Teil eins der Zentralamerika-Tour näherte sich dem Ende – ein bisschen wehmütig waren wir schon alle, denn die Gruppe war einfach spitzenklasse. Und so ging es von Honduras nach Guatemala – eine überaus ereignisreiche Fahrt. Nicht nur dass es doch wieder einige Stunden waren, die Klimaanlage funktionierte nicht, wir hatten noch einen Unfall und dann hat auch noch ein Teil der Gruppe erschossene Menschen auf der Straße bei der Durchfahrt Guatemala Citys gesehen. Am Ende sind wir alle gut in Antigua angekommen und waren froh, dass es allen gut ging…

Antigua

In der wunderschönen Weltkulturerbe-Stadt Antigua angekommen gab es zuerst einmal einen Orientierungs-Walk, an dem wir nicht teilgenommen haben, da wir vorm Essen noch ein paar organisatorische Dinge erledigen wollten. Es war unser letzter Abend mit der Gruppe, also war natürlich ein gemeinsames Abendessen am Programm und ganz klar eine „Big Night Out“ 🙂 Javier hatte ein schönes Lokal ausgesucht, wo schon ein riesiger Tisch auf uns wartete und wir unser tolles Abendessen genossen. Nach einer feierlichen Dankes-Rede für Javier ging es weiter in ein Pub quasi direkt nebenan. Ein furchtbar kleines, enges und heißes Pub, wo ich nach fünf Minuten wieder raus wollte. Es waren einfach zu viele Menschen drin. Am Ende sind wir alle zum nächsten Club gewandert, damit wir auch noch tanzen konnten. Ich war nicht so in Tanzlaune und fanden in dem Club eine Dachterrasse, wo man sich auch unterhalten konnte. George, Nadine, Christian und ich bestellten uns einen Beertender, waren also versorgt. Die anderen tanzten und tranken einstweilen unten auf der Tanzfläche… Und gegen Mitternacht wird auch hier zugesperrt, es war also ein kurzes Vergnügen. Alle müssen raus, aber Javier wusste einen Supermarkt, bei dem man des Nächtens noch Alkohol kaufen kann. Also wanderten wir dort hin, kauften Bier und saßen dann dort in diesem Park und tranken weiter. Etwas absurd, aber ja – es hatte etwas Spezielles und passte irgendwie zur Gruppe.

Der nächste Tag war komplett frei für uns, denn erst abends war das Gruppenmeeting für die neue Gruppe und den neuen Guide. Also schliefen alle mal recht lange und trafen sich dann abwechselnd im Café Santa Clara nebenan zum Frühstück. Ausgezeichnetes Frühstück übrigens mit einer tollen Dachterrasse. Ein paar Leute machten sich dann noch gemeinsam auf den Weg zu einem Aussichtspunkt auf die Stadt und die umliegenden Berge/Vulkane. War zwar nicht so lange, aber trotzdem anstrengend. Es war doch ziemlich heiß… Nach einem Spaziergang durch die Stadt und einem Eis trafen wir dann im Hotel zufällig Melanie, die mit uns weiterreisen würde. Wir nahmen sie zum Mittagessen mit George mit, der leider an diesem Tag noch abreisen würde.

Nach dem Essen spazierten wir einen anderen Teil Antiguas ab, sahen uns die tollen Kolonialgebäude an, sprachen mit Einheimischen und wanderten einfach herum. Dann verabschiedeten wir uns von unserem neuen Freund George. Und schon ging es zum Gruppenmeeting im Hof des Hotels. Unser Guide für den zweiten Teil der Tour war Rosemary, eine quirlige amerikanische und überaus engagierte Tourleiterin. Die neue Gruppe bestand aus 18 Personen plus Rosemary und einem Tourleader-Trainee Liliana. Erstaunlich war auch, dass die Gruppe zu mehr als der Hälfte aus deutschsprachigen Reisenden bestand. Das war auch für uns neu, änderte aber per se nichts. Gesprochen wurde trotzdem Englisch, zumindest mehrheitlich 😉 Nach der obligatorischen Vorstellrunde sollten wir uns auch gleich mal entscheiden, ob wir einen Night Hike zum Vulkan Pacaya machen wollten. Würde halt drei Stunden später los gehen… Und das hungover!? Es haben viele hin und her überlegt, am Ende hat den Night Hike niemand gemacht. Ein paar haben den Day Hike am nächsten Tag gemacht. Nach dem ersten „Entscheidungs-Stress“ ging es ins Rainbow Café zum ersten Abendessen mit der neuen Gruppe. Olivia und Kevin waren aber auch noch mit beim Abendessen, da sie erst später abreisten. Wehmütig verabschiedeten wir uns portionsweise an diesem Tag von den sechs Leuten, die wieder nach Hause oder weiter mussten.

Wir haben für den nächsten Tag nichts gebucht, keine Touren, keine Vulkan-Hikes, sondern einen Planungstag eingeschoben. Wir hatten zumindest einen wirklich komplett freien Tag und so sollte der Aufenthalt nach unserer Tour in Mexiko geplant werden. Das taten wir dann auch. Zwischen Frühstück, Mittagessen und Nachmittag hüpften wir hin und her zwischen Essen und Planen. Es war ein sehr angenehmer Tag, wo wir zumindest organisatorisch auch bisschen etwas weiter gebracht haben. Abends ging es nach guatemalischem hochprzentigem Alkohol im Hotel zu einer Salsa Stunde. Ja, richtig! Wir hatten alle eine Salsa-Tanzstunde. Es war wirklich witzig, wir hatten zwei heiße Salsa-Lehrer, die natürlich ausgezeichnet tanzen können. Naja, es war nur eine Stunde – ein bisschen was ist vielleicht hängen geblieben. Am Ende ist das Wichtigste, dass wir Spaß hatten und den hatten wir definitiv. Nach dem Abendessen und einem kurzen Abstecher für ein Bier gingen wir wieder ins Hotel, am nächsten Tag sollte es weiter gehen.

San Juan Homestay & Panajachel am Lake Atitlán

Und zwar nach San Juan, wo wir nach einer Bus- und einer Bootsfahrt über den wunderschönen Lake Atitlán auch ankamen. Es stand wieder ein Homestay am Programm, dieses Mal bei Maya-Familien. Wir waren echt aufgeregt. Direkt nach der Ankunft wurden wir unseren Familien „zugeteilt“, wo wir direkt auch gemeinsam hin gingen, um den Rest der Familie kennen zu lernen. Wir hatten eine super nette Familie mit einem etwa 6-jährigen Sohn und einer quirligen, supersüßen 2-jährigen Tochter. Jetzt schreibe ich den Beitrag zwei Monate später und weiß tatsächlich die Namen nicht mehr. Eine Schande! Ich hätte sie mir wirklich gleich aufschreiben sollen… Unser Gastpapa brachte uns danach zum Treffpunkt, wo wir dann mehr über die Community und ihr traditionelles Handwerk kennen lernen sollten. Zuerst ging es in eine Weberei, wo ausschließlich Frauen die tollsten Schals und diverse andere Dinge weben. Zuerst wurden wir auch eingeweiht in die Kunst der Fadenherstellung und der natürlichen Färbung dieser. Im Shop nebenan bestaunten wir die vielen einzigartigen Stücke, die dort hergestellt wurden. Ich hätte mir wirklich gerne einen Schal gekauft, aber leider wurde es aus Gewichts- und Platzgründen nur ein kleines Kosmetik-Täschchen. Danach besuchten wir noch eine kleine Heilkräuter-Farm, wo wir lernten wofür welches Kraut genutzt wird und durften daran riechen und noch einen speziellen Tee kosten. Abschließend bestaunten wir in einem Kunst-Shop bunte Bilder über Guatemala und speziell San Juan und Lake Atitlán. Auch hier hätte ich so gerne zumindest ein kleines Bild gekauft, aber das würde noch ein halbes Jahr im Rucksack aushalten müssen. Also nein… Nach den tollen Erkundungen ging es nach Hause zu unseren Familien, wo ein gemeinsames Familien-Essen am Programm stand. Wir schauten zu und durften sogar Tortillas machen – wir sind echt schlecht darin. Dafür braucht man wohl echt lange Übung. Beim Essen tauschten wir uns wieder mit unserem gebrochenen Spanisch aus, aber es war genügend, um uns zu verstehen und auch gemeinsam zu lachen. Es war ein wirklich sehr netter Abend!

Der Wecker läutete um 4:30, denn wir machten eine Sonnenaufgangs-Tour, die um 5:00 startete. Wir haben nur die kleine gemacht, nicht die große, die um 3:00 startete – das war mir zu früh 😉 Etwa 45 Minuten wanderten wir einen kleinen Berg hinauf, um bei Sonnenaufgang einen unglaublichen Blick auf den See und die umliegenden Vulkane zu haben. Es war so unglaublich friedlich und wunderschön (bis auf die unglaublich lästigen Moskitos, die mich zerfressen haben). Wir verbrachten dort sicherlich eine knappe Stunde, um die Szenerie zu inhalieren. Unser Guide sprach nur Spanisch, wir hatten keinen Übersetzer mit, also übersetzten alle, die Spanisch konnten mit vereinten Kräften, was ging. So sahen wir nicht nur diesen tollen Sonnenaufgang, sondern lernten auch einiges über Maya-Rituale (soweit wir verstehen konnten). Danach hatten wir noch ein traditionelles Frühstück bei der Familie mit Bohnen, Reis und Mais-Tortillas. Und dann ging es auch wieder zum Hafen. Rosemary hatte uns vorgeschlagen, nicht direkt zurück nach Panajachel zu fahren, sondern einen Stop bei der Casa del Mundo zu machen, wo wir schwimmen und relaxen können. Alle waren dabei und es war ein lässiger Aufenthalt. Der See ist in den letzten Jahren um einige Meter angestiegen und so gibt es bei der Casa del Mundo Balkone, die komplett unter Wasser sind. Diese Balkone dienten mal als Relax- und Zugangsplätze zum See. Es war so cool dort zu schwimmen und auf den Balkonen unter Wasser zu stehen – eine komplette Welt unter Wasser sozusagen. Danach gönnten wir uns noch ein ausgezeichnetes Mittagessen und einen Smoothie in der Casa del Mundo (das ist übrigens ein Hotel und Restaurant mit Badeplätzen unten am See).

Relaxt und manche mit frisch gezüchtetem Sonnenbrand kamen wir in Panajachel an, wo wir am Tag zuvor schon ein leckeres Mittagessen hatten. Für den weiteren Nachmittag war nur noch Mädels-Shopping am Programm. Wir klapperten die klassischen Touristen-Stände ab, um vielleicht ein paar Kleinigkeiten zu ergattern. Am Ende habe ich nichts gekauft, aber es war ein wunderbar entspannter Tag mit Schwimmen und Bummeln. Wir kauften dann noch einige Biere ein und saßen dann alle versammelt im Garten des Hotels und tranken Bier. Einige gingen dann hoch zur Terrasse und wir bewunderten die hinter den Vulkanen untergehende Sonne. Wunderschön! Wir machten uns mit ein paar dann noch auf den Weg in die „Stadt“, um Pizza essen zu gehen. Ab und zu muss etwas anderes außer Reis und Bohnen her 😉

Rio Dulce

Nach einem längeren Reisetag mit kleineren Komplikationen (Warten auf einen neuen Bus, da unserer kaputt war… Und Guide-Trainee Liliana verließ uns nach der Busfahrt ins Krankenhaus, sie schien hohes Fieber zu haben und behielt nichts im Magen) kamen wir nach einer am Ende fünf-minütigen Bootsfahrt in der Tijax Lodge an. Eine wunderschöne, kleine Anlage mit Restaurant, einem tollen Pool und guten Cocktails 🙂 Christian und ich genossen nach der langen und heißen Fahrt den Pool für länger. Wir bestellten unser Abendessen also für später als die anderen, denn es war so heiß und schwül – eine ordentliche Abkühlung musste sein. Wir machten uns auch selbst ein paar Rum Colas, wir hatten alles mit dabei 😉 Nach einer weiteren Abkühlung gingen auch wir ins Zimmer, um uns unterm Moskitonetz vor den Viechern zu verstecken. Gott sei Dank gab es einen Ventilator im Zimmer, es war wirklich richtig heiß-schwül.

Wir würden am nächsten Tag nicht nur am Pool liegen und chillen, obwohl das echt verlockend war. Nein, wir würden mit dem Boot zur Finca Paraiso fahren. Am Weg dorthin kauften wir noch ordentlich Alkohol und Eis für die Kühlbox bei einer Boots-Tankstelle ein. Nach der Bootsfahrt ging es mit einem Jeep, auf und in dem wir alle waren, zu einem Parkplatz. Von dort wanderten wir etwa 20 Minuten zum Wasserfall. Bekannt ist dieser, weil er vulkanischen Ursprungs ist und dementsprechend heißes Wasser fließt. Da es davor ziemlich stark geregnet hatte, war das Wasser nicht besonders sauber, aber es war ein witziger Tag. Rosemary machte eine Guacamole vor Ort, wir schwammen im Wasser, genossen das warme Wasser, manche sprangen von oben runter und die Biere flossen in rauen Mengen (wie immer :D). Christian ging auch hinauf, aber um dort in den kleinen heißen Pools zu chillen. Ich hatte keine Lust barfuß durch den wilden Dschungel hinauf zu wandern. Er sprang nicht hinunter, es war nicht ganz ungefährlich. Aber er verletzte sich dann auf der Zehe beim Zurückgehen (ich hab’s ja gewusst)… Nach ein paar Stunden ging es wieder zurück in die Lodge, wo wir den restlichen Tag auch nur noch am Pool chillten, tranken und aßen. Der zweite Teil der Tour war definitiv der entspanntere 😉 Einige wurden im Lauf des Tages ziemlich krank, speziell Simon ging es wirklich nicht gut – er hatte hohes Fieber und dann ging es auch Markus schlechter. Ich suchte alles zusammen, was helfen konnte und Gott sei Dank waren zumindest am nächsten Tag alle halbwegs reisefähig.

Flores

So ging es mit allen, außer Liliana, im Gepäck nach Flores. Eine kleine und nur über einen künstlichen Damm zu erreichende Insel im Petén-Itzá-See. Nach der Ankunft im Hotel schwirrten alle einzeln aus, um einen Platz fürs Mittagessen zu finden. Der Hunger war wie immer sehr groß. Wir trafen dann auch den Großteil der anderen in einem Restaurant, wo am Ende, glaube ich, eh alle gelandet sind. 😀 Große Diskussionen waren im Gange, denn am späten Nachmittag stand ein Booze Cruise am Programm und es waren sich nicht mehr alle sicher, ob sie mit wollten oder nicht. Christian und ich haben uns aus Budgetgründen dagegen entschieden – 35 USD erschienen uns zu teuer und wir wollten nicht wieder zu viel trinken… Muss manchmal auch sein. Christian genoss dann den Pool und ich plauderte mit Ann-Kathrin und Mette beim Hotel. Wir hatten somit den ruhigeren Abend und das war auch mal angenehm so. Mit Mette aßen wir dann auch noch in unserem Hotel zu Abend, das sehr gutes Essen hatte. Und gegen 21:00 kam dann auch das Boot zurück – wie zu erwarten stiegen laute und lallende Mitreisende aus 😀 Das war’s dann aber auch für alle, denn ein großes Highlight wartete am nächsten Tag am Weg nach Belize auf uns…

Maya-Ruinen Tikal

Am frühen Morgen ging es los Richtung Belize mit unserem aufregenden Zwischenstopp in Tikal, eine der bedeutendsten und besten erforschten Maya-Städte und unglaublichen Stufentempeln. Am Weg dorthin sammelten wir unseren Guide ein und danach noch ein vorbestelltes Frühstück zum Mitnehmen.

Und schon ging’s los – erneut auf die Spuren der Mayas. Wir waren sehr früh dort, um Menschenmassen und die Mittagshitze zu vermeiden. Wir spazierten durch die gut erhaltenen und restaurierten Tempel Tikals, übrigens eine wirklich große antike Stadt. Wir machten uns auf den Weg zum Großen Platz, wo viele Tempel mit unterschiedlichen Höhen und Verzierungen stehen. Unser Guide erzählte uns viel über die Geschichte der Mayas, den Aufbau der Stadt und wie die Mayas dort gelebt haben. Dann kamen wir auch beim Großen Platz an – über ein anderes Gebäude und hatten so einen schönen Überblick von oben und es war ein toller Foto-Stopp 🙂 Danach hatten wir Zeit, um den Platz selbst zu erkunden und auch auf Tempel II hoch zu gehen mit einem tollen Blick auf Tempel I. Danach ging es weiter zu einem weiteren Aufstieg, um die aus dem Dschungel heraus ragenden Tempel zu bewundern. Was für ein einmaliger Anblick! Ich war so glücklich! Habe ich schon erwähnt? Ich LIEBE Ruinen – es ist so toll auf den Spuren alter Völker zu wandern und diese antiken Gebäude zu bewundern, wo einst großer Trubel mit komplett anderen Sitten und Kulturen statt fand. Achja, wir haben übrigens in Copán (Honduras) einen Geocache gemacht, wo ein Travel Bug drin war – den Travel Bug haben wir dann mitgenommen nach Tikal und dort abgelegt 🙂

Nach dem Kultur-Vormittag schlug uns Rosemary vor in einem nicht weit entfernten Restaurant am See mit Pool zu Mittagessen. Die hatten tolle Shrimps-Pasta und mit dem Pool eine herrliche Abkühlung vor unserem für diese Tour vorletzten Grenzübergang. Nach der Abkühlung und Entspannung ging es also los Richtung Belize, quasi dem Jamaica Zentralamerikas.

Guatemala: 12.10-20.10.2017