Von Moab in Utah ging es Richtung Arizona, ein langer Fahrtag stand uns bevor – wahrscheinlich einer der längsten Strecken, die wir überhaupt an einem Stück gefahren sind. Aber der Bundesstaat hat einiges zu bieten, das wir wieder in relativ knapper Zeit erkunden wollten. Zuerst war aber mal geplant ein paar Foto-Stopps beim Monument Valley einzulegen, denn wir hatten gelesen, dass die Navajo Nation einen ziemlich hohen Eintrittspreis verlangt und man dann sowieso eine Jeep-Tour buchen muss, damit die Mietautos nicht über die ungewarteten Straßen fahren müssen. Und ehrlich: Man sieht die klassischen Felsformationen wirklich sehr gut vom nahe gelegenen Highway, wir wären also so oder so nicht in den Park gefahren. Dieser Ort ist Schauplatz diverser Filme, unter anderem von „Spiel mir das Lied vom Tod“.

Page

Nach der beeindruckenden Fahrt durch die Wüste Arizonas mit den immer wieder tollen Felsformationen kamen wir nachmittags in Page an, wo wir wieder im Motel eincheckten. Danach machten wir uns auf den Weg zu einer kleinen Wanderung, wo man einen guten Ausblick auf den Staudamm und die Umgebung hat. Den Staudamm haben wir uns dann auch nochmals genauer angesehen, ziemlich imposant. Für den Sonnenuntergang haben wir kurzerhand beschlossen den Horseshoe Bend zu besuchen. Das war ein wunderschöner Ort! Der Fluss macht eine Kurve und bildet damit eine Art Hufeisen, daher auch der Name. Um die besten Fotos zu machen, stellt man sich auch direkt an den Rand, da geht’s natürlich ordentlich hinunter, wir waren vorsichtig!

Wenn man in Page ist, ist der Besuch des Antelope Canyon eigentlich Muss, wie man so liest. Da uns diese Tour aber zu teuer war und wir teils haarsträubende Reviews gelesen hatten, haben wir uns dagegen entschieden. Nach längerer Recherche haben wir dann den Waterhole Canyon gefunden, wofür man nur einen $12 Hiking-Permit pro Person bei der Navajo Nation kaufen muss. Damit kann man selbst und ohne Guide dort wandern und sich Zeit lassen so viel man will. Die einzige Herausforderung ist, dass man den richtigen Ort zum Abstieg in den Canyon finden muss – ein bisschen hinunterklettern muss man schon. Aber es war sooooo cool! Wir waren die einzigen weit und breit, haben insgesamt vielleicht sechs andere Personen am Weg getroffen. Und am Ende kommt man genau zu diesen „Slot Canyons“ wie bei Antelope Canyon und hat dafür auch noch Zeit, Ruhe und Platz für eine Fotosession 🙂 Wir waren jedenfalls froh, dass wir uns für die Alternative entschieden hatten. Andere Slot Canyons in der Umgebung wie der Canyon X oder Secret Canyon können für recht hohe Preise ebenfalls besucht werden.

Grand Canyon

Nach unsere morgendlichen Wanderung im Canyon ging es danach auch direkt weiter zum Grand Canyon, dazwischen lagen einige Stunden Autofahrt, aber wir sollten noch genügend Zeit haben. Nach dem Nationalpark-Eingang folgen gleich direkt ein paar Aussichtspunkte, die man noch alle mit dem eigenen Auto machen kann. Nicht alle, aber einige davon haben wir uns auch angesehen. Vor allem der zweite war sehr schön, man sieht toll über die Canyon-Formationen und sogar den Fluss – die Weite ist ziemlich beeindruckend. Danach ging es ins Village, wo man mal einen Parkplatz finden muss, denn danach geht es nur mit dem Shuttle weiter – hierfür muss man man sich auch entscheiden, welche Linie (es gibt glaube ich insgesamt drei). Da wir nur einen Nachmittag hatten, haben wir uns für den entschieden, wo wir die meisten empfohlenen Aussichtspunkte inkludiert hatten. Letzten Endes aber verändert sich der Ausblick nicht wirklich – der Grand Canyon ist halt so groß, dass es kaum Unterschiede gibt. Natürlich etwas andere Perspektiven und so, aber an sich irgendwie immer gleich. Beim letzten Aussichtspunkt angekommen haben wir uns ein Plätzchen gesucht, um den Sonnenuntergang zu genießen. Und der hatte es an diesem Tag an sich, der Himmel färbte sich mit der Zeit blutorange und zeigte sich von seiner schönsten Seite. Wir erwischten dann noch den letzten Shuttle-Bus ins Village. Da die Hotelpreise in dem Village für uns unbezahlbar waren, ging es für uns noch zwei Stunden weiter bis Flagstaff.

Route 66

Von dort ging es am nächsten Tag weiter über die historische Route 66, die ja heutzutage ein neuer Highway ist. Wir sind nach dem Route 66 Museum in Ash Fork der alten Route gefolgt und damit durchs Nichts gefahren. Immer wieder kommen kleine Orte mit alten Schildern und alten Gebäuden – es scheint teilweise in der Zeit stehen geblieben zu sein. Wir haben dann beschlossen bis Oatman zu fahren, einst eine alte Goldminen-Stadt, die heute immer noch so aussieht. Am Weg dorthin hielten wir zwei Mal – einmal bei einem urigen Route 66 Shop mit allem, was man sich nur vorstellen kann (alte Zapfsäulen, alte Autos, Geschenke zum Kaufen etc.) und einmal bei einer früheren Tankstelle, die als Vorlage für den Film „Cars“ gedient hatte. Danach ging es über eine kurvenreiche, bergige Straße bis Oatman, wo wir natürlich ein paar Fotos machen mussten. Es laufen auch nach wie vor Esel auf der Straße herum. Dieser Tag war eine Reise in eine andere Zeit, es war total witzig!

Lake Havasu

Nach der ausgedehnten Route 66 Tour ging es noch weiter bis zum Lake Havasu, wo wir bereits zuvor einen BLM Campground raus gesucht hatten – für den muss man nichts bezahlen. Die sind wohl eher für Campervans gedacht als für Zelte, das war uns jedoch egal. Mitten in der Dunkelheit muss man den auch mal finden, denn die Straßen sind natürlich nicht mehr asphaltiert und somit etwas abenteuerlich und abgelegen. Am nächsten Morgen waren wir noch etwas in Lake Havasu City unterwegs, haben einen kleinen Spaziergang am Kanal gemacht und uns die London Bridge angesehen, die wirklich aus London kam. Der Ort war jedenfalls relativ teuer, daher hielten wir uns dort nicht allzu lange auf. Zudem wollten wir sowieso weiter, denn in zwei Tagen war Thanksgiving und wir hatten eine Einladung, die wir natürlich nicht missen wollten. Daher ging es vormittags wieder weiter nach Kalifornien in den Joshua Tree Nationalpark.

Moab bis Lake Havasu: 19.11.-22.11.2017