km/h fuhr, und vorne von einem Pick Up gezogen wird. Auf dem Pick Up standen hinten zwei Männer in Kostümen und tanzten zu House-Musik. Das war so schräg, aber sowas von witzig! Es war dann bereits dunkel, aber wir kamen tatsächlich noch bei einem „Sonnenuntergangs-Spot“ an, dem Gästehaus, wo diese Familie offensichtlich Zimmer vermietet. Von der Idee fand ich das schon echt gut gemacht. Dann ging es wieder zurück in die „Stadt“ und da sahen wir dann den Rest der Gruppe auf einer Dachterrasse vom besten Kaffeehaus (wurde uns zumindest gesagt) sitzen. In Sekunden sprangen wir von der Bimmelbahn und stürmten auch das Lokal. Da die Terrasse aber zu voll war, suchten wir uns ein Lokal zum Abendessen und trafen uns mit den anderen wieder in der einzigen Bar, die bis Mitternacht geöffnet hat. Und wir waren neben fünf anderen die einzigen Gäste 😀 Da steppte der Bär 😉 Aber wir blieben natürlich bis zum bitteren Ende um Mitternacht :p Eine der ersten Zimmerpartys fand dann im Hotel statt, ich verzichtete.

Am nächsten Morgen verabredeten sich diejenigen, die keine Tour gebucht hatten, für ein gemeinsames Frühstück in dem besten Kaffeehaus, das leider zu hatte. Also suchten wir nach einer Alternative – es war Sonntag und irgendwie hatte alles geschlossen. Wir fanden dann aber noch ein authentisches Lokal, wo es nicht nur Pupusas, sondern auch Waffeln zum Frühstück gab 🙂 Nach dem mehr als üppigen Mahl spazierten Christian und ich wieder ins Hotel zurück, wo wir uns um unsere weitere Reiseplanung und -buchungen kümmerten (muss zwischendurch auch mal sein). Währenddessen begann es sowas von zu schütten, ein Gewitter war direkt über uns. Die Blitzeinschläge in der direkten Umgebung waren ziemlich spooky und laut… Mir ging es nach wie vor nicht so gut, also legte ich mich am Nachmittag auch hin, damit ich mich etwas auskurieren konnte. Für den Sonnenuntergang haben die anderen einen kleinen Hike gemacht, der etwas schwieriger war als geplant. Es regnete ja davor in Strömen, entsprechend rutschig und schlammig war es.

Beim Group-Dinner durften wir unsere Pupusas selbst zubereiten. Naja, also den schwierigen Teil übernahmen die Profi-Damen vor Ort, wir durften aus den nach unseren Wünschen gefüllten Teigkugeln Fladen, ähnlich wie Pitas, machen und auf den Grill legen. War echt cool, dass wir mit den Ladys in der Küche stehen durften. Gekostet haben die Pupusas quasi nichts und es gab noch dazu viele Säfte zur Auswahl. Ich hatte einen Saft von einer salvadorianischen Orangenfrucht, habe mir natürlich den Namen nicht notiert… War jedenfalls sehr erfrischend und schmeckte wie eine Karotten-Orangen-Mischung, etwas sauer und ein bisschen süß – meine liebste Mischung 🙂 Das war’s dann auch aus El Salvador, wir waren leider viel zu kurz dort, aber am nächsten Tag ging es weiter zu einem kurzen Abstecher nach Honduras.

Und zwar nach Copán, zu einer der Maya-Stätten. Die Fahrt dorthin dauerte ausnahmsweise nicht ewig, waren wohl nur so um die drei Stunden. Wir mussten nicht einmal ordentlich immigrieren, es gibt für Copán auch die Möglichkeit für zwei Tage ohne große Formalitäten einzureisen, da die Stadt 20 Minuten nach der Grenze liegt. Wir haben sogar einen coolen Copán-Stempel in den Pass bekommen 🙂 Ein paar Tage zuvor haben wir die offizielle Honduras-Immigration sowieso bereits gemacht…

Wir hatten sogar noch den ganzen Nachmittag, um das Dorf selbst zu erkunden. Wir hatten ein gemeinsames Mittagessen mit klassischem honduranischem Essen Baleadas. Im Prinzip war das wie Tortillas gefüllt mit Gemüse, Huhn und Käse. War sehr lecker! Danach waren wir noch mit George unterwegs – Supermarkt, bisschen spazieren und danach wieder ins Hotel. Ich hatte eine deutsche Zeitschrift gefunden, die ich dann stundenlang geschmökert hat, weil es einfach so entspannend war. Christian war Monopoly Deal spielen, eines der Spiele-Highlights bei der Tour – dank Sam und Stacey 🙂 An diesem Abend gab es auch wieder ein gemeinsames Gruppen-Dinner – ein tolles Restaurant, das wohl etwas teurer war als der Schnitt, aber wirklich lecker. Wir hatten großteils alle “westliche” Küche, aber das muss zwischendurch auch mal sein. Der Alkohol floss auch an diesem Abend wieder einmal in rauen Mengen. George und ich teilten uns neben den letzten paar Bieren noch einen Erdbeer-Cheesecake, yummy 🙂 Danach waren wir natürlich noch auf der Suche nach einer Bar – das ist tatsächlich in diesen Ländern und kleinen Orten nicht ganz so einfach, wie man sich das vorstellt. Ein Teil der Gruppe war die Vorhut und hatte eine Bar am Hauptplatz gefunden, die extra für uns aufgemacht hatte – wir waren auch die einzigen Gäste, durften aber unsere Musik selbst aussuchen und hatten noch einige Drinks. Gegen Mitternacht war es dann aber Zeit, denn für den nächsten Morgen standen ja die Ruinas de Copán am Programm und die waren eines der Highlights. Im Hotel aber angekommen wurde wieder einmal eine Zimmerparty angeschmissen 🙂 Wir hatten bereits einiges an Alkohol-Vorrat zusammen getragen und so plauderten und lachten wir noch bis etwa zwei Uhr früh.

Unser Guide holte uns beim Hotel ab und gemeinsam spazierten wir zu Fuß zu den Ruinen und dann ging’s auch schon los. Den Guide fanden wir alle durch die Bank ziemlich schräg, viel zu viele Witze, die keiner komisch fand und auch niemand verstand. Aber ja… Die Tour durch diese alten Maya-Ruinen war einfach toll! Ich LIEBE Ruinen und die Geschichte dazu. Ich versuche mir immer vorzustellen, wie das Leben damals so ablief und was auf diesen Plätzen einst geschah. Wenn dann die Geschichten zu den Menschenopfern kommen, dann versuche ich diese Visualisierungen wieder abzustellen. Aber ja, wir standen direkt an Orten, wo es Gang und Gäbe war Menschen zu opfern. Wir standen auch am Ballplatz, wo ein spezielles Ballspiel einen Sieger hervorbringen sollte, dieser hatte dann die Ehre geopfert zu werden. Die Maya-Geschichte hat mich jedenfalls wahnsinnig fasziniert und ich war froh, dass das nicht letzte Maya-Stätte auf dieser Reise sein würde.

Nach der etwa vierstündigen Tour fuhren wir mit George gemeinsam im Tuk Tuk zurück ins Dorf, es war mittlerweile wirklich heiß. Nach einem schnellen Mittagessen flohen wir vor der Hitze im Zimmer. Vor Sonnenuntergang fuhren wir zu einem Shop, der hiesigen Kakao anbietet. Das wollten wir testen, andere waren schon dort und wir gesellten uns dazu und bestellten auch gleich mal einen Kakao und einen Schoko-Cheesecake. Wow, war der Kuchen gut. Der Kakao war etwas sehr authentisch und nicht so klassisch wie wir ihn kennen – eher bitter. Eine der Damen erzählte uns dann noch einiges zu dem Projekt, das diese Familie mit diesem Shop durchführt. Sie ziehen alle Pflanzen, auch vorm Aussterben bedrohte, alle selbst und stellen alle Produkte, die es in diesem Shop gibt, selbst her. Tees aus verschiedenen Pflanzen sind ihre Spezialität und da durften wir uns auch noch durch kosten.

Für den Abend hatten wir kein geplantes Gruppen-Dinner, wir waren aber sowieso meistens gemeinsam unterwegs. Und dieses Mal wollten wir unbedingt in das erste deutsche Restaurant seit zu Hause, von dem wir viel Gutes hörten. Wir krachten mit unserer großen Gruppe dort rein und der deutsche Besitzer meinte nur, dass das zu viele wären und das Restaurant nur als Hobby macht. Hm, okay. Am Ende haben wir die Gruppen gesplittet – wir waren dann mit George, Kevin und Laura beim Deutschen, das musste einfach sein. Vor allem hatten die Kartoffelsalat, auf den wir echt schon länger Gusto hatten. Und sie hatten selbst gebrautes ordentliches Bier und deutsches Essen 🙂 Ich hatte einen Schweinsbraten mit Spätzle und Christian Bratwürstl mit Erädpfelsalat. Es war fantastisch wieder einmal heimisches Essen zu genießen. Danach trafen wir uns wieder mit den Anderen in der Bar vom Vortag und hatten noch ein paar Drinks. Ready for Guatemala!

El Salvador & Honduras: 7.10.-12.10.2017