Es war an der Zeit sich von Süd- und Zentralamerika zu verabschieden. Wir waren 5 Monate in komplett anderen Kulturen, Spanisch-sprechenden Ländern und aufregenden Landschaften unterwegs. Etwas wehmütig waren wir schon, aber freuten uns auch auf etwas mehr „Zivilisation“. Unser erster Stopp sollte uns nach San Francisco führen, worauf ich mich besonders gefreut habe… Und so kamen wir spät nächtens von Mexiko in San Francisco an und waren komplett übermüdet, zumal wir drei Stunden Zeitverschiebung hatten und in dieser Nacht auch noch in Kalifornien die Zeitumstellung war. Aber Christian, unser Couchsurfing-Host, und Alejandra, eine weitere Couchsurferin, warteten auf uns. Natürlich mussten wir noch ein bisschen plaudern, bevor es dann ins Bett bzw. in den Schlafsack ging.

San Francisco

Was muss man in San Francisco alles sehen? Na klar, man muss einmal mit der Cable Car durch die hügelige Stadt fahren, durch die Harbour Wharf, Pier 39 und Pier 45 spazieren. Und all das haben wir am ersten Tag auch gemacht. Wir hatten tolles sonniges Wetter, allerdings waren die Temperaturen recht kühl. An das mussten wir uns nach Zentralamerika erst wieder gewöhnen, aber wir waren ja Gott sei Dank bestens ausgerüstet.

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Golden Gate Bridge. Wir wanderten von Christians Wohnung einfach los, durch Presidios wunderschöne Wanderwege bis hin zur Brücke. Plötzlich lag sie vor uns und wir waren so angetan von dieser roten Schönheit. Ein absolutes Freiheits-Symbol. Wir waren viele Stunden unterwegs, überquerten die Brücke zu Fuß und waren dann klassisch noch in Sausalito auf einen Burger. Von dort ließen wir uns mit einem Uber wieder nach Hause fahren, die sind auch in USA um einiges günstiger als Taxis.

Christian wollte sich unbedingt Alcatraz ansehen, das haben wir am dritten Tag erledigt. Mit dem Boot ging es auf die Gefängnis-Insel bei wunderbar sonnigem Wetter. Mit dem Audio Guide erkundeten wir die alten Gefängnis-Mauern und -Zellen und hatten zudem einen Wahnsinns-Blick auf San Francisco und die Golden Gate Bridge. Danach waren wir noch in der „Mission“ unterwegs, wo wir uns eine Straße voll mit Graffitis angesehen haben. Gleich dort in der Nähe war auch „Last Minute Gear„, wo wir ganz unkompliziert unsere Camping-Ausrüstung für die nächsten vier Wochen ausgeborgt haben.

Abends saßen wir immer mit Christian auf ein paar Bier und/oder Wein zusammen, aßen gemütlich und plauderten bis spät nachts. Wir sind so froh, Christian kennen gelernt zu haben. Er ist ein toller Couchsurfer, unglaublich offener und interessanter Mensch und wir hatten echt viel Spaß!

Bei Last Minute Gear hatten wir uns am Tag zuvor einfach alles ausgesucht und konnten das am nächsten Tag mit unserem Mietwagen abholen. Gleich um die Ecke gab es auch ein „Grocery Outlet“, der mit Abstand günstigste Supermarkt in Kalifornien. Dort haben wir uns auch mit allem Nötigen für unseren bevorstehenden Roadtrip eingedeckt. Und dann ging’s auch los… Raus aus San Francisc, nach Osten Richtung Yosemite Nationalpark.

Yosemite Nationalpark

Da das Wetter für die Nacht im Yosemite NP extrem kalt angesagt war, hatten wir zuvor ein „Deluxe-Zelt“ in Midpines gebucht. Das ist sozusagen ein Vorort zum Nationalpark. Die hatten auch ein Restaurant, wo wir dann auch aus Bequemlichkeit gegessen haben. Am nächsten Morgen ging es sehr früh gleich in den Nationalpark, da wir im „Camp 4“ unser Zelt aufschlagen wollten und wir gehört hatten, dass man da sehr früh erscheinen sollte, da es sonst möglicherweise schon voll sein könnte. Als wir beim Nationalpark-Eingang unsere „America The Beautiful“ Jahreskarte hergezeigt haben, sahen wir doch glatt ein paar Meter nach dem Eingang einen Schwarzbären, der die Straße querte. Das war der erste Bär, den wir in freier Wildbahn gesehen haben. Das war soooo cool 😀 Beim Camp 4 hatten wir dann auch Glück, wir waren in der beginnenden Nebensaison unter der Woche unterwegs und konnten uns gemütlich einen Platz aussuchen. Nach dem schnellen Zeltaufbau ging es auch schon los durch den Nationalpark. Mit dem Auto kann man super bequem tolle Aussichtspunkte abfahren. Zuerst ging es gleich mal zum Glacier Point, wo wir den besten Blick auf den Half Dome und in das Tal hatten. Und so verbrachten wir den ganzen Tag im Nationalpark mit diversen kleinen Spaziergängen und Fahrten zu wunderschönen Punkten.

Am nächsten Tag wanderten wir noch in einer Giant Sequoia Grove, fuhren über die Tioga Road durch den Nationalpark und genossen diverse, wunderschöne Ausblicke, unglaubliche Landschaften und das sonnige, aber kühle Wetter. Melanie erzählte uns von einem österreichischen Restaurant in Mammoth Lakes, das wollten wir unbedingt ausprobieren. Dort angekommen hatte es gefühlte Minusgrade und das Restaurant hatte leider zu. Mammoth Lakes ist ein Wintersportort und auch entsprechend teuer, daher ging es für uns weiter bis Bishop, wo wir eigentlich campen wollten. Die Temperaturen sind ziemlich stark gefallen bis wir ankamen und ich wollte dann einfach nicht campen, zumal der Preis für einen Zeltplatz auch verhältnismäßig teuer war. Also ging es klassisch in ein Motel 🙂

San Francisco, Yosemite NP & Bishop: 4.11.-11.11.2017