Nach der Erkundung Tikals waren alle startklar für Belize. Der erste Stop war natürlich die Grenze, die an sich reibungslos verlief… Bis auf Melanies Einreise, die länger dauerte… Aber auch sie hat es dann irgendwann geschafft und dann ging es für uns nur noch eine halbe Stunde weiter nach San Ignacio. Belize war sofort irgendwie anders – man nennt es wohl auch das Jamaica Zentralamerikas… Chillige, entspannte, super freundliche Menschen – alles nach dem Motto „Go Slow“ (besonders auf den Inseln).

San Ignacio
Ausnahmsweise wurden wir geschlechtsneutral in Mehrbettzimmer zusammen gewürfelt. Ich hatte ein Zimmer mit Nadine und Ida. Wir hatten sogar ein kleines Haus, das wir noch mit Mette und Melanie teilten. Echt toll, alles da – Küche, Wohnzimmer und Bad. Christian war mit den deutschen Brüdern im Zimmer, ein ziemlich kleines leider. Da die Zimmer so unterschiedlich waren, hat Rosemary davor ausgelost, damit es fair bleibt.
Nach der kurzen Zimmer Besichtigung ging es mal in den wirklich großen Pool dort – was für eine tolle Abkühlung! Kurz danach wurden uns die möglichen Touren für den nächsten Tag vorgestellt. Leider wieder mit wenig Zeit zum Entscheiden… Preislich waren die schon recht teuer. Aber wir haben uns nach langem Hin und Her aber dann für die ATM Cave Tour entschieden, quasi DIE Höhle in der Region.
Danach ging es noch zu einem gemeinsamen Abendessen zu einem wirklich tollen Restaurant. Woran wir uns plötzlich wieder gewöhnen mussten, war, dass in Belize Englisch gesprochen wird. Auch Spanisch, aber alle sprechen Englisch!

Am nächsten Morgen ging es dann auch schon los. Wir wurden von einem Minivan abgeholt, zuerst mal ins Büro zum Zahlen und manche mussten sich noch mit Wasserschuhen eindecken. Aber dann ging es wirklich Richtung Höhle. Am Ausgangspunkt angekommen wurden wir mit Helmen und Stirnlampen ausgestattet (wir hatten unsere Lampen dabei). Christian verhandelte mit unserem Guide noch, dass wir zumindest am Weg die Actioncam mitnehmen durften. Denn in die Höhle durften wir sie fix nicht mitnehmen (ein Tourist hat vor ein paar Jahren dort etwas zerstört, indem er die Kamera fallen ließ). Dafür bekommt man nach der Tour Fotos zugeschickt, na immerhin!
Auf los geht’s los! Eine 45 Minuten Wanderung durch den Dschungel und drei Flussdurchquerungen später waren wir beim Eingang der Höhle. Die Wasserflaschen wurden dort für nachher abgestellt, denn wir brauchten freie Hände… Christians Kamera wurde im Rucksack von Guide verstaut, damit er ja wirklich keine Fotos machen konnte. Unser Guide war übrigens ein sehr witziger, durch trainierter Army-Typ, der gerne Witze machte – über alles. Aber er kannte sich auch hervorragend aus und erklärte uns viele Pflanzen und ihre Wirkung.
Nach den letzten Vorbereitungen ging es ins Wasser, denn es war keine normale Höhle. Nein, wir mussten über eine Stunde die Höhle durch schwimmen und über Steine klettern bis wir bei der eigentlichen Attraktion ankamen. Der Weg war ein ziemliches Abenteuer und definitiv etwas spezielles. Durch das Wasser, einmal tiefer, einmal seichter und durch diese unglaublichen Höhlen – einfach cool! Das Gestein glitzert teilweise als wäre man in der Swarovski Kristallwelt, einfach wunderschön! Am Ende unserer spannenden Höhlendurchquerung kamen wir dann bei der eigentlichen Attraktion an: einer Art Museums-Höhle voll mit Maya-Relikten die in dem ursprünglichen Zustand belassen wurde. Zuerst mussten wir noch über einen riesigen Felsen rauf klettern, ein Stück weiter und dann unsere Schuhe ausziehen. Mit Socken ging es also sicherlich für eine Stunde in das ‚Museum‘. Unzählige Töpfe sahen wir zu Beginn, die Mayas haben in dieser Höhle Opfer gebracht und waren hierfür meist mehrere Tage. Als Opfergabe wurde unter anderem auch frisches, heißes Essen zubereitet. Und da für Mayas alle Gegenstände eine Seele haben, auch Töpfe, wurden diese nach ihrer Verwendung kaputt gemacht, um die Seele zu entlassen. Daher findet man auch wirklich viele Töpfe, neben diesen aber auch Skelette. Denn natürlich gab es auch Menschenopfer. Ja, und so wanderten wir mit unserem Guide weiter, der uns alles bis ins kleinste Detail schilderte. Am Ende kletterten wir noch über eine Leiter hinauf, um das am besten erhaltene Skelett zu besichtigen. Ziemlich spooky! Achja und dort war noch ein weiterer Schädel, bei dem es ein Tourist geschafft hat mit seiner GoPro zwei Zähne auszuschlagen. Deswegen sind jetzt alle Kameras und ähnliche Gegenstände verboten. Nach dieser ausgiebigen und überaus interessanten Tour durch diese Museums-Höhlen ging es den gleichen Weg wieder retour. Ohne Guide hätten wir da nie wieder raus gefunden, ist schon ein ziemliches Labyrinth. Manche Wege sind aufgrund anderer Wasserführung als zuvor auch nicht mehr passierbar, daher müssen andere Wege gefunden werden. Aber wir sind alle wieder heil aus der Höhle gekommen, wanderten wieder zum Auto zurück, wo dann auch ein Mittagessen auf uns wartete. Der Hunger war immens, es war immerhin schon drei Uhr nachmittags.

Nach einer Abkühlung im Pool ging es wieder zu einem Gruppen Abendessen, quasi gleich direkt neben unserem Hotel. Der Abend endete früh, alle waren ziemlich kaputt von diversen Touren und der nächste Tag stand im Zeichen einer längeren Weiterreise, die naturgemäß auch früh begann. Dieses Mal wieder mit einem öffentlichen Bus, der uns aber sogar vom Hotel direkt abholte (hat Rosemary organisiert, echt lässig!). Und so ging es nach Belize City zum Hafen, denn ein dreitägiger Aufenthalt auf der Insel Caye Caulker wartete auf uns.

Caye Caulker
Also ging es natürlich mit dem Boot weiter, das Wetter sah leider nicht viel versprechend aus… Im Hafen von Caye Caulker angekommen bestätigte es sich auch, es schüttete wie aus Kübeln. Innerhalb von Sekunden war man komplett durchnässt. Und so natürlich auch unsere Rucksäcke, die von Mitarbeitern auf einem Rollwagen über den Steg (ohne Dach) transportiert wurden. Dort angekommen waren also nicht nur wir nass, sondern auch alle unsere Sachen. Naja, soll nichts schlimmeres passieren wir hatten immerhin drei Nächte dort und hatten also genügend Zeit zum Trocknen.
Nach einem Mittagessen ging es zum Tour Anbieter, der uns eine Halb- oder Ganztages-Schnorchel-Tour vorstellte. Caye Caulker vorgelagert ist das zweitgrößte Riff der Welt und somit ist das dort eines der Must-Do’s. Es meldeten sich auch mehr oder weniger alle für die ganztägige Tour an. Wegen der aktuellen Wettervorhersage war es aber durchaus möglich, dass am nächsten Morgen kurzfristig abgesagt wird. Schien auch leider nicht so gut auszusehen. Aber immerhin hatten wir zwei volle Tage und noch einen Ausweichtag, falls abgesagt werden würde.
Für den Abend gingen wir jedenfalls in ein tolles Restaurant, wo es umgerechnet zehn Euro Hummer gab. Den musste ich natürlich auch bestellen. Und zusätzlich gab es noch eine attraktive Cocktail Happy Hour ? Der Hummer war sooooo gut, nom nom! Und dann noch diese guten Cocktails, ich hatte einen „Panty Ripper“ 😀 Danach ging es noch in die Sportsbar, eine der wenigen Bars dort. Dementsprechend ziemlich voll war es, als wir ankamen endete gerade das Pub-Quiz und es wurde ausgiebig gefeiert. Es gab sogar ab und an gratis Shots. Christian war ziemlich müde und ging dann auch schon früher ins Hotel, das auch nur um die Ecke war. Ich tanzte noch ein bisschen und genoss dann draußen noch den Anblick aufs Meer. Und als ich wieder hinein ging, traf ich doch glatt die zwei Iren, mit denen wir in Panama City unterwegs waren. Soooo witzig! Klarerweise trank ich mit ihnen noch ein paar Bier und plauderte, bevor auch ich ins Hotel zurück ging.

Wie zu erwarten wurde am nächsten Morgen dann auch die Schnorchel-Tour abgesagt. Unter tags sah das Wetter zwar nicht so schlimm aus, aber am Wasser sind es ja meist nochmals anders aus. Also genossen wir den Tag einfach, ganz nach dem Motto „Go Slow“ (wie es überall auf Caye Caulker zu lesen und auch deutlich spürbar ist). Wenn es nicht schüttete, spazierten wir durch das Dörfchen und aßen das ein oder andere Mal ? Dann machten wir noch eine kurze Radtour mit einheimischen Jugendlichen, ein gefördertes Projekt vom NPO Planeterra (g adventures). Die jungen Burschen und Mädchen waren sehr engagiert und waren unsere Tour-Guides – mit Enthusiasmus und Spaß zeigten sie uns Pflanzen und Tiere. Es war wirklich sehr interessant – da das Wetter aber nach wie vor nicht so toll war (vor allem stürmisch), haben wir nur die kurze Variante gemacht. Außerdem mussten wir am Nachmittag noch organisatorische Dinge erledigen, wie zum Beispiel den Flug von Hawai’i nach Neuseeland zu buchen. Und damit aus diversen Gründen Fiji fix aus unserer Route zu schmeißen. Ja und so ging dieser verregnete Tag entspannt und ruhig zu Ende. Die Hoffnung stirbt zuletzt, wir waren alle ganz aufgeregt, ob am nächsten Tag die Tour gehen würde. Und ja, Gott sei Dank wir haben grünes Licht bekommen!

Nach dem Fitting der Schnorchel Ausrüstung ging es auf den Katamaran. Das Wetter sah nach wie vor nicht prickelnd aus, aber eigentlich ist es ja egal, ob es regnet beim Schnorcheln. Endlich ging es los zum ersten Stop, dem Holchan Marine Reserve. Mitten im offenen Meer ist ein mehr oder weniger rundes Areal mit einem Riff, wo man eigentlich eine bunte Fischwelt erleben kann. Unter anderem besteht die Möglichkeit dort einen seltenen Manatee zu sichten, leider nicht an diesem Tag… Wirklich viele Fische haben wir leider nicht gesehen, aber ein wunderschönes Riff und zum Abschluss noch eine Meeresschildkröte ? Dann ging es nur kurz weiter, um bei einem gesunkenen Schiff rein zu springen, das relativ nah unter einem zu bestaunen war. Ja und dann kam das absolute Highlight und die Aufregung stieg noch mehr an… Die Ray and Shark Alley kam als nächstes, Stachelrochen und Ammenhaie tummeln sich dort immer. Es ist relativ seichtes und geschütztes Gebiet. Als wir mit dem Boot dort ankamen, schwammen direkt neben unserem Boot etwa dreißig Haie. Der Gedanke, da jetzt ins Wasser zu springen, war für mich definitiv noch einmal eine Überlegung wert. Auch wenn Ammenhaie nur Tiere vom Meeresboden fressen und deswegen Menschen eigentlich nicht beissen können und sehr freundlich sind, so sind es trotz allem Haie… Aber wann macht man das schon? Und warum sollte ich jetzt kneifen? Also, einfach Augen zu und durch! Als wir vom Boot sprangen, waren die Haie auch nicht mehr direkt da, daher war es vollkommen okay. Wir sind dann vielleicht zwei Minuten geschnorchelt, da tauchten direkt unter uns einige große Stachelrochen durch. Vor denen habe ich ziemlichen Respekt, immerhin kann der Stachel Schaden anrichten. Ganz ruhig schnorchelten wir weiter und dann waren sie plötzlich da, ein Schwarm Ammenhaie. Absolut majestätisch und ruhig schwammen sie durch das Wasser, große und kleine. Die Erwachsenen werden schon mal bis zu vier Meter, ziemlich imposant. Wir genossen dieses Erlebnis sehr, Christian machte natürlich einige Fotos und (viel mehr) Videos, aber wir hielten respektvollen Abstand zu den Tieren. Nach einer halben Stunde oder so ging es wieder aufs Boot, denn ein dritter Stop zu Carol Garden stand noch am Programm. Der anstrengendste wohl, denn wir schnorchelten gegen die Strömung und auch das Wetter verschlechterte sich, Regen prasselte auf uns, aber das Wasser war Gott sei Dank sehr warm. Relativ lange ging es gegen die Strömung, um nicht wirklich viel zu sehen, das Highlight war dann quasi eine Höhle unter Wasser, die man, wenn man sich traut, durchtauchen kann. Christian hat das natürlich sofort gemacht, ich nicht. Ja und dann ging es auch wieder zurück. Alle waren dann ziemlich ko, aber das Erlebnis mit den Haien zu schwimmen war einfach unbezahlbar. Hungrig bekamen wir dann alle noch ein ordentliches Mittagessen und dann ging es auch schon los mit Fruit Punch, alles in der Tour inkludiert ? Beim Nachschenken war die Crew sehr schnell und die Gläser wurden einfach nie leer. Und so wandelte sich das Boot innerhalb von Minuten in ein Partyboot, laute Musik, tanzende Menschen und literweise Alkohol. Am Ende wurden wir bei einer Sunset-Bar abgesetzt, wo wir den Sonnenuntergang genießen, schaukeln oder auf den aufgeblasenen Wassergeräten wie Pyramiden oder Trampolinen spielen konnten. Christian hat sogar noch unsere Wasserflaschen am Boot mit dem Fruit Punch aufgefüllt, wir waren also versorgt und teilten mit Sam, der mit uns am Trampolin saß. Am Ende war Christian sowas von betrunken, dass er nicht einmal mehr ordentlich gehen konnte ? Und so habe ich ihn gegen halb acht (ja, wirklich… Halb acht, vielleicht war es sogar erst sieben…) eingepackt, damit wir unsere fünf-minütige Bootstour zurück zum Dorf noch machen konnten. Melanie war Gott sei Dank mit mir mit, während der Fahrt hatten wir nur Angst, dass er zum Kotzen beginnen würde, ging aber gut aus. Und dann schleppten wir ihn zum Hotel, er war quasi nicht mehr in der Lage selbst zu gehen. Die anderen, die uns ankommen gesehen haben, dachten, dass er sich verletzt hätte ? Und so habe ich Christian nach einer längeren Pause beim Hoteleingang ins Bett gelegt und bin dann mit den anderen wieder in die Sportsbar tanzen gegangen. ? Gott sei Dank sind wir beim Packen schon so schnell, dass wir die Abreise in der Früh ohne Weiteres vorbereiten konnten.

Und falls sich jetzt jemand fragt, warum eigentlich niemand den Flug über’s Blue Hole dort gemacht hat: Es wollten ziemlich viele den Flug machen (wir nicht, weil A zu teuer und B zu kleine Maschine und daher C ich mich sicherlich nicht wohl fühlen würde), aber aufgrund des Wetters war es tatsächlich an allen Tagen nicht möglich.

Und so verabschiedeten wir uns von Caye Caulker und während des Tages auch von Belize. Denn es ging mit dem öffentlichen Bus weiter nach Mexiko. Die Grenze war teurer als gedacht, man zahlt erstmal 20 USD Ausreisegebühr aus Belize und zu diesem Zeitpunkt ganz neu, 27 USD Einreisegebühr nach Mexiko, wenn man länger als sieben Tage bleibt. Das wusste nicht einmal Rosemary, so neu war das Gesetz. Naja, ein ziemlich teurer Grenzwechsel war das für uns, aber ja, was soll man machen!? Der erste Stop war Gott sei Dank ein kleines, feines mexikanisches Restaurant mit tollen Tortillas und Tacos etc. Das Essen war herrlich, alle freuten sich auf ein paar Tage Mexiko und mexikanische Kultur ?

Belize: 20.10.-25.10.2017