Wir hatten unsere neuen Handys in der Hand. Ich hab meines von Christian schon vorab zu Weihnachten geschenkt bekommen, das war eine Überraschung 🙂 Und so ging es glücklich nach Los Angeles, wo wir am frühen Nachmittag ankamen und zuerst einmal unser Airbnb-Zimmer in einem Vorort bezogen. Da wir ein Auto hatten, war das bequemer, da es wir auch ohne Probleme parken konnten. Nach einer kurzen Recherche, was wir so machen sollten, war für den Tag klar: Wir fahren zum Walk of Fame, denn heute war die Christmas Parade. Was für ein toller Zufall 🙂

Los Angeles

Mit dem uber ging’s dann auch zeitgerecht in die Stadt, wir wollten uns zuerst ja auch noch ein paar berühmte Sterne am Walk of Fame ansehen. Wir schlenderten also die immer voller werdende Straße ab und bestaunten die ein oder anderen tollen Stars am Boden. Irgendwann suchten wir uns einen Platz für die Parade, die leider letzten Endes eher enttäuschend war. Also wir haben uns zumindest von einer amerikanischen Weihnachts-Parade was anderes vorgestellt, aber es war ganz okay. Mittendrin haben wir beschlossen dann zum Chinese Theatre zu gehen, wo die ganz berühmten Finger- und Schuhabdrücke zu finden sind, unter anderem von Marilyn Monroe. Der Vorteil war, dass das direkt am Beginn der Parade war und kaum Leute beim Theater waren. Danach ging es mit dem uber wieder nach Hause, wo wir uns ein bisschen um den Haushund „Sparky“ gekümmert haben…

Am nächsten Tag entschieden wir frühmorgens aus dem Bauch heraus, was wir so machen werden und die Entscheidung fiel zuerst auf das California Science Center. Das ist wirklich extrem cool, erstens ist es gratis und zweitens ist es der einzige Ort auf der Welt, wo man ein Spaceshuttle von der Nähe bestaunen kann. Wir verbrachten dort ziemlich lange, denn es war sehr informativ und riesig, es gab hunderte unterschiedliche Sachen zu Sehen. Bis wir irgendwann zum Highlight der Endeavour, dem Spaceshuttle kamen. Das war wirklich sehr beeindruckend! Alleine wie das Shuttle nach Los Angeles transferiert wurde, ist schon ein Meisterakt und eine logistische Meisterleistung. Das Center können wir also nur wärmstens empfehlen, wenn man in LA ist. Ein überaus interessanter Besuch!

Danach verschlug es uns aber ganz woanders hin: Nach Venice Beach, wir wollten ein bisschen Beach-Lifestyle genießen. Es war zu kalt um dem Meer einen Besuch abzustatten, aber wir schlenderten die Promenade entlang und genossen den Meerblick, teils super-seltsame Menschen, Skater im berühmten Skateboard-Park und einen herrlichen Sonnenuntergang. Eigentlich wollten wir bis zum Santa Monica Pier spazieren, allerdings wurde es dann dunkel und die Gestalten, die dort herumlaufen, sind mitunter sonderbar und furchterregend. Daher beschlossen wir nach Hause zu fahren, zumal wir am nächsten Tag früh aufstehen wollten.

Denn es ging in die Universal Studios in Hollywood. Wir haben lange hin und her überlegt, ob wir das für den doch beträchtlichen Preis machen sollten. Da wir aber beide noch nie in einem Themenpark waren, wollten wir es einfach mal machen und es hat sich auch wirklich ausgezahlt. Wir waren welche von den ersten Gästen, haben bei der Kassa am Handy noch online die Karten bestellt, da sie nur online günstiger sind. Und dann ging’s auch schon los – in die Welten der Minions, Hogwarts, Simpsons, Jurassic Park, Transformers, Waterworld und vieles mehr. Wir waren tatsächlich den ganzen Tag beschäftigt auch wirklich alles auszuprobieren und zu sehen. Das Highlight für mich persönlich war die Studio Tour, die sehr interaktiv und lässig gestaltet ist und wirklich absolut toll war. Übrigens bin ich auch mit der Harry Potter Achterbahn gefahren und wer mich kennt, weiß, dass ich das normalerweise nicht mache. Also ich geh immer wieder aus meiner Komfortzone raus 😀

Den Highway 1 entlang

Dann ging’s auch schon wieder weiter und zwar ging der klassische Highway 1 Roadtrip los, der uns am Ende wieder bis nach San Francisco führen sollte. Es dauerte ein bisschen bis man mal aus LA draußen ist, aber dann führte uns zuerst der Weg zu einem kleinen Ort am Meer, wo wir eine kleine Wanderung zu einem Geocache und somit einem schönen Aussichtspunkt gemacht haben. Danach ging es nach Santa Barbara, wo wir uns die Old Mission angesehen haben. Dann war’s auch schon nachmittags und es ging weiter bis zum Lake Cachuma, wo wir campen wollten. Dort gibt es einen nicht allzu überteuerten Campingplatz mit Walk-In-Zeltplätzen, der riesig ist. Und wir waren mehr oder weniger neben vielleicht zehn anderen die einzigen Gäste. Nach dem Abendessen gab’s dort wieder unser obligatorisches Feuer, das uns vorm Schlafengehen aufwärmte.

Nach dem Frühstück ging zuerst zum Cachuma Lake Vistapoint, wo man auch einen Blick auf den hiesigen Staudamm hat. Danach ging es weiter nach Solvang, in ein kleines dänisches Dorf. Wir sind dort ein bisschen herum spaziert, haben uns zwei gratis Museen (Bernstein-Museum und Hans-Christian Andersen Museum), ein paar liebevolle Bäckereien und Windräder angesehen. Eine wirklich süße Stadt und hat so eigentlich gar nichts mit Amerika zu tun 😉

Nach dem Ausflug nach „Dänemark“ ging es weiter nach Morro Bay, wo wir zuerst einen kleinen Spaziergang machten und dann ein Mittags-Picknick beim Morro Rock in der Nähe. Wir fanden Picknick-Tische an einem tollen Ort mit tollem Blick und genossen das Wellenrauschen, die Meeresbrise und unseren frisch zubereiteten Thunfisch-Aufstrich 🙂

Am weiteren Weg gab es immer wieder Hinweistafeln über eine Sperre des Highway 1. Irgendwann begann Christian zu recherchieren und siehe da, ein Teilstück ist gesperrt aufgrund zweier Erdrutsche letztes Jahr. Wir wollten eigentlich campen im Big Sur Nationalpark, mussten dann aber aufgrund dieser neuen Information umplanen. Das haben wir dann irgendwo am Straßenrand auch gemacht. Wir beschlossen aber noch bis zur Elephant Seals Kolonie zu fahren, obwohl wir von dort wieder zurück mussten, um über das Inland nach Monterey zu kommen (das war der neue Plan). Bei der Kolonie verbrachten wir relativ viel Zeit, da die Seals einfach zu cool waren und wir diese Tiere einfach lieben. Danach ging es knapp drei Stunden nach Monterey, ein mega Umweg, um dorthin zu kommen – aber nicht anders möglich. Wir fanden ein nettes Motel, das wir am Ende für drei Nächte gebucht hatten, damit wir die Region in Ruhe erkunden konnten.

Der nächste Tag stand komplett im Zeichen des Big Sur Nationalparks. Nach etwa 30 Kilometern waren wir dort und fuhren dann mal zum Besucherzentrum, um uns Informationen zu den möglichen Wanderungen und so zu machen. Hatten aber auch schon ein paar Geocaches gespeichert, die wir ebenfalls gemacht haben. Und so ging es mal zu einem Geocache  bei einem der weltweit wenigen Albino Redwoods (Fernwood Campgrounds). Danach fuhren wir die atemberaubende Küstenstraße entlang, hielten natürlich immer wieder an, um tolle Fotos zu machen. Unser Ziel war ein kleiner Spaziergang zu den McWay Falls. Wir sind zuerst falsch gegangen, fanden dafür dort einen verlassenen Campingplatz, wo wir einfach gepicknickt haben. Wir fanden dann sogar auch noch den richtigen Walk zum Aussichtspunkt auf die McWay Falls. Von dort arbeiteten wir uns wieder zurück nach Monterey, blieben am Rückweg auch noch ein paar Mal stehen und waren immer wieder sehr beeindruckt von der tollen Küstenlandschaft.

Den nächsten Tag verbrachten wir in der Monterey Bay, wo wir den (gegen Entgelt) 17-Mile-Drive abgefahren sind – wunderschön waren vor allem Birdrock, Lone Cypress und Spanish Bay. Nach dem Drive fuhren wir einen anderen Rückweg, wo wir noch Highlights wie den Pebbles Beach und Lovers Point gesehen haben.

San Francisco

Dann war’s auch schon so weit, es ging wieder zurück nach San Francisco. Darauf freuten wir uns aber auch sehr, erstens bin ich ein Riesenfan dieser tollen Stadt und zweitens würden wir wieder bei Christian wohnen. Am frühen Nachmittag kamen wir dann auch bei ihm an, wir suchten ewig einen Parkplatz, haben dann aber einen Metered Parkplatz gefunden, der am Sonntag gratis ist. Wir würden am nächsten Tag in der Früh hingehen, bisschen Geld einwerfen und somit ein bisschen länger stehen bleiben können. Leider haben wir das Schild übersehen, das uns darauf hingewiesen hätte, dass ab acht Uhr früh am Montag Straßenreinigung ist und man dort nicht stehen darf. Christian war um 8:30 beim Parkplatz und wir hatten schon ein Ticket von Sage und Schreibe 73 US Dollar! Etwas vorgegriffen.

Als wir bei Christian ankamen, spazierten wir gleich in die Clement Street, wo wir uns mit diversen Dim Sums und asiatischen Köstlichkeiten eindeckten, gingen damit in eine Bar, bestellten uns Sekt-Orange und aßen in der Bar unser Essen. Das war ein spezielles Erlebnis, extrem witzig! Christian musste leider dann auch arbeiten und wir gingen in seine Wohnung und schauten Film. Den kompletten nächsten Tag blieben wir ebenfalls einfach zu Hause, um den Blog ein bisschen aufzuholen und einfach zu entspannen. Der Roadtrip durch die USA war doch ziemlich anstrengend.

Am letzten Tag unseres USA-Aufenthalts konnte sich Christian sogar frei nehmen und so verbrachten wir den ganzen Tag gemeinsam. Es ging in die Muir Woods raus aus San Francisco, wo wir unglaubliche Redwoods bestaunen konnten. Danach machten wir ein Picknick bei einem Aussichtspunkt über das Meer. Da mich die Golden Gate Bridge von Anfang an so fasziniert hatte, fuhren wir auch noch alle anderen Aussichtspunkte ab, die wir anfangs nicht gemacht hatten, weil wir da noch kein Auto hatten (zum Beispiel Battery Spencer). Es war einfach mega schön und abends schauten wir mit einer Freundin von Christian „Love Actually“, um uns ein bisschen auf Weihnachten einzustimmen. Und am nächsten, sehr frühen, Morgen verabschiedeten wir uns schweren Herzens von unserem neuen Freund Christian, unserem braven Auto der letzten Wochen und dem Festland der USA…

Los Angeles bis San Francisco: 26.11.-6.12.2017