Via Honolulu ging es auf die Garteninsel Kaua’i, auf dir wir uns sehr freuten. Einheimischen zufolge soll dies die schönste Insel sein. Eines einmal vorweg: Sie ist definitiv anders als Big Island. Nach der Landung holten wir einmal unser Mietauto, ohne das geht’s kaum auf Hawai’i. Wir hatten einen recht neuen, schnittigen kleinen Mazda. Unsere großen Rucksäcke passten da auch nur knapp rein, aber wir haben es geschafft. Bevor wir unsere Unterkunft ansteuerten, machten wir natürlich einen Halt, um uns wieder mit Lebensmittel einzudecken. Nach wie vor günstiger als essen gehen. Im Resort wurden wir sehr herzlich empfangen, das Zimmer war auch schon bereit. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir nur noch mit kochen, essen, fernsehen, die Woche grob planen und abends im Hot Tub – auch das war wieder vorhanden 🙂

Die Garteninsel Kaua’i

Am nächsten Tag ging es schon los mit der ersten Erkundungs-Tour. Die Insel ist deutlich kleiner als Big Island, sodass man hier in einer Woche so ziemlich alles erkunden kann. Für den ersten Tag ging es ganz in die Nähe zum Poliahu Park. Zuerst konnten wir von einem Aussichtspunkt die Opaeka’a Falls bewundern. Kurzerhand haben wir dann beschlossen einfach die Straße bis zum Ende zu fahren, wo wir am Kuilau Ridge Trailhead landeten. Dort haben wir, wie fast immer, einen Geocache gesucht – die Moskitos waren aber echt gierig und verspeisten uns sozusagen zum Frühstück. Also beendeten wir die Suche und spazierten einfach in dem Wald und genossen das atemberaubende Grün und die Ruhe – denn Touristen verirrten sich dort kaum welche hin. Am Rückweg zum Auto, hielten wir unsere Beine noch ins kühle Nass, damit die Moskitobisse weniger juckten. Danach ging es die gleiche Straße wieder retour, wo wir noch einige Stops machten, z.B. beim Wailua River State Park, wunderschönen Aussichtspunkten sowie einem hawaiianischen, sehr versteckten Friedhof (mit einem unglaublichen Blick!). Danach zog es uns zum ersten Strand, der ebenfalls am Weg lag. Es waren kaum Menschen dort, wir spazierten dort entlang. Ins Wasser ging niemand – die Wellen waren aber auch ordentlich hoch. Nunja, wir waren im Winter auf Hawai’i (auch wenn es nicht so aussieht ;)). Am stärksten merkt man dies am Meer – hohe Wellen und starke Strömungen. Es ist also auch nicht empfehlenswert überall rein zu gehen. Danach schlug der Hunger zu, sodass wir nach Hause fuhren und es uns dort den Rest des Tages gemütlich zu machen.

Nach einem ausgedehnten, selbst gemachten Frühstück zog es uns in den Norden. Schöne Strände, außergewöhnliche Natur und eine mögliche Wal-Sichtung lockten in diese Region. Wir fuhren zum weitest möglichen Punkt im Norden zum Start des Kalalau Trail (ab da kann man nur noch wandern, wenn man möchte) – am Weg hielten wir ab und zu bei wunderschönen Aussichtspunkten, die seinesgleichen suchen. Unter anderem auch beim Whale-Watching-Point – wir haben sogar wirklich Wale gesehen. Zwar ziemlich weit weg, aber immerhin.
Der Strand am Ende im Norden ist sehr schön, ein kleiner Abschnitt ist sogar zum Baden geeignet. Wir genossen aber einfach nur die Aussicht und beobachteten das bunte Treiben. Danach spazierten wir ein Stück zurück zu Höhlen, die mit Wasser gefüllt sind. Zu einer sind wir ein kurzes Stück hin gewandert, obwohl es eigentlich verboten war. Ganz verstanden haben wir nicht warum. Dort wartete ein Geocache auf uns, den wir aufgrund der vielen Moskitobisse wieder einmal nicht gehoben haben. Aber diese Viecher haben mich einfach nur verspeist. Der nächste Erkundungspunkt führte uns nach Princeville, wo sich das Queen’s Bath befindet. Hierfür muss man eine teils recht steile Wanderung machen, die es manchmal echt in sich hatte. Denn es hatte am Tag zuvor geregnet und so waren manche Bereiche einfach nur rutschiger Matsch und zwar bergab. Es dauerte also ab und zu länger bis wir vorankamen. Aber unten angekommen entschädigte die Klippen-Kulisse. Ein Stück weiter fanden wir auch das Queen’s Bath, ein geologischer Gezeiten-Pool. In den Wintermonaten ist es jedoch nicht empfehlenswert hinein zu gehen. Wir haben uns auf einem Stein niedergelassen und einfach die Szenerie auf uns wirken lassen, so manch Mutiger ging tatsächlich in den Pool. Für uns hat das zu gefährlich ausgesehen, denn manche Wellen sind einfach mit einer unglaublichen Gewalt hinein geschossen und die Strömungen haben echt nicht ohne ausgesehen. Queen’s Bath heißt das übrigens, weil es früher wirklich ein royaler Pool war. Nach diesem ereignisreichen Tag haben wir, wie üblich, der Abend mit gutem Essen und danach mit (verbotenem) Bier im Hot Tub ausklingen lassen. Der nächste Tag stand auch im Zeichen der Gemütlichkeit, wir gammelten einfach zuhause herum – denn der Regen war auch nicht sehr einladend, um große Touren zu machen. Die Garteninsel ist nicht umsonst so grün, es regnet dort eigentlich relativ oft.

Eines der absoluten Highlights und Must-Sees ist der Waimea Canyon State Park, wo wir den kommenden Tag verbrachten. Recht früh ging es los. Am Weg zum ersten Aussichtspunkt trafen wir einen Hitchhiker, den wir auch netterweise mitgenommen haben. Sehr gesprächig war er irgendwie nicht, aber es war ganz nett. Er wollte bis zu einem Campingplatz im Herzen des Canyon Parks. Und so ging es also dann zu dritt wirklich los. Und der erste Ausblick war einfach nur atemberaubend – eine Vielzahl an Farben und eine wunderbare weite Sicht. Es war unglaublich und wir freuten uns einfach nur auf mehr. Überall, wo es nur möglich war, machten wir Stops, um die fantastische und abwechslungsreiche Szenerie zu bestaunen. Die letzten möglichen Aussichtspunkte sind der Kalalau Lookout sowie der Pu’u O Kila Lookout. Von beiden hat man einen fantastischen Ausblick auf die Nāpali Coast, die einfach nur einmalig ist. Nach einer ausgiebigen Bewunderung ging es retour, bei dem einen Trail Parking haben wir den Hitchhiker verabschiedet und wir genossen einen Snack – neben vielen Hühnern. Habe ich schon erwähnt, dass auf Kaua’i überall frei laufende Hühner unterwegs sind? Und zwar wirklich überall! Bei einem Erdbeben oder so dürften mal Hühner frei gekommen sein und das wurde dann auch so belassen. Wir haben während unseres Snacks noch eine Kanadierin kennen gelernt, die auf ihre Familie wartete, welche den Ridge Trail machte. Den haben wir eigentlich auch überlegt zu machen, aber sie meinte, mit Höhenangst ist das eher nicht so ein tolles Erlebnis (sie ist gleich zu Beginn zurück gekehrt, weil es ihr zu steil war). So haben wir beschlossen noch andere Lookouts und kleine Wanderungen am Rückweg zu machen und das hat sich auch alles voll ausgezahlt. Die ganze Region in und um den Waimea Canyon, übrigens auch Grand Canyon des Pazifiks genannt, ist wirklich ein magischer und wunderschöner Ort, der eine Vielzahl an Schönheiten zu bieten hat. Nach diesem tollen Tag wollten wir noch zu einem Strand ein bisschen entspannen. So ging es zum Kekaha Beach Park, wo auch campen erlaubt ist. Am Weg zum Strand fing Christian mit Schweizern zu plaudern an, da er aus Interesse die Preise des Campingplatzes erfragen wollte. Ich stand noch am Parkplatz und rauchte eine – auf Stränden ist das ja üblicherweise verboten. Es stellte sich heraus, dass die beiden auch Langzeitreisende sind und wir uns viel zu erzählen hatten und wir verstanden uns blendend. Gefühlte zwei Stunden später packten wir die beiden mehr oder weniger ein. Wir haben ihnen angeboten, dass sie eine Nacht bei uns im Apartment schlafen können (Platz hatten wir ja genug), da sie bereits seit über einem Monat nur gezeltet haben und sie ein ordentliches Bett sehr zu schätzen wussten. Ja und so ging es zuerst zum Supermarkt, um für’s Abendessen einzukaufen und für Bier-Nachschub zu sorgen. Wir hatten einen wirklich super lustigen Abend – es war einfach wie mit alten Freunden, die wir schon lange nicht gesehen hatten. Unglaublich, welch tolle Menschen man auf der Welt trifft und wie schnell man sich so wunderbar verstehen kann. Immer wieder erstaunlich!

Nach einem sehr ereignisreichen Vortag wollten wir am nächsten Tag eigentlich nur am Strand liegen und ein bisschen chillen. Wir beschlossen zum Poipu Beach Park zu fahren, da dieser auch wirklich zum Baden geeignet ist. Dort angekommen haben wir das erste Mal so richtig viele Menschen gesehen, das war wohl einer der beliebtesten Strände zum Schwimmen und Schnorcheln. Während Christian ausgiebig schnorchelte, entspannte ich einfach in der Sonne, machte einige Notizen für den Blog und beobachtete alle um mich herum. Den nächsten Tag verbrachten wir ebenfalls nur am Strand. Die Highlights der Garteninsel hatten wir erkundet, sodass wir nur noch die Sonne, das Meer und das Beachlife genießen wollten. Christian testete auch das Bodyboarden, wobei er seine Smartwatch ans Meer verlor 😉 Naja, ihm machte es einfach unglaublich viel Spaß und ich habe ein Buch gelesen, denn das Wasser war schon recht kühl… Ja und dann hieß es auch schon wieder alle Reste zu essen und zu packen. Am nächsten Tag ging es wieder retour nach Honolulu, wo wir dann auch Weihnachten verbringen würden. Zuerst verbrachten wir aber den Großteil des Tages noch am Pool im Resort, unser Flug ging erst abends.

Weihnachten in Honolulu

Bevor wir nach Big Island abreisten, haben wir im gleichen Hostel am Waikiki Beach für unsere letzten Hawai’i Tage gebucht. Es war mit Abstand das einzige, das in unser Budget passte und das war noch zu teuer. Da wir recht spät im Hostel ankamen, gingen wir nur noch um die Ecke Burger essen  und fielen dann nur noch ins Bett. Am nächsten Tag war Weihnachten, zumindest in Österreich wird ja bekanntlich am 24.12. gefeiert. Wir telefonierten mit Familie und Freunden und konnten so das Heimweh und die Sehnsucht nach Hause eindämmen. Erstaunlicherweise war es zu Weihnachten nicht so stark wie wir befürchtet hatten – einige Wochen zuvor war es deutlich schlimmer. Aber durch die langen und ausgiebigen Telefonate war es als wären wir zu Hause, nur war es bei uns definitiv wärmer und sonniger 😉 Den restlichen Tag verbrachten wir am Strand, spielten Monopoly Deal und schlenderten wieder einmal über die Promenade und kehrten mehrmals bei den vielen Honolulu Cookie Company Stores ein – die Kekse können gratis verkostet werden 😉 Das war unser Weihnachtsgeschenk an uns, lol. Die Kekse sind übrigens der Oberhammer, echt sowas von lecker! Unser Weihnachtsessen war dann wieder einmal das Loco Moco beim Rainbow Drive In 🙂 Den nächsten Tag verbrachten wir am Waikiki Beach – was gibt es Schöneres als zu Weihnachten in der Sonne am Strand zu liegen? Nachmittags ging es zurück ins Zimmer, es war an der Zeit den Zeitraum für Australien halbwegs zu fixieren und überhaupt die restliche Route zu planen. Für den Abend hatten wir unser eigentliches Weihnachtsessen geplant (wir haben uns da Amerika angepasst) und haben im „Hot Pot Heaven“ reserviert – es war unglaublich lecker!
Am letzten vollen Tag unseres Hawai’i Aufenthalts wollten wir eigentlich mit dem öffentlichen Bus zu Northshore von O’ahu fahren, allerdings schüttete es wie aus Kübeln und zwar mehr oder weniger den gaaaanzen Tag. Naja, so haben wir am Ende von O’ahu nicht sehr viel gesehen, aber ein bisschen Entspannung tat uns sehr gut. Man lernt auf so einer Reise, dass man sowieso nicht alles sehen kann und so besinnt man sich ab und zu auch auf ordentliche Erholungsphasen, die absolut notwendig sind. Nachmittags putzten wir unsere Schuhe ausgiebig und checkten alle unsere Sachen, denn die Einreise in Neuseeland ist sehr strikt – vor allem was Trekkingschuhe, Samen, Essen usw. betrifft. Es soll nichts eingeschleppt werden und wir haben uns echt Mühe gegeben, dass wir ohne Probleme einreisen können und alles sauber ist.

Kaua’i & Honolulu: 16.-27.12.2017