Via eines siebenstündigen Aufenthalts in Melbourne landeten wir nach einer gefühlten Ewigkeit in Auckland. Es waren zwar nur etwa 24 Stunden, aber verloren haben wir noch zusätzliche 24. Denn wir sind über die internationale Datumsgrenze geflogen. Gestartet am 27.12. früh morgens in Honolulu kamen wir am 29.12. früh morgens an. Wir wurden herzlichst von Stacey am Flughafen empfangen, denn wir durften zwei Wochen bei ihr und Sam wohnen und mit ihnen gemeinsam die nördliche Insel unsicher machen. Mit den beiden waren wir im Oktober fünf Wochen durch Zentralamerika unterwegs und haben uns bereits zu diesem Zeitpunkt ausgemacht, dass wir ihnen bleiben dürfen. Alleine, dass wir am Flughafen empfangen wurden, ließ Zuhause-Gefühle aufkommen. Nach etwa 1,5 Stunden Fahrtzeit kamen wir bei ihrem Haus nähe Thames auf der Coromandel Halbinsel an. Dort warteten Sam, Hündin Roxy und Kater Nacho bereits auf uns.

Silvester auf Coromandel

Nach der Begrüßung wurde uns einmal das Haus und die Umgebung gezeigt. Stacey zauberte uns danach ein wunderbares Frühstück, das uns für den Tag stärkte. Zu Mittag kamen dann Courteney und Hayden, gute Freunde der beiden, an – die beiden würden ebenfalls die nächsten Tage hier bleiben. Nachmittags bin ich dann irgendwann einfach eingeschlafen, die Langstrecke, bei der wir kaum geschlafen haben, hat dann doch seine Spuren hinterlassen. Währenddessen waren die anderen mit Christian im Supermarkt und besorgten schon mal die ersten Dinge für die New Year Party, die zwei Tage später stattfand. Gegen Abend kamen immer mehr Freunde im Haus an, alle schliefen da. Die beiden haben echt viel Platz, um Gäste unter zu bekommen – wahnsinnig lässig!

Für den nächsten Tag haben wir mit der Gruppe geplant zum New Chums Beach auf der Coromandel Halbinsel zu fahren. Die Fahrt dorthin war natürlich schon ein Wahnsinn – das erste Mal so richtiges Kiwi-Feeling. Ein super lang ersehnter Reise-Traum wurde wahr und das Bewusstsein hierfür schärfte sich bei dieser Fahrt. Der erste Stop war in Coromandel selbst, wo wir unser erstes Bier getrunken haben. Danach deckten wir uns in einer Bäckerei mit den klassischen neuseeländischen Meat Pies ein, die wir gleich verschlungen haben. Die waren lecker! Als nächstes ging es dann wirklich zum New Chums Beach bzw. in die Nähe. Denn der Strand ist nur über eine Wanderung von etwa 45 Minuten erreichbar. Zuerst kommt man bei einem anderen wunderschönen Strand vorbei und dann geht’s über Steine und Geröll zum eigentlichen Strand. Wir waren bepackt mit allem Nötigen, vor allem Bier 😉 Der Strand war unglaublich schön, relativ wenige Menschen natürlich. Wir genossen das kühle Nass, denn es war ziemlich heiß – war es doch Hochsommer zu diesem Zeitpunkt. Nach ein paar Bier ging es auch wieder retour, die Fahrt über die restliche Halbinsel würde noch etwas dauern. Am Weg nach Hause wollten uns bei einem bekannten Fish & Chips Shop mit original Kiwi Fish & Chips in Papier eindecken. Unterwegs blieben wir ab und zu bei tollen Aussichtspunkten stehen, um die Schönheit der Halbinsel zu bewundern. Beim Surf & Sand Takeaways in Tairua angekommen haben wir gemerkt, dass wir nicht die einzigen waren, die diese Idee hatten. Also ging es während der Wartezeit zum Strand. Nach einer gefühlten Ewigkeit, ich glaub es war eine Stunde, kamen die Burschen wirklich mit unserem Essen. Und so wurde gefuttert und alle waren happy, der Hunger war bereits seeehr groß. 🙂 Gut gestärkt ging es für alle zurück nach Puriri zu Sam und Stacey. Da alle auch bei der New Year Party dabei sein würden, blieben gleich alle da, denn jeder kommt aus unterschiedlichen Richtungen und fährt mitunter schon mal über eine Stunde oder noch viel länger.

Der letzte Tag des Jahres brach an und wir waren sozusagen weltweit die ersten, die bald später ins neue Jahr rutschen würden – wie aufregend 🙂 Nach einem Frühstück für die komplette Bande ging es um die Vorbereitungen, zuerst einmal einkaufen. Tiffany und Matt kamen zu Mittag an, Stacey meinte sie ist die einzige, die mir vielleicht mit meiner Haar-Misere helfen könnte. Meine Haare waren einfach schon zu lang und ich wollte nicht irgendwo einen Friseur suchen und damit Zeit verschwenden. Ja und sie ist Krankenschwester, traute sich aber ein bisschen meine Haare zu facionieren, noch Haarfarbe rein und ich sah tausend Mal besser als vorher aus. Gott, war ich erleichtert 🙂 Stacey kümmerte sich einstweilen um die Essens-Vorbereitungen, unter anderem um eine Pavlova. Eine Süßspeise, wo nach wie vor gestritten wird, ob sie von Kiwis oder Australiern erfunden wurde 😉 Die gab’s am späten Nachmittag und die war einfach nur unglaublich lecker!!! Soooooo gut! Und so verging der 31. Dezember im Herzen Neuseelands mit Freunden, es war wirklich toll! Es wurde Beer Pong gespielt, getrunken, gelacht und gegessen. Um Mitternacht gab es kein einziges Fünkchen Feuerwerk, denn es galt zu diesem Zeitpunkt ein Fire Ban, da es zu trocken war und jede Feuerquelle eine potentielle Großflächen-Brandgefahr darstellt. Es war toll, wir fühlten uns als würden wir alle ewig kennen und genossen dieses Gefühl irgendwie zuhause zu sein. An dieser Stelle tausend Dank noch einmal an Stacey und Sam, die das überhaupt erst möglich gemacht haben… Nach Mitternacht ging es zum kleinen Bach hinunter, denn manche leben nach der Tradition, zu Neujahr nackt in einen Fluss/Bach zu springen. Und alle schauten zu 😉 Danach fingen sie noch an und wollten Aale mit den bloßen Händen fangen, was kläglich scheiterte. Nach etwa einer Stunde ging ich wieder hoch zum Haus und war etwas überrascht – es war alles dunkel und alle schliefen bereits. Ich telefonierte dann noch mit Mama, trank mit Christian noch ein Bier und gegen halb drei gingen auch wir dann schlafen. Nach einem nährreichen Grill-Frühstück ging’s für die meisten Freunde wieder nach Hause. Courteney und Hayden blieben noch und wir schmiedeten Pläne für den ersten Road Trip über die Nordinsel. Courteney hatte noch frei und schloss sich kurzerhand an, Hayden musste arbeiten und konnte leider nicht mit. Am späten Nachmittag stand der Plan auch, es wurde alles organisiert und gebucht. Courteney und Hayden fuhren nach Rotorua zu ihrer Mama, um alles zu organisieren, denn wir durften am nächsten Tag bei ihr im Haus schlafen.

Road Trip I via Rotorua, Hawkes Bay bis Wellington

Kurz nach acht ging es dann für uns vier los. Der erste Weg führte uns nach Paeroa, wo die beliebte neuseeländische Limonade L&P (Lemon & Paeroa) hergestellt wird. Dort steht auch eine überdimensionale Flasche, die ein Fotomagnet ist – auch für uns. Danach ging es weiter zur Martha Mine in Waihi, zu Neuseelands größter Gold- und Silbermine – der Abbau wurde aber bis 2017 schrittweise heruntergefahren. In Waihi haben wir am Weg eine deutsche Bäckerei gesehen und wollten halten, denn wer weiß, welche Spezialitäten wir dort vorfinden würden. Und es war eine super Idee; Es gab Krapfen, Linzer Torte, Apfelstrudel und vieles mehr – ein solider Snack für zwischendurch 🙂 Weiter ging’s nach Tauranga, wo wir den Mount Maunganui sehen konnten. Aufgrund unseres straffen Zeitplans blieb uns keine Zeit für eine kleine Wanderung. Aber ein kleiner Stop für einen Geocache war drin, wo wir einen tollen Ausblick vorgefunden haben. Nun ging es weiter Richtung Rotorua, die Stadt und ihr Umland liegen im North Island Volcanic Plateau. Demnach findet man dort einige tolle geothermische Aktivitäten. Nach einer Stärkung bei Burger Fuel haben wir mal unsere Sachen zu Courteneys Mama gebracht. Danach wollten wir uns eine der klassischen Sulfur Bäder gönnen. Gleich in der Nähe lag der Hells Gate Geothermal Park und das dazugehörige Mud Bath Spa. Das Mud Bath gönnten sich Stacey, Sam und ich auch – Christian genoss nur ein „normales“ Sulfur-Bad. Zuerst ging es mal alle in das normale sulfurhaltige Wasser – an den Geruch muss man sich wirklich erst gewöhnen, aber es war herrlich warm und entspannte die Muskeln. Danach durften wir zu dritt in das Schlammbad, für maximal 20 Minuten. Die Temperaturen sind ziemlich hoch, viel länger würde man das nicht aushalten. Und so ging’s los, dass wir uns mit dem vulkanischen Schlamm einrieben und das einwirken ließen. Soll ja unglaublich gesund sein für die Haut. Nach dieser Prozedur muss man sich alles ordentlich abduschen und schon geht’s weiter mit dem Sulfur-Bad. Mit der Zeit war uns aber dann einfach zu heiß. Zudem wollten wir uns in Rotorua noch ein paar der Naturschauspiele ansehen und so ging’s los zu einen Park, wo es überall aus dem Boden rauchte. Als wir zuerst ausgestiegen sind hat es nach einer Minute heftigst zu schütten begonnen. Wir haben uns daher beschlossen zum See zu fahren und hofften, dass sich das Wetter bessern würde. Fehlanzeige! Also ging es wieder zurück zu dem Park, wo es dann nach unserer Ankunft tatsächlich zu regnen aufgehört hat. Viel erlebt an diesem Tag hatten wir alle Hunger, kauften ein und danach kochten Christian und ich unsere klassische Carbonara à la Christian für alle und machten einen gemütlichen Fernsehabend. Als es stockfinster war, fuhren wir mit Sam zu dritt noch in den nahe gelegenen Wald. Dort sollen nachts neuseeländische Glühwürmchen sichtbar sein (die sind eine andere Art als die wir von hier kennen). Und tatsächlich haben wir einige gesichtet, wir konnten diese teils echt gut sehen und auch ein bisschen studieren. Das war überaus interessant!

Ein langer Tag stand uns bevor. Es ging nach Wellington, zuerst aber einmal vorbei an den Huka Falls, Lake Taupo bis Napier in der Hawkes Bay, einer der tollen Weingegenden Neuseelands. Napier wurde nach einem Erdbeben in den 70er Jahren im Art-déco-Stil wieder aufgebaut. Eine süße kleine Stadt, wo wir ein hervorragendes Mittagessen mit einem Gläschen Wein genossen. Das mit der Weingegend wollten wir noch näher erkunden. Und so kamen wir zur Craggy Range, einem wunderschön angelegten Weingut, wo wir eine Verkostung mit ausgezeichneten Weinen machten. Da wir noch über vier Stunden Fahrtzeit bis Wellington vor uns hatten, ging es bald aber wieder los. Wir kamen in einen unglaublichen Regenguss, der unbeschreiblich war. Sam führte uns aber sicher bis Wellington, wo Gott sei Dank aber auch wieder etwas besseres Wetter herrschte. Nach dem Check-In im Hostel, ging es zu einem japanischen Restaurant (Origami), das unglaublich schmackhaft war. Danach gönnten wir uns noch ein paar Cocktails, bevor wir in unser Dorm gingen und nur so ins Bett fielen. Es war ein langer Tag.

Den nächsten Tag nutzten wir, um die kleinste Hauptstadt der Welt zu erkunden. Eine überaus vibrierende Stadt mit wahnsinnig viel Flair und tollen Vibes! Stacey und Courteney wollten shoppen gehen, daher waren wir mit Sam auf Sightseeing-Tour. Nach einem Frühstück ging es zur Wellington Cable Car. Oben angekommen hat man einen tollen Blick über die Stadt und kommt quasi nahtlos zum Botanischen Garten. Dort fanden wir alle möglichen nativen Pflanzen und Bäume, unter anderem natürlich den klassischen Farn, wofür Neuseeland ja sehr bekannt ist. Man spaziert quasi bergab durch den Garten und kommt unten in der Stadt wieder raus, wo wir dann auch das Beehive Parlament gesehen haben. Am Bahnhof vorbei ging es zur Waterfront bzw. den Hafen, eine wunderschöne Umgebung. Dort gab es auch mal Mittagessen – Fischsuppe, Burger etc. Währenddessen bin ich verbrannt, durch den Schirm kam wohl echt viel Sonne durch. Aber mein Nacken- und Schulterbereich war sowas von rot – die wohl stärkste Sonne der Welt lässt grüßen. Das Ozonloch ist übrigens direkt über Neuseeland, ein permanenter ordentlicher Schutz ist absolut notwendig (auch wenn es bewölkt ist!). Nach der Stärkung suchten wir ein paar Geocaches, um am Ende im Te Papa Museum zu landen – dem Nationalmuseum Neuseelands und das auch noch gratis. Ein riesiges Museum mit unglaublich vielfältigen Themen von der Maori-Geschichte, Immigration, Pflanzen- und Tierwelt über Naturschätze bishin zur Sonderausstellung über die Schlacht in Gallipoli im ersten Weltkrieg, wo neuseeländische Soldaten eingesetzt wurden. Und so vergingen schnell ein paar Stunden und schon war es abends. In einer Bar in der Nähe unseres Hostels trafen wir die Shopping-Mädels tranken noch ein paar Bier getrunken.

Wir hatten echt Glück mit dem Wetter in Wellington, am nächsten Tag goss es wieder wie aus Kübeln – wie bereits zwei Tage zuvor. Unsere Rückreise nach Thames stand am Programm und war überaus ermüdend, vor allem für Sam, unser unglaublicher Fahrer! Eigentlich war geplant, dass wir auf der Heimreis den Mount Wanganui sehen würden, aufgrund des miserablen Wetters war der nicht einmal irrtümlich sichtbar. Irgendwann schlug der Hunger zu und per Zufall hielten wir bei Mike’s Café, der ältesten Craft Beer Brauerei Neuseelands 🙂 Wir schauten uns etwas um und fanden doch ernsthaft – haltet euch fest – Hirter Bier 🙂 Ja, österreichisches steirisches Bier. Es war leider nicht gekühlt, da es für ein Fotoshooting verwendet wurde. Der Besitzer der Hirter Brauerei würde noch an diesem Tag dort eintreffen für ein Interview. Was für ein witziger Zufall oder? Danach ging es weiter über Hamilton, um Courteney nach Hause zu bringen, und dann nach Puriri. Gott sei Dank mussten wir nicht direkt nach Thames rein, denn durch die Unwetter die Tage zuvor, war die Stadt teils von der Außenwelt abgeschnitten, da immense Hochwasser waren.

Coromandel, Waitomo & Hobbiton

Den folgenden Tag entspannten wir alle zuhause, das Wetter war nach wie vor nicht berauschend und wir waren etwas fertig. Abends machten Stacey und ich noch spontan „Lemon Delicious“, eine relativ schnell zubereitete Zitronen-Süßspeise. Das war lecker! Und es fühlte sich einfach wie ein Zuhause an, das war wirklich toll! Die nächsten beiden Tage haben wir dann auch noch etwas durch geplant. Am nächsten Tag machten wir mit Sam einen kleinen Ausflug in die direkte Umgebung. Zuerst ging es zu den Owharoa Falls. Dort um die Ecke ging es weiter nach Karangahake, wo wir eine ausgiebige Wanderung durch die Ruinen und Überreste der Crown Mines machten. Nach einem gemeinsamen Abendessen ging es recht früh ins Bett, denn früh morgens ging ein langer Tagesausflug mit Sam und John los. Unser erster Stop waren die Waitomo Glowworm Caves, wo man Millionen von Glühwürmchen bewundern kann. Am Ende fährt man mit dem Boot unter einem „Sternenhimmel“ voll mit glühenden Würmchen durch. Unglaublich! Am Weg nach Hobbiton hatten wir noch etwas Zeit, um bei der Blue Spring stehen zu bleiben. Das war ein spektakulärer kristallklarer Fluss, der am Ende in einer Art blauen Quelle endet. Es mutet von der Weite blau an, daher auch der Name. Dann war es endlich soweit, es ging nach Hobbiton. Die Tickets hatten wir bereits zwei Tage zuvor bestellt (wie auch die Waitomo-Tickets). Es war übrigens ein fantastischer sonniger Tag – perfekt für das grüne Auenland 😉 Mit dem Bus ging es los von „The Shire’s Rest“ durch Felder, einer saftig grünen Umgebung und vorbei an vielen Schafen. Plötzlich ist man mitten im Auenland – mit einer geführten Tour. Man erfährt so einiges über die Hintergründe, die Dreharbeiten und die Kulisse. Im Green Dragon™ Inn bekommt man sogar ein Southfarthing™ Bier. Ein wunderschöner und magischer Ort. Auch wenn man weiß, dass es eine Filmkulisse ist, so ist es trotzdem sehr besonders. Abends planten wir unseren zweiten Road Trip ein paar Tage später etwas genauer durch.

Unser Mittagessen nächsten Tag genossen wir beim „Bistro at the Retreat Falls“, wo wir Freunde der beiden mit ihrem Neugeborenen kennen lernen durften. Die Qualität des Essens war unglaublich, es werden ausschließlich Kräuter und Gemüse aus dem hauseigenen Garten verwendet und so wechselt die Karte auch je nach Verfügbarkeiten. Danach haben wir noch die zwei Highlights auf der Coromandel Peninsula geplant. Zuerst ging es nach Hahei. Von oberen Aussichtspunkt kann man nicht mit dem Auto weiter, man muss zuerst gut eine Stunde wandern, um bei der Cathedral Cove anzukommen. Sam musste das Auto woanders parken und wir gingen voraus – er ist ein ziemlich schneller Geher, sodass wir auch nicht sehr lange auf ihn warten mussten. Da es ziemlich heiß war, genossen wir das kühle Nass am Mare’s Leg Cove. Es waren aber komische transparente kleine Dinger im Wasser, die immer wieder auf der Haut ankamen und irgendwie eigenartig waren. Da wir auch noch den Hot Water Beach in der Nähe erkunden wollten und dafür Ebbe sein muss, ging es recht zügig wieder retour zum Auto. Ein paar Minuten weiter waren wir auch schon beim Parkplatz des Hot Water Beachs. Mit einer Schaufel ausgerüstet ging es zum Strand. Das Einzigartige dort ist, dass man mit der Schaufel den Sand weg schippern kann und so zu heißem Wasser kommt. Damit kann man sich kleine Heißwasserpools schaufeln und chillen. Wir waren da eher erfolglos, denn überall ist das Wasser nicht heiß. Zudem war es echt wahnsinnig überfüllt. Die Wellen im Meer waren ziemlich cool, sodass wir dann lieber ins Meer gingen und wie kleine Kinder in den Wellen sprangen. 🙂 Ja und dann ging’s auch wieder nach Hause, Stacey musste am nächsten nach dem Weihnachtsurlaub wieder arbeiten, sodass sie klarerweise nicht zu spät heim kommen wollte.

Road Trip II in den hohen Norden

Da wir einen langen Fahrtag vor uns hatten, ging es gegen acht Uhr los. Zuerst vorbei an Auckland (ja, wir haben uns Auckland wirklich nicht angesehen) zum Piha Beach, der Schauplatz für die neuseeländische Reality-TV-Sendung „Piha Rescue“ war. Es waren nur wenige Menschen vor Ort – aufgrund der Strömungen sind nur minimale Bereiche zum Baden geeignet. Wir machten einen kleinen Spaziergang dort, es war uns aber auch noch etwas zu kalt für das kühle Nass am frühen Morgen. Der nächste Stop führte uns zur Muriwai’s Gannet Colony, auf deutsch Basstölpel. Mit einer kleinen Wanderung erreicht man einen Aussichtspunkt, wo man all die Vögel beim Nesten und Fliegen beobachten kann. Der Gestank war furchtbar 😉 Aber die Landschaft war wunderschön und die Vögel kann man wirklich von sehr Nahem betrachten, was ziemlich cool war. Nach einem Snack beim Auto ging es weiter zum Waipoua Forest, wo wir den Tāne Mahuta bewundern konnten. Ein neuseeländischer Kauri-Baum, der mit über 50 Metern der größte bekannte Kauri-Baum. Dieser ist übrigens das Vorbild für den Baum des Lebens in Avatar. Ein sehr energiegeladener Ort und wirklich sehr cool! Danach haben wir uns auch noch die „Four Sisters“ angesehen, ebenfalls Kauri-Bäume. Nach diesen Spaziergängen war es bereits nach 18 Uhr. Also ging es ohne Stopps bis Paihia, wo wir eines der besten Hostels auf unserer ganzen Reise, bezogen (Seabeds Backpackers). Nach einer ordentlichen Fish & Chips Portion und einem Spaziergang am Strand, wo man einen tollen Blick auf die Bay of Islands hat, ging es ins Bett.

Heute sollte es in den hohen Norden gehen. Zuerst besuchten wir aber die „Giant Sanddunes“, die nahe dem 96 Miles Beach sind. Da Sams Auto nicht unbedingt geeignet war für die Weiterfahrt zum 96 Miles, beließen wir es dabei und spazierten über die riesigen Sanddünen bei Mega Hitze. Weiter ging’s nun zum Cape Reinga. Vom Parkplatz aus geht man recht lange, bis man am Ende beim Leuchtturm ankommt. Weiters kann man von hier relativ gut das Aufeinandertreffen der Tasmanischen See und des Pazifischen Ozeans sehen, was ziemlich cool ist. Wir verweilten ein bisschen an diesem wunderschönen Ort, wo man einfach einen herrlichen Blick in die umgebenden Küstengebiete hat und sich irgendwie einfach frei fühlt. Als wir wieder beim Auto ankamen, machten wir noch ein paar Fotos von diesem Standort. Danach ging es weiter mit ein paar spontanen Stops bis Wanganui, wo es die besten und berühmtesten Fish & Chips gibt. Da mussten wir natürlich einkehren. Eine super Lage für den Shop, direkt am Wasser und dazu tolles Essen – eine schöne Pause. Zum Abschluss für diesen Tag besuchten wir noch die Rainbow Falls, die nicht mehr weit von Paihia entfernt waren. Wieder komplett erledigt von den tollen Eindrücken ging es recht früh ins Bett.

Der Road Trip mit Sam endete nahezu. Am Weg nach Hause besuchten wir aber noch das Kiwi North: Museum. Denn Kiwis in freier Wildbahn zu sehen, ist ein nahezu unmögliches Unterfangen. Daher ging es in dieses Museum, wo sie verletzte Kiwis aufpeppeln und sie vorbereiten, damit sie überleben können. Wir kamen gerade richtig zur Fütterung und so kamen die beiden Vögel auch raus und wir konnten sie in der Dunkelheit bewundern. Wir verbrachten einige Zeit in dem Museum, denn es gab noch andere Dinge, die man sich ansehen konnte. In Whangarei suchten wir uns dann noch ein günstiges Restaurant für unseren Mittagsstop und fanden ein hervorragendes indisches Lokal. Ja und so endete der Trip, nach etwa vier Stunden Fahrtzeit kamen wir wieder zuhause an, wo auch schon Stacey auf uns wartete. Christian und ich wollten unbedingt eine österreichische Spezialität für die beiden kochen und haben uns hierfür etwas ganz Besonderes überlegt: Kaspressknödelsuppe. Semmelbrösel gibt’s zum Beispiel in Neuseeland nicht zu kaufen, die haben wir bereits ein paar Tage vorher vorbereitet (Weißbrot getrocknet und klein geschnitten). An unserem letzten Tag bei den beiden sollte es dann endlich soweit sein – Österreich zu Gast in Neuseeland, auch kulinarisch 🙂 Und so liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren, wir hofften auch, dass die beiden es mögen (man weiß ja nie). Abgesehen davon, dass wir das vorher selbst noch nie gemacht haben 😀 Aber es war absolut fantastisch und Stacey und Sam liebten die Knödel! Den restlichen letzten Tag verbrachte ich mit bloggen und einer recht schnellen und groben Planung für die Südinsel. Denn drei Wochen für den Süden sind nicht allzu viel und sollten sehr gut geplant sein. Und so verging unser letzter gemeinsamer Abend, etwas wehmütig waren wir schon. Es hat sich einfach wie zuhause angefühlt, was zu dem Zeitpunkt einfach perfekt war. Tausend Dank noch einmal an euch zwei – es war einfach nur besonders, perfekt und herzlich bei zwei überaus besonderen Menschen und Gastgebern!

Nordinsel Neuseeland: 29.12.2017-14.1.2018