Zuerst einmal: Sorry, dass wir schon länger nichts von uns hören ließen. Wir wollten uns jedoch unsere letzten drei Monate nur noch aufs Reisen fokussieren. Seit 13. Mai sind wir jedenfalls wieder in Österreich, haben uns wieder etwas einfinden müssen und jetzt versuchen wir noch den Rest der Reise im Blog zu dokumentieren. Also: Stay tuned! 🙂 Zuerst einmal geht es zurück nach Hawai’i im Dezember.

Unser atemberaubender Roadtrip im Südwesten der USA war zu Ende, wir freuten uns aber schon sehr auf die wärmende Sonne in Hawai’i. Sechs Flugstunden von San Francisco landeten wir auch schon in Honolulu auf O’ahu. Mit dem öffentlichen Bus ging es zum Waikiki Beach, wo wir wahrscheinlich das teuerste Hostel unserer gesamten Reise für zwei Nächte gebucht hatten. Der Bus braucht für die Strecke von nicht mal zehn Kilometern etwa 1,5 Stunden. Der Verkehr ist unglaublich!

Honolulu

Im Semi Dorm Zimmer kurz ausgeruht und auch mal kurz Panik bekommen… Wir hatten nur zwei Nächte im Hostel gebucht und dachten wir sind halt klassisch Backpack-mäßig unterwegs. Hahaha! War ein toller Plan, der in Hawai’i definitiv zu viel Geld kostet. Nach einer kurzen Recherche waren wir einfach nur geschockt von den Preisen. Daher mussten wir für unser Seelenheil zuerst einmal die drei Wochen Hawai’i durch planen, damit wir nicht tausende von Euro hier verbrennen. George, der mit uns auf der Zentralamerika-Tour dabei war, erzählte uns schon ein paar Tage davor etwas von Timeshares, die auf ebay last minute „verscherbelt“ werden. Da wurden wir dann auch tatsächlich fündig und haben zwei Timeshares mit passenden Daten gebucht und das Hawai’i Inselhopping war somit geplant. Und wir erleichtert ?

Danach spazierten wir also mal gemütlich zum Waikiki Beach, der mega überlaufen war (bzw. wahrscheinlich immer ist), aber der Honolulu Marathon war ein paar Tage später, daher waren sicherlich nochmal deutlich mehr Leute da. Das wars dann für den Tag auch.
Denn am nächsten wollten wir zum Diamond Head ein bisschen wandern, um einen schönen Blick auf Honolulu zu haben. Das machten wir auch, es war ziemlich heiß und doch anstrengend, aber durchaus okay. Oben angekommen hat man einen wunderschönen Blick auf Honolulu und das Meer, großartig! Danach ging es mit dem Bus wieder retour, wo wir uns im Supermarkt mit ein paar Kleinigkeiten eindeckten. Mit denen im Gepäck fuhren wir zum Strand, um dort ein bisschen zu chillen und zu picknicken. Ein schweres Inselleben – erkunden, essen, am Strand relaxen ?

Der nächste Morgen startete für uns bereits um halb sechs, es ging mit dem ersten Bus nach Pearl Harbour, damit wir gleich zur Öffnung um sieben dort sind. Da täglich 1500 Tickets gratis vergeben werden, wollten wir die nicht verpassen. Punkt sieben kamen wir dort an und die Schlange war bereits ziemlich lange, aber es dauerte nicht allzu lange. Wir ergatterten unser Ticket für die Tour (Film und Boot zum Memorial der USS Arizona) für 8 Uhr. Wir hatten also noch etwas Zeit ein paar Infotafeln und Blumenkränze vom Jahrestag einen Tag zuvor zu besichtigen. Und dann ging es auch schon zum Film und danach direkt aufs Boot zum Memorial, wo man sich nur relativ kurz aufhält. Das Memorial ist quasi über das gesunkene Schiff gebaut, man sieht noch Schlote des Schiffs aus dem Wasser ragen und auch Ölteppiche bilden sich über dem Wrack. Ein ziemlich beklemmendes Gefühl stieg in mir auf, sind doch in diesem Wrack ziemlich viele Seelen mit unter gegangen. Mit all den Kränzen vom Jahrestag hatte der Ort aber etwas Festliches und sehr Respektvolles. Aber ich war dann doch froh, wieder retour zu fahren. Danach spazierten wir noch durch die Museen, die minutiös alles erklärten – natürlich nur aus heroischer amerikanischer Sicht, damit auch ziemlich einseitig. Aber ja, das ist wohl ziemlich üblich bei Gedenkstätten. Nach dem historischen Ausflug ging es in die City, bisschen Wolkenkratzer, Weihnachtsdeko und Hawai’i Five O Hauptquartier für die Mama schauen.
Wieder zurück im Hostel ging es zum Rainbow Dine In, günstiges und gutes hawaiianisches Essen (Loco Moco), das anscheinend öfter auch in Filmen vorkommt. Nach dem ausgiebigen Essen hieß es packen, denn ganz früh ging es zum Flughafen. Big Island wartete auf uns.

Big Island bzw. eigentlich Hawai’i

In Kona gelandet, holten wir uns zuerst mal unser Mietauto – ohne dem geht auf Hawai’i gar nichts. Ursprünglich hatten wir eigentlich nur die kleinste Auto-Kategorie gebucht, die Dame hat mich dann aber doch noch überzeugt, einen Jeep zu nehmen. Kostet natürlich etwas mehr, aber letzten Endes hat sich der ausgezahlt, da wir ja auch die Sternwarten auf über 4000 Metern erkunden wollten. Da wir ein Apartment für die ganze Woche hatten, ging es zuerst noch zu Walmart, um uns mit allem Nötigen einzudecken. Dann ging es endlich ins Resort – hatten wir ja schon länger nicht mehr und waren schon etwas aufgeregt, wie das Wyndham wohl sein würde. Und es war unglaublich – ein sehr großes Apartment mit einfach nur wahnsinnig viel Platz. Eine riesengroße super saubere Küche mit allem, was man sich vorstellen kann, ein riesiges Wohnzimmer, zwei Balkone. Draußen noch ein Pool und Hot Tub – was will man mehr!? Den ersten Tag haben wir auch nur noch dort genossen und einen Plan für die Woche geschmiedet.

Am nächsten Tag wollten wir uns Schnorchel-Equipment für die ganze Woche ausborgen – ganz in der Nähe von uns soll ein toller Platz zum Delphine-Schnorcheln sein. Zuerst mussten wir aber einmal nach Kona reinfahren, um uns dort Schnorchel-Equipment auszuborgen. Dort haben wir auch einen interessanten Preis für das Manta Ray Nachtschnorcheln entdeckt (1 USD für 2 Personen). Da haben wir uns natürlich erkundigt und gegen etwas Zeit für eine Verkaufspräsentation gibt’s das wirklich um diesen Preis. Die zweite in dieser Woche (die erste bei Wyndham, wo wir wohnen). Aber was tut man nicht alles, um Aktivitäten deutlich günstiger zu bekommen? Oben drauf haben wir noch das Schnorchel-Zeug und etwas Strand-Equipment gratis bekommen.

Der nächste Tag stand im Zeichen des Kilauea – dem Vulkan, der jetzt aktuell seit Wochen ausbricht. Da hatten wir echt noch Glück, dass wir den Nationalpark erkunden konnten. An dem Tag waren wir mit Eva und Michi unterwegs – Eva und ich haben vor Jahren mal beruflich zu tun gehabt und wir waren zufälligerweise alle zeitgleich auf Big Island 🙂 Am späten Vormittag ging’s los, zuerst einmal geocachen und dann zum Punalu’u Bake Shop, wo wir eine Pause machten. Direkt in der Nähe ist der Punalu’u Beach, ein vulkanischer schwarzer Strand. Dort spazierten wir eine Runde, versuchten erfolglos unser Glück mit einem Geocache. Danach näherten wir uns immer mehr dem Kilauea Nationalpark – eine doch längere Anreise als man vorher denkt. Denn das Tempolimit ist durchwegs bei knapp 60 km/h. Als erstes ging es wie immer zum Visitor Center, um alle Informationen einzuholen. Dort entschieden wir uns auch definitiv gegen die Wanderung, um fließende Lava zu finden. Dafür hätten wir etwas früher starten müssen und es gibt keine Wegweiser und es kann schon mal passieren, dass man den Weg in der Nacht nicht zurück findet. Das war uns dann zu gefährlich. Die Lava kann man auch von Weitem sehen. Zuerst fuhren wir mal zu den Fumarolen, überall raucht es aus der Erde, wunderbar! Wie wir bereits von unserer Island-Reise wussten, sind wir Riesenfans von diesem Naturschauspiel. Dann ging es weiter – ab und zu mal stehen bleiben. Bei Lavahöhlen, Riesen-Kratern und am Ende einfach irgendwo am Weg, um den wunderschönen Sonnenuntergang zu beobachten. Da wir dann eben im Dunkeln weiter mussten, ging es zum Jaggar Museum, von wo wir das Lava-Spucken aus der Ferne beobachten konnten. Nach diesem aufregenden Tag ging es dann wieder zurück – hier muss man echt einkalkulieren, dass man nicht schnell fahren darf und sich die Strecke dann ziemlich zieht. Aber ja, irgendwann kamen wir dann spät nachts zu Hause an und fielen nur noch ins Bett.

Die meisten wissen, dass auf Big Island viele Teleskope auf alpiner Höhe zu bewundern sind, das Mauna Kea Observatorium. Da Christian ja ein Riesenfan von Astronomie usw. ist, mussten wir da natürlich rauf. Auch hier – man sollte den Weg nicht unterschätzen. Big Island ist wirklich „big“ und daher sind die Fahrtzeiten um einiges länger als man denkt. Auf etwa 2800 Metern kamen wir zuerst einmal beim Visitor Center an, wo man sogar verpflichtet ist, stehen zu bleiben. Erstens um sich zu akklimatisieren (nicht zu unterschätzen!) und zweitens wird überprüft, ob das Auto auch den Bestimmungen für eine Weiterfahrt entspricht. Nach etwa einer halben Stunde akklimatisieren fuhren wir nun Richtung 4000 Meter. Die Straßen sind steile Schotterstraßen und dementsprechend verstanden wir dann auch, dass nur ordentliche Allrad-Autos mit mindestens einem halbvollen Benzintank rauf durften. Als wir oben am Mauna Kea ankamen, zogen wir uns mal unsere Daunenjacken an – in den Höhen ist es deutlich kühler, auch auf Hawai’i. Es war unglaublich! Eine weite Sicht – quasi über den Wolken, die unterschiedlichen Teleskope und die Stille. Wir sind im Prinzip alle abgefahren und waren jedes Mal einfach nur erstaunt. Damit wir beim Visitor Center den kleinen Hügel für den Sonnenuntergang bewandern konnten, ging es zeitgerecht wieder hinunter. Wichtig ist auf die manuelle Schaltung bei der Automatik umzustellen, sonst ist das Bergab-Fahren eine Qual. Wir sind aber gut angekommen, wanderten auf den Hügel und sahen einen unglaublichen Sonnenuntergang. Wolkendecken, goldenes Licht und eine einfach atemberaubende Sicht. Da wir am Dienstag dort waren, wurde ein gratis „Stargazing“ beim Besucherzentrum angeboten. Es wurden fünf unterschiedliche Teleskope aufgestellt und auf unterschiedliche Sterne, Sternbilder oder Nebel eingestellt. Und dann sahen wir noch mit freiem Auge einen Satelliten vorbei fliegen, das sieht man nicht alle Tage. Wirklich cool! Irgendwann sind wir quasi „eingefroren“, sodass wir unseren doch längeren Heimweg antraten.

Mit der Schnorchel-Ausrüstung, die wir uns ausgeborgt hatten, ging es zum Manini Beach. Es gibt ein Captain Cook Monument, zu dem man entweder mit einer sehr anstrengenden Wanderung oder mit dem Kayak von der anderen Seite gelangen kann. Wir wollten kayaken, haben uns aufgrund des horrenden Mietpreises aber dagegen entschieden. So waren wir also nur schnorcheln, haben aber leider am Ende keine Delphine gesehen. Es war trotzdem ein herrlicher Nachmittag, der Strand war quasi leer und wir haben einige interessante Fische bewundern können. Nach einem Essen zuhause ging es zum Hafen in Kona – unser Mantarochen Nachtschnorcheln stand am Programm. Ich war schon etwas nervös, ich gehe nicht unbedingt gerne bei Dunkelheit ins Meer. Aber ja. Zuerst ging es bei Sonnenuntergang mit dem Boot zu richtigen Stelle (war quasi bei unserem Resort um die Ecke…). Wir warteten ziemlich lange und es kamen einfach keine Rochen, waren zu diesem Zeitpunkt aber noch am Boot. Wir wechselten den Platz, wurden angewiesen ins Wasser zu gehen und uns beim umgebauten Longboard mit blauen Lichtern ordentlich fest zu halten und flach am Wasser zu liegen. Nach einer gewissen Zeit wurde der Ort jedoch wieder gewechselt – ins flache Wasser. Einige Leute waren schon dort und man hörte immer wieder nur „Ooooh“, „Ahhhh“, „Woooow“ usw. Die Spannung stieg… Wir nahmen unsere Plätze ein und wenige Minuten später tauchte der erste Mantarochen direkt unter uns auf und fraß das Plankton, das durch das Licht angelockt wurde. Ich hab fast den Schnorchel ausgespuckt und Wasser verschluckt, es war einfach unglaublich! Immer wieder kamen diese majestätischen riesigen Tiere und zeigten sich in ihrer vollen Pracht. Am Ende machte einer noch eine Rolle, somit konnten wir auch die Unterseite ganz genau sehen. Atemberaubend! Mittlerweile waren wir sicherlich über eine Stunde im Wasser, es war dunkel und ich fror ziemlich. Ich entschied mich daher zurück zum Boot zu schwimmen. Die Rückfahrt war eisig kalt – da es nachmittags so heiß war, haben wir tatsächlich nicht darüber nachgedacht lange Sachen mitzunehmen. Naja, Gott sei Dank hatte unser Auto eine ordentliche Heizung 🙂 Bis wir zuhause waren, waren wir wieder aufgetaut. Dieser aufregende Schnorchel-Trip war jedenfalls ein Erlebnis, das unglaublich speziell war und wir uns immer wieder daran zurück erinnern werden.

Den vorletzten Tag zog es uns in den Norden der Insel. Am Weg blieben wir ab und zu stehen, um Geocaches zu heben. So findet man meistens coole Plätze, die man sonst nicht sehen würde. So war es dann auch. Kleine Spaziergänge entlang der Küste mit tollen Landschaften oder der Besuch der King Kamehameha Statue. Unser Ziel war neben dem Waipio Valley das Pololu Valley. Zum Pololu ging es zuerst. Da wir für den Abend Tickets für das traditionelle Lu’au hatten, entschieden wir uns gegen die Wanderung ins Valley hinein. Obwohl es uns wirklich gereizt hätte. Zum zweiten Valley haben wir es zeitlich gar nicht mehr geschafft, denn die Zeit lief uns an diesem Tag nur so davon und die Strecken sind deutlich weiter als man denkt. Dann gab es sogar noch einen Stau am Weg, schafften es ganz knapp aber noch zeitgerecht zum lang ersehnten Lu’au.
Eine klassische Blumenkette gab es leider nur gegen viel Geld, also gab es nur eine Muschelkette zum Eintritt. Danach ging es eigentlich ziemlich schnell los. Die Hula-Mädchen fingen zu tanzen an – wir sahen unterschiedliche Darbietungen von Erwachsenen und Jugendlichen. Die Hula-Vorführung war der Wegbereiter um das seit Stunden garende Schwein aus dem Erdofen Imu zu holen. Danach gab es das köstliche Fleisch mit vielen unterschiedlichen Beilagen. Parallel zum Festmahl ging es auf der Bühne mit Hula-Tanz weiter, nicht nur hawaiianische Tänze, auch Tänze unterschiedlicher polynesischer Kulturen wurden dargeboten – zum Beispiel aus Samoa oder Neuseeland. Es war jedenfalls ein rundum schöner Abend, der uns die hawaiianische Kultur näher brachte und wir wie verzaubert waren von dieser positiven Energie. Mit dieser Energie chillten wir am letzten Tag tatsächlich nur in unserem tollen Apartment – fernsehen, kochen, schwimmen, Bier trinken und einfach nur ein „Zuhause“ genießen. Dann hieß es auch schon wieder packen, am nächsten Tag ging es auf die Garteninsel Kaua’i.

Honolulu & Big Island: 6.-16.12.2017